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Alle Artikel kategorisiert unter »Jürgen Oberschmidt«

Musikunterricht mit Second-Hand-Lehrern?

10.10.18 (Jürgen Oberschmidt) -
Der Philosoph Peter Sloterdijk hat in seiner Essaysammlung „Du mußt dein Leben ändern“ bemängelt, dass sich Schule in einem „Selfish-System“ bewegt und sich in diesem durch das ständige Schmoren im eigenen Saft und ohne nötige Impulse von außen immer wieder selbst erneuert. Einen doch recht zweifelhaften Eingriff in dieses geschlossene System erleben wir derzeit durch Quer- und Seiteneinsteiger, in anderen Lebensbereichen wird dieses Modell mit wechselndem Erfolg praktiziert: In der Unterhaltungsbranche machte uns ein Teamchef ohne Trainerlizenz bereits 1990 zum Fußballweltmeister, ein Schauspieler und Theaterwissenschaftler führte als 40. Präsident die Vereinigten Staaten, der Inhaber eines Mischkonzerns und erfolgreiche Immobilienmakler ist der nicht unumstrittene Nachmieter in Washingtons Pennsylvania Avenue.

Schule und Musikschule kooperieren

04.09.13 (Jürgen Oberschmidt) -
„In Schule und Leben bietet sich ein Bild der Zerklüftung, des Eigennutzes, der inneren und äußeren Desorganisation, ein unbeherrschtes Treiben und Sich-Treiben-Lassen, das einer planvollen Zusammenfassung der Kräfte bedarf.“ Mit diesen Worten forderte Leo Kestenberg bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein musikpädagogisches Gesamtkonzept, das alle Institutionen von der Elementar- bis zur Hochschulbildung zusammenführt. In seiner Schrift „Musikerziehung und Musikpflege“ setzte sich der Begründer des Schulfachs Musik und Schöpfer des Musikstudienrats dabei gleichsam für öffentlich-kommunale Musikschulen ein, um jenseits allen musikpädagogischen Ressortdenkens die unterschiedlichen Einrichtungen in einem Haus der Musik zusammenzuführen. Bis heute werden diese idealistisch und utopisch anmutenden Visionen beständig reformuliert, immer noch gilt es, sich an deren Umsetzung abzuarbeiten.

Beschränkung auf die musikalische Substanz

09.02.12 (Jürgen Oberschmidt) -
„Harmonielehre“, „Kontrapunkt“, „Melodik“ und „Musik formen“ sind bis heute wegweisende Referenzwerke Diether de la Mottes; hier zeigen sich die etablierten Säulen der Musiktheorie, auf denen eine ganze Fachdisziplin ruht. Die Beschäftigung mit dem zeitgestaltenden Parameter scheint hingegen weniger diesem Reservat eines sezierenden Musiktheoretikers als eher der schöngeistigen Philosophie und Ästhetik vorbehalten. Als Gegenstand der Musiktheorie bleibt die musikalische Zeit, zentrales Medium der Musik (S. 9), weitgehend außerhalb einer systematischen Betrachtung.
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