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Alle Artikel kategorisiert unter »Hans-Jürgen Schaal«

Der Hype um Meister Yoda

09.09.18 (Hans-Jürgen Schaal) -
Man muss ihn einfach mögen. Der amerikanische Saxophonist Kamasi Washington bläst eine heiße Kanne (wie die Jazzer früher sagten), ist ein genialer Eklektizist und hat eine wichtige politische Botschaft. Außerdem scheint er ein kräftiger, netter Kerl zu sein. Man könnte sich also an seiner verrückten, größenwahnsinnigen, retrofuturistischen Musik einfach erfreuen – und damit fertig. Wäre da nicht dieser Hype, der um ihn gemacht wird.

Der Guru der Musikethnologie

28.08.18 (Hans-Jürgen Schaal) -
Eine der größten Sammlungen globalmusikalischer Tondokumente befindet sich heute im Ethnologischen Museum in Berlin. Den ältesten Teil dieser Tonaufnahmen bilden Edison-Walzen aus der Zeit um 1900. Sie stehen heute auf der Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes.

Die Glocken des Gamelan

25.03.18 (Hans-Jürgen Schaal) -
Debussys Begegnung mit der indonesischen Musik hatte weitreichende Folgen. Nicht nur Messiaen, Cage oder die Minimalisten ließen sich davon inspirieren. Auch Jazz-Arrangeure griffen auf Debussys Ganztonleitern und die davon abgeleiteten Akkorde zurück. Seine Emanzipation des Ostinatos hat sogar die Popularmusik revolutioniert.

Sie nannten ihn den Entertainer

26.09.17 (Hans-Jürgen Schaal) -
Er komponierte rund 80 Ragtimes, prägte damit den jungen Jazz und inspirierte Strawinsky und Debussy. Scott Joplin (1867 – 1917) hat der Kneipenmusik aus dem Mittleren Westen eine bleibende ästhetische Form gegeben. Mit seinem „Maple Leaf Rag“ von 1899 begann eine globale Erfolgsgeschichte.

Unfall oder Motor der Evolution?

28.06.17 (Hans-Jürgen Schaal) -
In den meisten Situationen unseres Lebens, in denen Musik erklingt, bildet sie nur ein angenehmes Hintergrundgeräusch. Wir konsumieren Musik als untermalendes Geklingel in Film und Fernsehen, als Begleitphänomen auf Partys und Autofahrten, als ablenkende Beschallung im Supermarkt oder bei der Hausarbeit. Musik hat dabei keine andere Funktion als etwa die Tüte Popcorn oder Chips, die man nebenbei nascht, damit es einem nicht langweilig wird. Musik ist die kleine Leckerei für zwischendurch, die uns bei Laune hält. Aus der Sicht des Neurowissenschaftlers Manfred Spitzer: „Musik bewirkt prinzipiell das Gleiche [...] wie beispielsweise Nahrung oder soziale Signale.“

Ein Fest der Hörernähe

31.05.17 (Hans-Jürgen Schaal) -
Eigentlich müsste er längst „Etablierter Deutscher Jazzpreis“ heißen. Im April 2017 verlieh die IG Jazz Rhein-Neckar e.V. bereits zum zwölften Mal den Neuen Deutschen Jazzpreis. Das Mannheimer Modell hat sich bewährt: Wieder bewarben sich rund 200 Bands, wieder traf eine Fachjury eine Vorauswahl von einem guten Dutzend, wieder wählte ein eigens bestellter Kurator die drei Finalbands aus, und wieder entschied am Finalabend in der Alten Feuerwache das Publikum im Saal über den Preisträger.

Ysaÿe, Theater und Heavy Metal

22.02.17 (Hans-Jürgen Schaal) -
Jonas Khalil präsentiert sein erstes Album als klassischer Gitarrist, das Programm ist verblüffend und verblüffend spannend. Überhaupt fällt dieser Musiker etwas aus dem Rahmen des Gewohnten. Als Leadgitarrist einer Heavy-Metal-Band trat er schon in halb Europa auf.

Der Inbegriff des globalen Musikers

18.11.16 (Hans-Jürgen Schaal) -
Er hat unsere Ohren und unser Bewusstsein neu gestimmt. Damals, als Beatmusik und Freejazz tobten, als Rockgitarren und Saxophone lärmten, eröffnete Don Cherry uns einen anderen, einen globalen Klangraum. Mit seinen Flötentönen und seinen kleinen Gesängen begründete er die World Music.

„Du gabst mir einen Sound, du gabst mir ein Leben“

25.07.16 (Hans-Jürgen Schaal) -
Von einem Klavierlehrer erfunden, vom Krieg inspiriert, von Miles Davis gefördert, wurde das Fender Rhodes in den 1970er-Jahren zur Seele von Funk und Fusion. Seit seiner Renaissance in den 1990er-Jahren ist der Nimbus des Fender Rhodes unerschütterlich. „Außer dem Konzertflügel besitzt kein Tasteninstrument einen so vornehmen und geschätzten Klang wie das Rhodes“, sagt der Musiker Jared Pauley. „Das Fender Rhodes ist das reinste, kraftvollste Instrument, das je geschaffen wurde.“

Psychoaktive Klangsubstanzen

28.10.15 (Hans-Jürgen Schaal) -
Stellen Sie sich Folgendes vor: Sie sitzen in einem belebten Straßencafé. Eine Vielzahl von Geräuschen dringt auf Sie ein – startende Motoren, laute Fahrradklingeln, Stimmen von Passanten, klirrendes Geschirr, Beschallung von der Theke her, Hupen, Rufe, Trampeln, Gelächter, quietschende Bremsen. Jetzt gerade fährt ein Mittelklassewagen vorbei, auf der linken Spur, zehn Meter entfernt, Sie erhaschen etwa 1,5 Sekunden lang durchs geöffnete Autofenster ganz leise einen Hauch der Musik aus dem Autoradio. Aber: Sie erkennen den Song! – Wie ist das überhaupt möglich? Wie kann es sein, dass Sie in diesem Tohuwabohu der Schallwellen, die ja nur kleine Schwankungen des Luftdrucks sind, noch ein bestimmtes Musikstück wahrnehmen können?
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