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Alle Artikel kategorisiert unter »Hans-Jürgen Schaal«

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Der Fluch der fehlgeschalteten Virtuosität

13.01.21 (Hans-Jürgen Schaal) -
Dass Robert Schumann zu einem der wichtigsten Komponisten der Romantik wurde, verdankt sich nicht zuletzt seinem Scheitern als Konzertpianist. Verhindert wurde seine Solistenkarriere durch chronische Probleme mit dem Mittelfinger der rechten Hand.

Expeditionen im Klangraum

25.11.20 (Hans-Jürgen Schaal) -
Erst in den späten 1970er Jahren begann die Musikwelt, Iwan Wyschnegradsky wirklich zu entdecken. In Frankreich und Kanada wurden Konzerte veranstaltet, Berlin lockte mit einem Stipendium als „Composer in Residence“. Der erste Kompositionsauftrag, den Wyschnegradsky in seinem Leben erhielt, war 1979 ein Streichtrio für Radio France. Doch der Komponist starb vor seiner Vollendung.

Vogelwild und unnachahmlich im Studio

29.08.20 (Hans-Jürgen Schaal) -
Er war halb Mensch, halb Mythos – so formulierte es der Produzent Ross Russell. Charlie „Bird“ Parker (1920–1955), das große Idol der Bebop-Anhänger, revolutionierte das Saxophonspiel und schuf die Grundlagen des modernen Jazz. Als Virtuose schien er unübertrefflich – doch sein übriges Leben hatte er nicht im Griff. Parker lebte zynisch und defätistisch, war drogensüchtig und notorisch unpünktlich. Bei seinen Aufnahmesessions kollidierten Genie und Chaos.

Von der Atomisierung der Musikwahrnehmung

24.09.19 (Hans-Jürgen Schaal) -
Während Albumhörer einst ihre Schätze horteten wie Flaschen seltenen Weins, drehen die heutigen Konsumenten einfach nur den Wasserhahn auf. Streaming bedeutet eine Zäsur in unserem Musikhören, die philosophische Dimensionen hat.

Für eine befreite Musik

06.08.19 (Hans-Jürgen Schaal) -
In den Büchern des Musikphilosophen Theodor (Wiesengrund) Adorno (1903–1969) geht es viel um Kritik und Negation. In seinem Vortrag „Vers une musique informelle“ von 1961 hat er dagegen ganz positiv seinen Traum einer befreiten Musik beschrieben. Eingepflanzt wurde ihm dieser Traum schon in seiner Jugend.

Das kosmische Kreisen der Tropen

01.05.19 (Hans-Jürgen Schaal) -
Bei seinem Vater, einem autodidaktischen Zitherspieler, erlernte er die Musik. Das Stimmen der Zither im zwölftönigen Quintenzirkel und der schlanke Ton des Instruments prägten dauerhaft Josef Matthias Hauers Musikempfinden. Die Wiener Klassik hielt er für „Lärm“. Stattdessen entdeckte er den schwerelosen Zauber der Zwölftonmelodie.

Musik muss Kernfach werden

28.09.18 (Hans-Jürgen Schaal) -
Nach Platon ist „die musische Kunst bei der Erziehung am wichtigsten: weil Rhythmus und Tonart am tiefsten in das Innere der Seele dringen“. (Politeia, ca. 370 v.Chr.) Musikunterricht steht auf den Lehrplänen unserer Schulen – aber das muss nichts heißen. An deutschen Grundschulen fallen bis zu 80 Prozent der Musikstunden aus. Wenn Geld fehlt, wenn Räume fehlen, wenn Personal fehlt, dann sparen die Schulen zuerst bei der Musik. Hauptsache, dass Mathematik, die Sprachen, die Naturwissenschaften gelehrt werden – das, was die Schüler später im Leben angeblich wirklich brauchen.

Der Hype um Meister Yoda

09.09.18 (Hans-Jürgen Schaal) -
Man muss ihn einfach mögen. Der amerikanische Saxophonist Kamasi Washington bläst eine heiße Kanne (wie die Jazzer früher sagten), ist ein genialer Eklektizist und hat eine wichtige politische Botschaft. Außerdem scheint er ein kräftiger, netter Kerl zu sein. Man könnte sich also an seiner verrückten, größenwahnsinnigen, retrofuturistischen Musik einfach erfreuen – und damit fertig. Wäre da nicht dieser Hype, der um ihn gemacht wird.

Der Guru der Musikethnologie

28.08.18 (Hans-Jürgen Schaal) -
Eine der größten Sammlungen globalmusikalischer Tondokumente befindet sich heute im Ethnologischen Museum in Berlin. Den ältesten Teil dieser Tonaufnahmen bilden Edison-Walzen aus der Zeit um 1900. Sie stehen heute auf der Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes.
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