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Alle Artikel kategorisiert unter »Michael Zwenzner«

Neue Partituren 2020/12 durchgesehen von Michael Zwenzner

28.12.20 (Michael Zwenzner) -
Mark Barden (*1980): viscera (2010/11) für Viola, Violoncello und fünfsaitigen Kontrabass (mit Skordatur) – Edition Peters Leipzig +++ Dietrich Eichmann (*1966): Blasted Blazes (1997) für Streichtrio – Edition Gravis Brühl +++ Theo Loevendie (*1930): Dance for Two or Three (2017) für A-Klarinette, Violine mit Sopran-/Sopraninoblockflöte oder Piccoloflöte ad libitum – Peermusic Classical +++ Jörg-Peter Mittmann (*1962): selbdritt (2008) Szenische Kammermusik für drei Violinen, optional auch zwei Violinen und Viola +++ Christian Wolff (*1934): Trio V for James Tenney (2006) für Klavier vierhändig und einen Schlagzeuger – Edition Peters Leipzig

Neue Partituren 2020/11 durchgesehen von Michael Zwenzner

20.11.20 (Michael Zwenzner) -
Asia Ahmetjanova: א (Aleph) (2016) für Tuba +++ Jérôme Combier: Freezing Fields (2017) für Violoncello und Klavier +++ Sascha Janko Dragićević: Autogamie (2005/06) für Fagott und elektronische Klänge +++ Leopold Hurt: Fred Ott's Sneeze (2011) Klarinette/Bassklarinette in B, Violine, Violoncello, Schlagzeug (Würfelspiel, stabiler Holztisch, Vibraphon), Klavier und Zuspielungen +++ Uroš Rojko: Tongen II (1986) für zwei Kontrabässe

Michael Zwenzner sichtet neue Partituren 2020/10

27.10.20 (Michael Zwenzner) -
David Gorton (*1978): Erinnerungsspiel (2006) für Oboe solo und optionale Elektronik | Tobias Tobit Hagedorn (*1987): Linien (2018) für mindestens vier um das Publikum verteilte Handy-/Tabletspieler (idealerweise mit extra Lautsprechern) | Hannes Kerschbaumer (*1981): phloem. Zwölf Stücke (2011) für Akkordeon und Harfe (teils präpariert, mit dreimal wechselnder, insgesamt 12 Tonhöhen betreffender mikrotonaler Skordatur) | Timo Ruttkamp (*1980): trans-formation(en) (2003/14) für Klarinette (oder Alt-/Sopransaxophon), Posaune und Akkordeon (Crotales ad lib.) | Hannes Seidl (*1977): Dies ist die Geschichte von einem Mann... (2013) für Flöte, Klarinette, Schlagzeug, Violine, Cello und elektronische Zuspielungen

Ein zweigeteiltes Leben für die Musik

06.04.18 (Michael Zwenzner) -
Die Eintrittskarten zum musica-viva-Wochenende mit Werken von Gérard Grisey und Georges Aperghis Mitte März waren (so die Freundin) schon bestellt, doch der Sitzplatz im Herkulessaal blieb leer, eine schmerzliche Lücke in der Musikwelt nicht nur Münchens tat sich unvermittelt auf. Der 1956 in der Metropole an der Isar geborene Komponist Klaus Karl Hübler erlag in seiner Wohnung den Folgen eines Sturzes, der wohl auch mit den Beeinträchtigungen nach einer schweren Erkrankung im Jahr 1989 zusammenhängen dürfte.

Epizentrum für experimentelle Musik

16.02.16 (Michael Zwenzner) -
Im Jahr 2012 nahm das Leben des 1968 in Paris geborenen Komponisten und Musikforschers Fabien Lévy eine jener überraschenden Wendungen, die für seine bisherige Laufbahn so typisch sind, aber für ihn als Künstler wie auch für das jeweilige professionelle Umfeld immer überaus fruchtbar waren. Er verlagerte seinen Lebensmittelpunkt aus New York nach Berlin, das ihm bereits seit einem DAAD-Stipendium 2001 bestens vertraut ist, und trat kurz darauf eine Kompositionsprofessur an der Hochschule für Musik in Detmold an.

Zehnstündiger Strom der Musik

30.04.15 (Michael Zwenzner) -
Knapp achtzig MusikerInnen, PerformerInnen und KomponistInnen aus sechzehn Ländern treffen sich an einem Ort abseits der großen Konzertsäle und etablierten Kulturzentren. Was sie miteinander verbindet? Sie alle wirkten mit am diesjährigen Musikfest der Münchener Gesellschaft für Neue Musik im Schwere Reiter an der Dachauer Straße. Die Idee der MGNM, seit ihrem Gründungsjahr 1996 regelmäßig zu juryfreien Musikfesten einzuladen, entstand aus dem Wunsch, die damals in zahlreiche Einzelinitiativen zersplitterte Münchner Kunstmusikszene wenigstens einmal im Jahr zusammenzubringen, um damit die Vernetzung untereinander zu stärken. Auch sollte ein gemeinsames Signal in Richtung der Münchner Kulturpolitik ausgesandt werden, neben all den kulturellen Hochglanzereignissen der großen Institutionen auch die im Vergleich kreativere freie Szene nicht aus den Augen zu verlieren. Vor allem aber geht es bis heute darum, für ein neugieriges Publikum einmal im Jahr aktuelle Musik in ihrer ungefilterten Vielfalt hoch leben zu lassen.

Klang-Aktionär und Charakterkopf

05.06.09 (Michael Zwenzner) -
Die Anfrage, zu Josef Anton Riedls 80. Geburtstag eine kurze Würdigung zu schreiben, wird in einem ersten Reflex zunächst zurückgewiesen: Habe man doch bereits Einiges zu diesem Komponisten und seinen Aktivitäten beigetragen in den letzten Jahren, und wünsche man sich selbst doch vielmehr den veröffentlichten Blick Anderer auf das Phänomen Josef Anton Riedl. Blicke Anderer auf Riedl gibt es ohne Zweifel zahllose, nimmt er doch bis heute höchst aktiv – wenn als Person auch meist im Hintergrund – am Geschehen des zeitgenössischen Kunst-/Musik-/Literaturlebens teil.

Die Heuchelei der Mirakel

01.03.02 (Michael Zwenzner) -

„In besonderem Maße widmet sie sich auch der zeitgenössischen Musik.“ So oder ähnlich kann man es fast in jeder Biografie bedeutender Interpreten klassischer Musik nachlesen, und so heißt es auch in jeder „politisch korrekten“ Laudatio auf heutige Musikpreisträger. Selten macht man sich dabei die Mühe, diese Aussage auf ihre Substanz hin zu überprüfen. Denn es ist ein Unterschied, ob man sich mit ein paar Auftragsstücken zeitgenössischer – zumal häufig konservativer – Musik schmückt und diese dann ein paar Mal aufführt; oder ob man sich der Verantwortung gegenüber dem großen Reichtum neuer Kunstmusik stellt; ob man versucht, zur Bildung eines aktuellen Repertoires beizutragen, indem man sich (wenigstens) der kompositorischen Meilensteine unserer Zeit annimmt. Auch wenn sie einem eben nicht gerade selbst gewidmet sind...

Einstand MaerzMusik

01.03.02 (Michael Zwenzner) -

Wenn es denn stimmt, dass die Orchestermusik unserer Zeit in Zukunft ihren Platz verstärkt in den Programmen der Berliner Festwochen erhalten soll (so zumindest Joachim Sartorius in einem Interview), dann wollen wir über das Programm der ersten Berliner MaerzMusik nicht meckern. Denn wenn jenes gleichermaßen faszinierende wie problematische Super-Instrument hier auch völlig ausgespart bleibt, so bieten die elf Tage (7.-17. März) doch ein ästhetisch wie auch konzeptuell erfreulich breites Spektrum. Mehrere thematische Reihen ziehen sich durch das Programm: Einzelereignis bleibt dabei „Musiktheater": Nach eindrücklichen Begegnungen mit den auratischen Trauermusiken von Klaus Lang ist man auf das gemeinsam mit dem Hebbel-Theater realisierte „Kirschblüten im Ohr" dieses 31-jährigen Österreichers sehr gespannt. In der „Langen Nacht der chinesischen Musik" gibt es Neue und traditionelle Musik auf westlichen und chinesischen Instrumenten (darunter Uraufführungen von Tung Chao-Ming, Pei Yuh-Shih und Sandeep Bhagwati), aber auch „China Avant Pop & Electronica". Ein „John Cage Event" knüpft gänzlich amuseal an die Arbeit dieses freundlichen Revoluzzers an: mit Werken, Performances, Medienstücken, Filmen, Installationen (darunter Neues von Michael Hirsch und hans w. koch) und neu komponierten Realisationen von Cages „Fontana Mix" u.a. von Jürg Frey, James Tenney, Christian Wolff und Werner Dafeldecker/Boris Hegenbart.

Auf zur Knochenparade!

01.02.02 (Michael Zwenzner) -

Anachronistisch sei „der Glaube an strukturelles Denken. Dafür setzt man Monate seines Lebens ein, und das hört keiner und interessiert keinen. Man verliert sein Leben darüber. Es ist das Perverse unseres Musikbetriebs. Er ist auf Uraufführungen fixiert, dafür produzieren wir. Es geht dem Betrieb um die Uraufführung, um diesen Event, nicht um die Musik. Das heißt für uns, dass wir uns ständig immer etwas Neues aus dem Hirn saugen müssen." Wir zitieren Olga Neuwirth, aus einem Gespräch, abgedruckt im Programmheft der letzten Schwazer Klangspuren. Das Bild ängstigt: Komponisten als Rädchen in einer brav funktionierenden Gesellschaft mit dem Primat der Wirtschaft über alle (Kultur-)Politik und Lebensbereiche. Und der Fetisch Wachstum waltet längst auch hier: Gefordert ist die Massenfertigung des glanzvoll Immerneuen mit der Kehrseite besinnungslosen Konsums. Bis zum finalen Hörkollaps. Festivals zeitgenössischer Musik als heimliche Paraden des Geldgeists? Uraufführungen als Events, deren zugrundeliegende Hirn- und Herzleistung niemand mehr interessiert?

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