Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Klangforum Wien«

Der Stachel fehlt – Abtauchen bei den Donaueschinger Musiktagen 2019

22.10.19 (Georg Rudiger) -
So viele Terzen und Sexten, so viele Dur- und Mollakkorde wie in diesem Jahr waren vielleicht noch nie zu hören auf diesem Avantgarde-Festival. Jedenfalls geht es im Jahr 2019 mehr um Musik als um Konzepte, mehr um das Hören als um das Nachdenken, mehr um die Vergangenheit als um die Zukunft. Unserem Kritiker Georg Rudiger fehlte da gleichwohl ein wenig der musikalisch-politische Stachel.

Wir müssen reden !

27.02.19 (Rainer Nonnenmann) -
Experimentelle Konzepte der Produktion, Präsentation und Rezeption gehören zum Selbstverständnis neuer Musik, die sich durch kritische Selbstbefragung ihrer Innovationskraft und gesellschaftlichen Bedeutung versichert. Systembedingte Krisensymptome zeigen sich jedoch, wo nicht erst probiert, gefiltert, revidiert und optimiert wird, sondern dem Innovations-, Effizienz- und Finanzdruck gehorchend – Honorar gibt es nur für gelieferte Uraufführungen – halbfertige Prototypen veröffentlicht werden und immer mehr Musikschaffende und -veranstaltende der spezifischen Eigenart und Wirkungsmacht des Klingenden misstrauen. Sie setzen stattdessen auf Bilder, Filme, Games, Wörter, deren angeblich größere soziale Relevanz man mehr reklamiert als ästhetisch realisiert. Der Reflex auf die Beziehungskrise zwischen Komponierenden, Musik, Publikum und Gesellschaft lautet immer häufiger: Wir müssen reden!

Plädoyer für Live-Konzerte: Beat Furrer erhielt den Ernst-von-Siemens-Musikpreis 2018

05.05.18 (Roland H. Dippel) -
Aktuell fördert die Ernst-von-Siemens-Stiftung 115 ausgewählte Projektanträge mit einer Summe von 3,5 Mio. Euro. Am 3. Mai erhielt der österreichisch-schweizerische Komponist Beat Furrer im Prinzregententheater München den mit 250.000 Euro dotierten Ernst-von-Siemens-Musikpreis und trat selbst ans Pult des von ihm gegründeten Klangforum Wien. Die drei mit je 35.000 Euro dotierten Komponisten-Förderpreise gingen an Clara Iannotta, Oriol Saladrigues und Timothy McCormack.

Rituale ohne Dogmen: Die 50. Wittener Tage für Neue Kammermusik

01.05.18 (Stefan Pieper) -
„In Räumen sein, wo noch nie jemand war“, so formulierte der Klarinettist Jörg Widmann jenen Idealzustand der ästhetischen Belebung, welche bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik seit nunmehr fünf Jahrzehnten Programm ist. So etwas wollen regelmäßig die angereisten Protagonisten herbeiführen und dafür reist eine internationale Zuhörerschaft an. Im Jahr 1969 wurde das Wittener Festival in seiner heutigen Form geboren. Einen verlässlichen Rahmen liefert hier der Westdeutsche Rundfunk, der sich in einer Zeit einklinkte, in der die Sicherstellung öffentlicher Bildungsaufträge auch für „Minderheiten“ noch ein Kerngeschäft war. In Witten lebt so etwas fort. Also wurde auch am Festivalwochenende 2018 abendfüllend Neue Musik in den Äther gestrahlt.

Parsifals Mondfahrt – Jonathan Meeses Inszenierung von Bernhard Langs „Mondparsifal“ in Berlin

20.10.17 (Peter P. Pachl) -
Angesichts der Tatsache, dass die Absage von Jonathan Meeses in Bayreuth geplanter Inszenierung des „Parsifal“ mit deren finanziellem Aufwand begründet wurde, erscheint die Tatsache, dass dieses Projekt jetzt für je drei Aufführungen in Wien und Berlin – u. a. unterstützt vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, den Wiener Festwochen im Verbund mit den Berliner Festspielen, den Medienpartnern ARTE, Berlinartlink, Monopol, Tagesspiegel, Wall und der York Kinogruppe, sowie eine Reihe weiterer potenter Sponsoren – ohne finanzielle Abstriche finanziert werden konnte, gleichermaßen erstaunlich wie verwunderlich.

Die Donaueschinger Musiktage 2016

Auch 2016 begleitete nmzMedia wieder die Donaueschinger Musiktage mit täglich aktuellen Blogvideos. Im Anschluss entstand diese zusammenfassende Dokumentation aus dem Material dieser vier Filme. Proben und Aufführungen, Installationen und Konzerte, Gespräche, Interviews und viel Atmosphäre rund um das wohl einflussreichste Festival für zeitgenössische Musik.

Donaueschinger Musiktage 2016 – Samstag: „Words and Voices“

Der filmische Querschnitt durch den zweiten Festivaltag in Donaueschingen stellt unter anderem Rebecca Saunders’ Werk „Skin“ für Sopran und 13 Instrumente vor. Neben Texten von Beckett und Joyce verwendet die Komponistin in diesem Stück zum ersten Mal auch selbst verfasste Textpassagen.

Donaueschinger Musiktage 2016 – Donnerstag: “Perception”

Wie nehmen wir Musik wahr und in welcher Weise lassen wir uns auf sie ein? Zwischen Verführung und kritischer Reflexion liegt auch in der zeitgenössischen Musik das Spannungsfeld.

Mit bewährtem Werkzeug operiert – Brechts und Weills „Dreigroschenoper“ im Theater an der Wien

14.01.16 (Frieder Reininghaus) -
Seit zehn Jahren wird das Theater an der Wien – im späten 20. Jahrhundert zum Musical-Theater umgewidmet – wieder als Opernhaus bespielt. Das Jubiläum wird unter anderem mit festlichen Konzerten begangen (wiewohl der Haupt-Festdirigent Nikolaus Harnoncourt altersbedingt nicht mehr zur Verfügung steht), mit einer Erinnerung an den im Vorgängerhaus uraufgeführten „Fidelio“ und mit jener Anti-Oper, die Bertolt Brecht und Kurt Weill 1928 über Nacht grenzüberschreitend berühmt machte. Die „Dreigroschenoper“ traf Ende der Berliner Zwanziger Jahre den Nerv der Zeit, indem sie John Gays und John Christopher Pepuschs akkurat zweihundert Jahre zuvor entstandene Beggar’s Opera adaptierte und die urbanen Zustände thematisierte: Dickicht und Unwirtlichkeit der Städte, organisierte Straßenbettelei, Kriminalität, Prostitution, Korruption sowie die segensreiche Entfaltung des Bankenwesens.

Besinnlich, kontemplativer Seniorenspielplatz – Achim Freyer bebildert Sciarrinos „Luci mie traditrici“ für die Wiener Festwochen

18.05.15 (Frieder Reininghaus) -
La Malaspina ist schon da, bevor die Erörterung der Beziehungstragödie zu scharren beginnt. Stumm steht Anna Radziejewska im Halbdunkel und schweigt. Sie ist fixiert in einem am Körper anliegenden Gitter auf einer in halber Bühnenhöhe schwebenden Plattform. Diese Königin der Nacht harrt der formschönen und zugleich abgründigen Dinge, die auf sie zukommen und sie in ihrem letzten Stündlein begleiten werden. Der matte Schein der liegenden Mondsichel wechselt mit dem gleißenden Licht, das sich auf einen Präsentationsblock unten im Orchestergraben richtet. Auf ihm und um ihn herum zeigt sich zu diskretem Gemurmel das seit vielen Jahren bewährte Personal und so manche Requisite des Freyerschen Theatermachens.
Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: