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Alle Artikel kategorisiert unter »19. Jahrhundert«

Eine Königin am Dresdner Hof…. – Superstar Anna Netrebko begeistert in der Semperoper in Dresden

21.06.20 (Joachim Lange) -
Im Moment sucht wohl jedes Opernhaus nach einer Exit-Strategie aus der Corona-Zwangspause und nach einer weichen Landung in der neuen Realität. Paarweise besetzte Plätze, mit zwei freien Plätzen dazwischen und einer gesperrten Reihe davor und dahinter. wegweisendes Personal, gestrichene Pausen. Irgendwie geht das schon. Die Zuschauer sind hier jedenfalls weit besser auf Distanz zu ihren haushaltsfernen Mitmenschen als im Bau- oder Supermarkt und im Bus oder der Bahn, also nicht das Problem. Auch die reduzierten Einnahmen sind es nicht wirklich. Was normalerweise über die Kasse in den Haushalt der Häuser fließt sichert nur einen kleinen Teil des Budgets.

Wagner ohne Mundschutz – „Das Rheingold“ an der Deutschen Oper Berlin

13.06.20 (Peter P. Pachl) -
Mit dem „Rheingold“ hätte dieser Tage der neue „Ring“-Zyklus der Deutschen Oper Berlin in der Inszenierung von Stefan Herheim eröffnet werden sollen, was durch den Shutdown der vergangenen Monate verhindert wurde. Mit nur zehn Tagen Vorlauf, wie Intendant Dietmar Schwarz betonte (zumal die Genehmigung dafür erst vor zehn Tagen erfolgt sei), wurde eine Open-Air-Produktion des Vorabends des Bühnenfestspiels „Der Ring des Nibelungen“ ins Programm genommen, nicht ersatzweise, sondern zusätzlich – und dies auf einer Fläche, die sich bereits 2014 für Iannis Xenakis’ „Oresteia“ als eine akustisch und dramaturgisch gut bespielbare Location erwiesen hatte: das obere Parkdeck inmitten des Gevierts von Bühne und Werkstätten der Deutschen Oper Berlin.

Unübersehbar #6 – nmz-Streaming-Empfehlungen vom 5.6. bis zum 11.6.2020

04.06.20 (Dirk Wieschollek) -
In der sechsten Folge unserer Autor*innen-Tipps empfehlen wir Übertragungen von den Händel-Festspielen Halle, zu Parsifal an der Stuttgarter Staatsoper, zu Labor Beethoven 2020, dem Salon Picasso des Sinfonieorchesters Basel und dem Prosanova Festival.

Wiederentdeckung eines „wahrhaft Freien“

„Wer aber Ohren und Nerven hat, sich auf echte Musik eines modernen Menschen einzustellen, muß Weihestunden erlebt haben von ungewöhnlich nachhaltigem Eindruck. […] Die Tonsprache […] steht jenseits (wie wir sagen möchten über) der alten strengen Tonalität, sie hat sich von den Fesseln und Formen der kadenzierten großen Linien befreit, sie ist dagegen von neuen und eigenen Gesetzen einer zwar ungewohnten aber gediegenen musikalischen Logik getragen. Eine solche neue Ausdrucksweise war aber nötig, wo es galt, ein uraltes Problem [das Zusammenwirken von Musik und Dichtung] in einer höchst persönlichen und genialen Art zu behandeln.“

Wild lodernde, vollendet beherrschte Formung

12.05.20 (Christoph Schlüren) -
Richard Strauss: Salome, hrsg. von Claudia Heine (Richard Strauss Werke – Kritische Ausgabe). Schott RSW 103-10 +++ Giuseppe Verdi: Messa da Requiem, hrsg. von Marco Uvietta. Bärenreiter BA 7590 +++ Bohuslav Martinu: The Spectre‘s Bride, H 214 I A; Field Mass, H 279, hrsg. von Paul Wingfield (Bohuslav Martinu Complete Edition). Bärenreiter BA 10573-01

Neues von einem Jubilar

25.03.20 (Olaf Adler) -
2020 ist nicht nur ein Beethoven-Jahr – am 17. Februar jährt sich der Geburtstag des großen belgischen Geigers und Komponisten Henri Vieuxtemps zum 200. Mal. Passend dazu ist kürzlich die Konzertfantasie „La Sentimentale“ wiederaufgefunden worden, die er von 1838 bis 1843 regelmäßig auf seinen Konzertreisen spielte, als er schon ein europaweit geachteter Künstler war.

Grand Opéra zwischen Beton und Blumen – Berlioz‘ „Trojaner“ in Kiel

20.03.20 (Arndt Voß) -
Das Theater Kiel hat Erfahrung mit der Grand Opéra, scheut den Aufwand für dieses Genre nicht. In den letzten vier Jahren wurden erfolgreich, wenn auch verstörend Meyerbeers „Hugenotten“ gezeigt, dann 2017 opulent Rossinis „Tell“. Zwei Jahre später folgte mit biederem Anstrich Aubers „Stumme von Portici“, und nun galt die Anstrengung Hector Berlioz mit seinem grandiosen Zweiteiler „Die Trojaner“ (Premiere: 7. März 2020). Es ist ein Werk, das allen Respekt fordert. Das Theater zollte ihn – ehrbar.

Tanz, Geschlechterkampf, Walpurgisnacht: Chemnitz darf sich auf eine phänomenale „Carmen“ freuen

16.03.20 (Roland H. Dippel) -
Am Abend der Generalprobe von Georges Bizets „Carmen“ gab man sich noch zuversichtlich. Die Absage des kompletten Spielbetriebs bis zum 13. April erfolgte am Theater Chemnitz genau 19 Stunden nach deren Ende. Dabei deuteten alle Zeichen auf einen intensiven Abend, dessen Premiere jetzt wegen der Maßnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus verschoben wurde. Attackierender Motor der Generalprobe war der Tenor Gustavo Peña.

Am Ende bricht auch noch der Vesuv aus – Peter Konwitschnys Inszenierung von Aubers „Die Stumme von Portici“ erlebte in Dortmund ihre Geisterpremiere

14.03.20 (Joachim Lange) -
Die Oper Dortmund ist möglicherweise das letzte Haus, das bis auf weiteres eine Neuinszenierung noch zu einem ordentlichen Abschluss gebracht hat, bevor die Türen der Opernhäuser krachend (oder lautlos ganz wie man will) ins Schloss fielen und die verordnete große Entschleunigung den Corona-Angriff auf die Welt abfedern soll. Mal abgesehen von der für sich genommen allein schon opernhaften Form einer Geisterpremiere ohne Publikum, hätte diese Premiere auch ohne Katastrophenambiente einen aparten eigenen Reiz:

Szenisch zu wenig: Vincenzo Bellinis „Norma“ an der Staatsoper Hamburg

12.03.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Nach zum Teil stehenden Ovationen für die Sängerinnen Marina Rebeka und Diana Haller nach der Premiere von Vincenzo Bellinis „Norma“ an der Staatsoper Hamburg gab es Buhrufe für die südkoreanische Regisseurin Yona Kim. Und das nach einer Aufführung, die sich am Ende psychologisch ungemein fokussierte und unter die Haut ging. So stellte sich die Frage nach dem Warum?
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