Coronavirus / Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos kann nach Bolivien zurückkehren


30.05.20 -
Nach zweieinhalb Monaten Quarantäne in der Musikakademie Rheinsberg in Brandenburg können die 25 Musiker*innen des bolivianischen Orquesta Experimental de Instrumentos Nativos (OEIN) am 1. Juni 2020 dank der Anstrengungen des Organisationsteams des Solistenensembles PHOENIX16, des Goethe-Instituts, des Auswärtigen Amts sowie der bolivianischen Botschaft nun endlich ihren Rückflug nach Bolivien antreten.
30.05.2020 - Von PM - Berliner Festspiele, KIZ

Die Künstler*innen sind erleichtert, Ihre Familien und Freund*innen in Bolivien wiederzusehen und danken den Gastgeber*innen und deutschen Behörden.

Das Ensemble war am 10. März 2020 planmäßig in Deutschland eingereist, um zusammen mit dem Berliner Solistenensemble PHØNIX16 das bereits im Frühling 2019 geplante Projekt „Environment“ als Eröffnungsproduktion von MaerzMusik – Festival für Zeitfragen vorzubereiten.

Aufgrund der sich rasch ausbreitenden COVID19-Pandemie mussten kurz darauf sämtliche Konzerte abgesagt werden. Auf die Absage der Veranstaltungen folgten internationale Reisebeschränkungen, der Zusammenbruch des internationalen Flugverkehrs und die Schließung der Grenzen durch die bolivianischen Behörden. Angesichts der Dynamik der Ereignisse gab es für die bolivianischen Musiker*innen keine Möglichkeit mehr, in ihre Heimat zurückzukehren.

Der lange Notaufenthalt der Gruppe, der auf großes internationales Medieninteresse stieß, wurde durch die gemeinsamen Anstrengungen des Solistenensembles PHØNIX16 und der Partnerinstitutionen ermöglicht. Ein Team von drei Personen des Solistenensemble PHØNIX16 übernahm die Betreuung und das Krisenmanagement vor Ort. Die Musikkultur Rheinsberg GmbH beherbergte die Gruppe trotz der Corona-Krise unter Quarantäne-Bedingungen in Abstimmung mit der Gesundheitsbehörde und der Stadtverwaltung in Rheinsberg. Das Festival MaerzMusik der Berliner Festspiele trug die Kosten für die Unterbringung und Verpflegung der Gruppe in Rheinsberg. Das Auswärtige Amt und das Goethe-Institut, die Beauftragten für Kultur und Medien, das Berliner Künstlerprogramm des DAAD, die Ernst von Siemens Musikstiftung, die Musikakademie Rheinsberg und Hellerau – Europäisches Zentrum der Künste Dresden kamen für weitere Kosten während des Notaufenthalts auf.

Während des elfwöchigen Notaufenthalts arbeiteten die Ensembles OEIN und PHØNIX16 intensiv an einer Vielzahl neuer künstlerischer Projekte, darunter Tonaufnahmen des in Berlin und Hellerau geplanten Konzertprogramms, eine Klanginstallation, Filmarbeiten, Video-Porträts der Musiker*innen, die Einstudierung von Werken Stockhausens oder Cages, improvisatorisches Arbeiten sowie an einer Filmdokumentation.

Die engen künstlerischen und wissenschaftlichen Verbindungen, die aufgebaut oder weiterentwickelt wurden, werden in der Zukunft den Beziehungen zwischen Deutschland, Bolivien und ganz Lateinamerika zu Gute kommen.

Im Bereich Berliner Festspiele On Demand sind noch bis zum 31. Mai zwei Filme zu sehen: der Konzertfilm des Ensembles anlässlich seines 40-jährigen Bestehens und ein Kurzfilm über das OEIN mit Einblicken in das Ensemble und seine Arbeit.


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