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Alle Artikel kategorisiert unter »Christoph Gedschold«

Böhmische Dörfer, aber in Farbe! Bedřich Smetanas „Verkaufte Braut“ an der Oper Leipzig

17.06.19 (Joachim Lange) -
Bei Opern der großen Tschechen Bedřich Smetana (1824-1884), Antonín Dvořák (1841- 1904) und Leoš Janáček (1854-1928) ist es schon eine ernsthafte Frage, ob man die überhaupt in einer deutschen Übersetzung spielen sollte. Vor allem Janáček hat viel über das Melodische seiner Muttersprache und deren Nähe zur Musik nachgedacht. An der Oper in Leipzig gibt es die 1866 uraufgeführte „Verkaufte Braut“ jetzt in der ziemlich abgehangenen deutschen Text-Fassung von Max Kalbeck aus dem Jahr der deutschsprachigen Erstaufführung der Oper in Wien 1893. Joachim Lange berichtet.

Der Mond ist aufgegangen …: Antonín Dvořáks „Rusalka“ als Märchenoper an der Oper Leipzig

05.12.17 (Joachim Lange) -
So viel Mond gibt es selten auf der Opernbühne! Aber wenn er schon so inniglich von Rusalka angesungen wird, dann darf er auch groß und funkelnd dicht überm Horizont vorüberziehen und leuchten. Kann sein, dass es Charon persönlich ist, der ihn da auf seinem Kahn befördert. Ein Pluto-Mond ist sogar nach dem mythischen Fährmann benannt. Ein bisserl merkwürdig fremd sieht der Mond schon aus mit seinen Lichtpixeln. Aber egal, denn wir sind sowieso im Es-war-einmal-Land. Da kann alles Mögliche passieren, ohne dass es einen Faktencheck überstehen muss.

„Deine Lagermadonna!“ – Weinbergs „Die Passagierin“ an der Semperoper

06.07.17 (Roland H. Dippel) -
Zum Spielzeitende holt die Semperoper aus Frankfurt die beachtliche Produktion von „Die Passagierin“ in der durch ihre Sensibilität beeindruckenden Inszenierung Anselm Webers, dort künstlerischer Geschäftsführer des Schauspiels ab 2017/18. Ein weiteres Mal bestätigt sich nach der postumen szenischen Uraufführung in Bregenz 2010 die innere Kraft, der musikalische Tiefgang und das ethische Potenzial der letzten Oper des Schostakowitsch- Protegés Mieczyslaw Weinberg (1919-1996) nach dem Roman der bei der Premiere anwesenden Autorin Posmysz: Zeitgeschichte mit humanistischem Format und ein Ja zum Leben noch in den allertiefsten Abgründen.

Den Wald gibt es schon wieder nicht – Webers „Der Freischütz“ an der Leipziger Oper

05.03.17 (Roland H. Dippel) -
Die letzte Produktion von Webers „Der Freischütz“ an der Oper Leipzig hatte wenig Glück, bemängelt wurden an der Inszenierung von Guy Joosten zu viel „Schlachthaus“ und „Rotlichtmilieu“. Für die Neuproduktion verspricht die Oper Leipzig jetzt Naturromantik, Liebesromantik, Schauerromantik – versetzt ist dieser Prüfstein der Musiktheater-Regie von „kurz nach Beendigung des dreißigjährigen Kriegs“ beim Textdichter Friedrich Kind in das Jahr 1919, nach dem ersten Weltkrieg. Christian von Götz, mehrfach von der Zeitschrift „Opernwelt“ für Auszeichnungen nominiert, nennt als ihn umtreibende Zentralaspekte „Hexensabbat“, „Teufelspakt als Phantasieprodukt“ und „Dreieckverhältnis“.

Eine Schwalbe macht noch keinen Nach(t)krieg – Einakter von Blacher an der Oper Leipzig

13.10.15 (Michael Ernst) -
1948 hatten die Menschen sicherlich anderes im Sinn, als sich mit experimenteller Oper zu beschäftigen. 2015 könnte die Zeit reif sein, den Ursachen für die seinerzeit so gründlich missratene Uraufführung von Boris Blachers Einakter „Die Nachtschwalbe“ auf den Grund zu gehen. Es soll damals einen ähnlich heftigen Opernskandal wie 18 Jahre zuvor bei Brecht/Weills „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ gegeben haben.

Triumph des Überlebenswillens – Weinbergs „Die Passagierin“ an der Oper Frankfurt

03.03.15 (Wolf-Dieter Peter) -
Leni Riefenstahls Filmbilder von den kurzlebigen Triumphen des Nationalsozialismus mögen noch so gelungen sein – an der Frankfurter Oper bestätigte sich erneut, dass der Triumph erlebter Befreiung größer und bewegender ist. „Wir haben gewonnen!“ - der Finalsatz aus Roberto Benignis Film „Das Leben ist schön“ stand virtuell über der Bühne, als die 92-jährige Auschwitz-Überlebende Zofia Posmysz „neben sich“, sprich: ihrer Bühnenfigur stand und über alle Bravostürme hinaus sich das Publikum zu Ehrenovation erhob. Erneut hatte zuvor in Mieczyslaw Weinbergs Musikdrama „Die Passagierin“ große Kunst über grausige Realität triumphiert.

Tiefenpsychologische Selenreise: Carl Maria von Webers „Euryanthe“ in Karlsruhe

18.06.10 (Andreas Hauff) -
Carl Maria von Webers „Euryanthe“ auf der Bühne – kann das gut gehen? Folgt man dem einschlägigen Urteil der Fachleute, natürlich nicht. Fast überall ist zu lesen, We-bers Oper sei voller musikalischer Kostbarkeiten, aber dank ihres krausen Textbuches völlig ungeeignet für das Theater. Der arme Weber sei zum Opfer seiner dilettantischen Librettistin Helmina von Chézy geworden.

Musikalisch rehabilitiert, szenisch verschenkt: Donizettis „Dom Sébastien“ in Nürnberg

04.05.09 (Juan Martin Koch) -
Trotz mancher Erfolgsstücke hat es die französische „Grand Opéra“ in Deutschland traditionell schwer gehabt. Mit Wagner als Gewährsmann konnte man getrost an den Monumentalschinken eines Meyerbeer oder Halévy herumnörgeln. Entsprechend selten stehen sie bis heute auf den Spielplänen, was ein Überprüfen der ererbten Werturteile erschwert.
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