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Alle Artikel kategorisiert unter »Günther Groissböck«

Fulminant, überbordend, witzig – „Die Meistersinger von Nürnberg“ bei den Bayreuther Festspielen

28.07.19 (Peter P. Pachl) -
Spannend zu erleben, wie es in Bayreuth Inszenierungen gibt, die auf den ersten Blick Interesse auf Vertiefung machen, sich dann aber als wenig sinnerhellend herausstellen, andere hingegen, die von Jahr zu Jahr im Sinne der Weiterarbeit, der Idee der „Werkstatt Bayreuth“ folgend, wachsen und reifen. Die Abfolge der Premieren „Lohengrin“ und „Die Meistersinger von Nürnberg“, obendrein mit identischer Besetzung in den Hauptpartien von Sopran und Tenor, ist ein Beispiel für ein sich weiter verdichtendes, an Witz und Spannung nicht abnehmendes Kunstwerk des Tertiärschemas im Kreativprozess des Musiktheaters. Peter P. Pachl analysiert.

Trash-Opulenz – Smetanas „Verkaufte Braut“ an der Bayerischen Staatsoper

24.12.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Bedřich Smetanas erst in deutschen Opernhäusern höchst erfolgreiche Komische Oper beinhaltet viel ernste Konflikte: ein verstoßener Erstgeborener, der als Knecht in der Fremde schuftet; ein fesches Bauernmädel, das mit dem zwischenmenschlich zunächst hilflosen, daher stotternden Zweitgeborenen verheiratet werden soll, aber den vermeintlichen Knecht tiefinnig liebt; patriarchalisch fixierte Väter; eine intrigant planende Mutter; ein gewieft auf seine Prämie hinarbeitender Protz von Heiratsvermittler; das lärmende Elend eines Wanderzirkus – alles nur eine Gaudi?

Schwarzer Humor, laut belacht – Die „Meistersinger“ bei den Bayreuther Festspielen aufpoliert

29.07.18 (Peter P. Pachl) -
Durch einen Einblick in die quirlige Selbstdarstellung Wagners im Haus Wahnfried, mit Salon-Weihfestspielen noch vor Eröffnung des Festspielhauses, hatte Barrie Koskys Inszenierung der „Meistersinger von Nürnberg“ im Vorjahr mit viel Witz das Publikum im Sturm erobert, so dass die in den nachfolgenden Aufzügen erfolgende Aufarbeitung von Judenpogrom und Nürnberger Prozessen als schwarzer Humor in Kauf genommen wurden.

In Schönheit erstrahlt – „Parsifal“ bei den Bayreuther Festspielen

27.07.18 (Peter P. Pachl) -
Vom Premierenabend zur ersten Reprise des Premierenzyklus ist ein erstaunlicher Qualitätssprung zu verzeichnen: das am ersten Abend nur erhoffte Wunder stellte sich nun ein: in teilweise neuer Besetzung, insbesondere aber mit Semyon Bychkov als Dirigent, erlebt die „Parsifal“-Produktion den Aufschwung zu einem echten Festspielerlebnis.

Bayreuther Festspiele: „Rheingold“ variationenreich von Frank Castorf überarbeitet

30.07.17 (Peter P. Pachl) -
Während die im Wagner-Jubiläumsjahr 2013 besonders diskrepant aufgenommene Inszenierung „Der Ring des Nibelungen“ von Frank Castorf in den vergangenen beiden Sommern offenbar von seinem Assistenten in Schwung gehalten wurde, aber außer der kontinuierlichen Vermehrung junger Krokodile im „Siegfried“ kaum deutliche Aspekte der „Werkstatt Bayreuth“ aufwies, hat der Regisseur jetzt, nach Beendigung seiner Intendanz an der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, sich für die letztmalige Wiederholung in Bayreuth erneut gründlich Probenzeit genommen und Modifikationen erarbeitet.

Sängerfest zum Dumpingpreis: „Parsifal“ bei den Bayreuther Festspielen

28.07.17 (Peter P. Pachl) -
Der dritte Festspielabend in Bayreuth brachte ein deutliches Primat der Musik. Bereichert um einige treffliche Neubesetzungen, wurde die „Parsifal“-Premiere zu einem umjubelten Sängerfest, wohingegen Uwe Eric Laufenbergs Inszenierung auch im zweiten Jahr wenig Erhellendes bringt und seine Zitate aus vorhergehenden Inszenierungen letzteren Eindruck noch verstärken.

Von der Villa Wahnfried zu den Nürnberger Prozessen: Barrie Koskys „Meistersinger“-Inszenierung eröffnete den Bayreuther Premierenreigen

26.07.17 (Peter P. Pachl) -
Als „erster jüdischer Regisseur in Bayreuth“, so Barrie Kosky, hatte er sich zunächst nur schwer dazu durchringen können, „Die Meistersinger von Nürnberg“ zu inszenieren. Dann aber hatte der Chef der Berliner Komischen Oper einen sehr originellen Interpretationsansatz gefunden, von Wagners Salon-Weihfestspielen in der Villa Wahnfried bis zu den Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozessen. Das witzige, bisweilen optisch verstörende Konzept, musikalisch gestützt durch eine überaus eigenwillige Interpretation von Philippe Jordan, machte den offiziellen Eröffnungsabend der Bayreuther Festspiele zu einem gefeierten Triumph.

In teilweise neuen Besetzungen und mit neuem Dirigenten: „Das Rheingold“ in Bayreuth

27.07.16 (Peter P. Pachl) -
Die im Wagner-Jubiläumsjahr 2013 besonders diskrepant aufgenommene Inszenierung des „Ring des Nibelungen“ durch Frank Castorf wartet in ihrem vierten Jahr mit einer Reihe von Veränderungen auf – leider kaum zum Vorteil für den „Rheingold“-Auftakt.

Ist ein Traum und kann wirklich sein … – Bei den Salzburger Festspielen präsentieren Regie Altmeister Harry Kupfer und Franz Welser-Möst einen „Rosenkavalier“ der begeistert

06.08.14 (Joachim Lange) -
Erst hatte Franz Welser-Möst genug vom expandierenden Festspielzirkus. Festspielintendant Alexander Pereira hält damit in Salzburg ja bekanntlich nicht bis ans Ende seines Vertrages durch. Er wechselt vorzeitig nach Mailand an die Scala, ist aber auch da schon wieder ebenfalls vorzeitig gekündigt worden. Den Italienern war es einfach zu dreist, dass er mit ihrem Budget seinem vorherigen Arbeitgeber Produktionen abkaufen wollte, um die dort entstandenen Lücken zu schließen …

Nostalgische Leberkäs- und Weißwursthölle – Andreas Homoki inszeniert Wagners „Lohengrin“ an der Wiener Staatsoper

14.04.14 (Frieder Reininghaus) -
Will ein Intendant eines der maßgeblichen europäischen Opernhäuser einen in seiner Liga spielenden Kollegen zu einer Gastinszenierung einladen, ist die Auswahl nicht mehr allzu groß. Die meisten Kapitäne der großen Musiktheaterdampfer sind mehr oder minder begnadete Verwaltungsprofis – in Wien wie in Paris, Brüssel, London, Madrid oder an der Deutschen Oper Berlin, aber auch in den Container-Transportern von Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Essen, Hannover, Karlsruhe oder Antwerpen (Simone Young in Hamburg ist zugleich GMD und Intendantin, mithin eine wirkliche Ausnahme).
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