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Alle Artikel kategorisiert unter »Tobias Schabel«

„Von wegen Metaphysik“ – „Tristan und Isolde“ am Staatstheater Hannover

18.09.18 (Dieter David Scholz) -
Friedrich Nietzsche nannte den „Tristan“ mit gutem Grund Wagners“ Opus metaphysicum“. Egal, ob man diese Charakterisierung des „inkommensurablen“ Werks auf den Text oder die Musik bezieht: In beiden Fällen straft die Hannoversche Neuproduktion Nietzsche Lügen, denn regielich banaler, musikalisch weltlicher hat man den „Tristan“ selten erlebt. „Weltlich“ durchaus nicht negativ gemeint, denn was ist schon gegen Triebe und Liebe, Kraft und Sinnlichkeit zu sagen?

Die Gehirnwäsche der Erziehung – „Die Zauberflöte“ an der Staatsoper Hannover

15.01.18 (Ute Schalz-Laurenze) -
Nicht wenige Regisseure haben gesagt, dass Mozarts „Die Zauberflöte“ das schwerste Stück überhaupt sei. Wo sind wir und wer sind die Protagonisten: die Frage stellt sich immer wieder neu. Es gehört zum 1791 entstandenen Stück, der „Oper aller Opern“, dass sie nicht beantwortbar ist, dass immer offen bleiben muss, ob es sich um Märchenposse oder Götterritual, um Volksstück oder Mysteriendrama, um Matriarchat gegen Patriarchat, um Absolutismus gegen Aufklärung (mit durchaus zweifelhaften Fortschrittsversammlungen) oder auch um eine Parabel übers Erwachsenwerden handelt.

Gescheiterte Nationaloper – Gelungener „Freischütz“ in Hannover [Nachtrag, 16.12.]

14.12.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Kay Voges bietet eine bedenkenswerte Reflexion über Carla Maria von Webers „Der Freischütz“ in Hannover. Ute Schalz-Laurenze war dabei.

Todbringendes Irrlicht – Antonín Dvořáks „Rusalka“ begeistert in Hannover

27.09.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Schon der erste Ort in der Eröffnungspremiere des Staatstheaters Hannover macht unmissverständlich klar, wie der Regisseur Dietrich Hilsdorf Antonín Dvořáks „Rusalka“ sieht, die tschechische Variante des „Undinen“-Themas. Es sind nicht die Tiefen des Wassers, in denen die Nixe Rusalka mit ihren Schwestern lebt, sondern es ist eine Leichenhalle. Da wird gearbeitet, da werden Gesichtsmasken abgenommen und Embryos in Gläsern verstaut.

Von niederschmetternder Tragik – Weills „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ an der Berliner Staatsoper

07.06.14 (Peter P. Pachl) -
Kurt Weills dreiaktige Oper auf ein Libretto von Bertolt Brecht, „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" wird bei Inszenierungen häufig dem Genre Musical angenähert. In der Staatsoper im Schillertheater hingegen wurde das innovativ Opernhafte der ungekürzten Urfassung herausgearbeitet, die die 1930 uraufgeführte, von frühen NS-Protesten begleitete Partitur tragisch und breit ausgelotet.

Senta im Suff: Philipp Stölzls konservativ-postmoderne Inszenierung des „Fliegenden Holländer“ an der Staatsoper Berlin

29.04.13 (Peter P. Pachl) -
Ihre Premiere erlebte jetzt im Berliner Schillertheater eine Produktion des Theaters Basel aus dem Jahre 2009, die romantische Oper „Der fliegende Holländer“ in Wagners letzter Fassung, jedoch pausenlos, wie sie erstmals 1901 Siegfried Wagner realisiert hat. Der Erlösungsschluss erscheint in dieser Inszenierung besonders diskrepant, zumal Regisseur Philipp Stölzl die Geschichte in der Entstehungszeit des Werkes ansiedelt und aus der Sicht Sentas erzählt, die von einer jugendlichen Leseratte zu einer dicklichen Säuferin wird. Mit der Flasche schlägt sie ihren Jugendfreund Erik blutig und tötet ihren Bräutigam, bevor sie sich am Ende selbst erdolcht.
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