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Alle Artikel kategorisiert unter »19. Jahrhundert«

Ideologiezentrale und Pilgerstätte

26.10.16 (Dieter David Scholz) -
Richard Wagner war ein Meister der Selbst­insze­nierung. Der Anblick seines Bayreuther Wohnhauses, der Villa Wahnfried, lässt keinen Zweifel daran. Auf der Eingangsfront der repräsentativen Villa, die Wagner acht Jahre vor seinem Tod mit­hilfe eines großzügigen Geldgeschenks König Ludwigs des II. von Bayern erbauen konnte, ließ Wagner den Spruch anbringen: „Hier wo mein Wähnen Frieden fand, Wahnfried sei das Haus benannt“.

Sünder zwischen mächtigen Türmen – Die Bayerische Staatsoper mit Donizettis „La Favorite“

25.10.16 (Wolf-Dieter Peter) -
Scheiterndes privates Glück inmitten unmenschlicher Machtstrukturen; Liebende, die erst im Tod zueinander finden – beides ist klassischer Tragödienstoff, auch auf der Opernbühne. Dreizehn Jahre vor Verdis „Traviata“ haben Gaetano Donizetti und eine Autorentrias gezeigt, wie eine „sündig“ liebende Frau in Männersystemen zugrunde geht.

Tatjana Gürbaca macht aus dem Fliegenden Holländer in Antwerpen ein Psychogramm des Wahnsinns

23.10.16 (Joachim Lange) -
Es sind letztlich die Geister, die entscheiden wie eindrucksvoll uns Richard Wagners „Fliegender Holländer“ heute auf die Pelle zu rücken vermag. Wenn die Mannschaft des Geister-Schiffes auf die Rufe der Norweger endlich antwortet, in die geordnete Welt der braven Seeleute einbricht und jede Gewissheit über die Grenze zwischen dem Dies- und dem Jenseits aus den Angeln hebt.

Wie eine Feuerschmiede – Michael Talke zeigt am Theater Bremen mit Rossinis „Barbier von Sevilla“ politisches Theater

23.10.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Wenn in Giacchino Rossinis berühmtester Oper „Il Barbiere di Siviglia“ der intrigante Gesangslehrer Don Basilio seine üble, lebensberatende Verleumdungsarie singt, wenn er mehrfach zu verstehen gibt, dass er für Geld alles macht, wenn Doktor Bartolo meint, nur aus seiner Position heraus sich alles erlauben zu können, wenn der Barbier in dieser Art von Gesellschaft seine unmissverständlichen Geschäfte macht und wenn das arme, aber kluge Mündel Rosina ins Haus eingesperrt ist, dann ist deutlich, wo und wann wir uns befinden: 1816 in einer Zeit, in der jegliche Idee der vergangenen Revolution vorbei ist, und im Gegenteil aus einer freien Gesellschaft eine geworden ist, in der jeder nur noch dem eigenen Vorteil hinterher rennt.

Rettung aus der Spieluhr – Die Oper Frankfurt wagt Flotows Spieloper „Martha“

17.10.16 (Wolf-Dieter Peter) -
„Ich wollte, ich wäre so ein Genie wie Herr von Flotow – schriebe Opern wie Martha und täte so, was – ich eben nicht kann!“ – schrieb Richard Wagner über seinen erfolgreichen Zeitgenossen. Dessen „Martha“ war schon zu Wagners Lebzeiten ein Welterfolg, den Caruso 1906 an der New Yorker Met und auf Schellackplatte noch zwei Jahrzehnte verlängerte. Doch der gut situierte Adelige Friedrich von Flotow floh – im krassen Gegensatz zu Wagner oder Lortzing – nicht nur 1830 und 1848 vor den Revolutionen aus Paris.

Erinnerung mit Nebenwirkungen – Gelungener Saisonstart am Deutschen Nationaltheater Weimar mit Giacomo Puccinis Dauerbrenner „La Bohème“

07.09.14 (Joachim Lange) -
In Giacomo Puccinis Dauerbrenner „La Bohème“ sind die Künste nicht nur brotlos. Zum dauernden Hunger kommt auch noch die Kälte dazu. Die ist so schlimm, dass die vier Freunde nicht nur das Mobiliar verheizen, sondern der Dichter unter ihnen, Rodolfo, dem Ofen sogar ein Manuskript spendiert. Die Leinwände des Malers bleiben nur verschont, weil das zu sehr stinken würde. Mit dem Paris vor der vorletzten Jahrhundertwende als der Stadt der Künste (oder besser der lebenden und darbenden Künstler) ist es also aus der Nähe betrachtet nicht weit her.

DVD-Tipps 2014/06

04.06.14 (Juan Martin Koch) -
Don Ellis – Electric Heart. Ein Film von John Vizzusi. +++ Beware of Mr. Baker. Ein Film von Jay Bulger. +++ Rimsky-Korsakov: The Legend of the Invisible Town of Kitezh. Svetlana Ignatovich, John Daszak u.a.; Orchester und Chor der Nederlandse Opera, Marc Albrecht; Dmitri Tcherniakov (Regie).

Die magische Welt des Gabriel Fauré

18.03.14 (Christoph Schlüren) -
Ist die Rede von Wagner, Verdi, Bruckner, Brahms, Tschaikowsky, Debussy oder Richard Strauss, so haben wir eine ausgeprägte Vorstellung einer künstlerischen Persönlichkeit mit ihren Stärken und Schwächen vor uns, durchtränkt mit tief sitzenden Klischees. Auch das Bild des einsamen Organisten César Franck ist uns vertraut oder des in der Neuen Welt so erfolgreichen böhmischen Metzgersohns Antonín Dvorák. Doch wer war Gabriel Fauré? Was sind seine unverwechselbaren Kennzeichen als öffentliche Erscheinung? Oder war er vielleicht nicht bedeutend genug?

Musikdramatik von Heute – Kirill Petrenko dirigiert erstmals Mussorgskys „Ur-Boris“ in München

18.03.14 (Wolf-Dieter Peter) -
Komplettes Dunkel im Zuschauerraum – der „Eiserne“ fährt hoch – und im dunklen Nebelgewabere ein Blick auf - den Kiewer „Maidan“: zunächst nur die Silhouetten einer helmbewehrten, militärisch wirkenden Miliz, die uns, die „Demokraten“, von den „anderen“ im noch düsteren Hintergrund trennen. Dann kommen sie nach vorne und werden von den Milizen zu dem, wozu sie „gebraucht“ werden, angehalten, gedemütigt und terrorisiert: „Volksmasse“, durch Drogen, kleine Wohltaten, Gewalt und daraus resultierende existentielle Lebensangst dumpf gehalten.

Viel offene Fragen und viel Holz – Bellinis „Norma“ am Theater Chemnitz

10.03.14 (Michael Ernst) -
In Chemnitz wird der Frauentag noch gefeiert – mit „Norma“. Zum Schluss steht dort trotzdem alles in Flammen. Eine Übernahme von der Opera North im englischen Leeds hatte in Sachsen Premiere. Als Hommage an Maria Callas!
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