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Alle Artikel kategorisiert unter »Kurz-Schluss«

Theos Kurz-Schluss: Wie ich einmal dazu beitragen wollte, einer staatstragenden Partei bei einer Personalentscheidung zu helfen

27.11.20 (Theo Geißler) -
Aktuell leben wir in einer Zeit zahlloser Unwägbarkeiten. Dieser Zustand ist zunehmend unerträglich. Wird der FC Bayern wieder Deutscher Fußballmeister? Gewinnt Til Schweiger endlich einen Oscar? Schafft es Volkswagen, die technischen Daten des UrKäfers mit seinen Elektromodellen ohne Betrugssoftware zu übertreffen? Und ausgerechnet in dieser Situation – nur drei Schockbeispiele von vielen – stürzt uns auch noch eine politische Partei, die sonst immer als Garant geistiger, körperlicher und seelischer Stabilität galt, in den Orkus zweifelzerätzter Zukunftsangst. Wer wird künftig die Christlich Demokratische Union (CDU) in die Post-Merkel-Ära führen? [Vorabdruck aus Politik und Kultur 2020/12]

Kurz-Schluss: Wie ich einmal an einer gemeinsamen Zoomkonferenz des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und Steuerberater teilzunehmen versuchte

28.10.20 (Theo Geißler) -
Trüber Herbsttag, Nebel über der Donau, fieser Nieselregen zwischendurch. Eigentlich sollte mir solches Wetter gefallen. Schließlich sitze ich naturfern im Homeoffice. In guter Reichweite ein bereits halb geleertes Fläschchen feinen Rotspons aus dem Ahrtal, selbstverständlich samt Kelch. Vor mir der brandneue gecurvte 90-Zoll-Bildschirm, rasant gespeist über ein frisch verlegtes Glasfaserkabel. Auf dem Schirm zähle ich an die 90 briefmarkengroße Bewegtbildchen. Ich befinde mich als Gast in einer mit hochbedeutsamen Entscheiderinnen und Entscheidern gespeisten Zoomkonferenz der „Vereinigung Deutscher Kulturstifter*innen und Steuerberater*innen“, bereichert durch Vertreterinnen und Vertreter der politischen Parteien und drei sogenannten Betroffenen. [Vorabdruck aus Politik & Kultur 2020/11]

Das Letzte 10/2020: Theo Geißler im Labyrinth der Werturteile

27.09.20 (Theo Geißler) -
Wie ich mich einmal gründlich irrte und bis heute aus dem Labyrinth der wahren Werte und Fehlurteile nicht mehr herausfinde. Von Theo Geißler. [Vorabdruck aus der Zeitung des Deutschen Kulturrates, Politik & Kultur 2020/10]

Theos Kurz-Schluss – Wie ich einmal einiges in Sachen „Political Correctness“ leisten durfte – und die Folgen am eigenen Leib erfuhr

26.08.20 (Theo Geißler) -
Manchmal ist es gar nicht so übel, geradezu materiell rettend, wenn einen scheint’s abgehakte alte Geschichten einholen: Vor Jahren durfte ich im Beirat einer kleineren deutschen Musikhochschule angesichts meiner bescheidenen Kompetenz überraschenderweise Sitz einnehmen und Stimme erheben. Letzteres tat ich sparsam. Allerdings gab es eine Aufgabe, die mich dann doch etwas lautstärker werden ließ. Es ging darum, die in normal verquastem Juristen-Mittel-Neuhochdeutsch verfasste etwa 20-seitige Satzung dieses Institutes „durchzugendern“, das hieß: die dominant machomäßigen männlichen Formulierungen unter den scharfen Augen der Frauenbeauftragten durch wenigstens „geschlechtsneutrale“ zu ersetzen. [Vorab aus Politik & Kultur 2020/09]

Kurz-Schluss – Wie ich einmal über meine vermeintlich überlegene Kompetenz stolperte und einen Bildschirm verlor ...

28.06.20 (Theo Geißler) -
Auch meine Karriere als Nachtwächter auf dem weitgehend verödeten Gelände des Bayerischen Rundfunks in München-Freimann (Näheres: P&K 6/20) endete rasch. Trotz mehrfacher Übermittlung meiner Kontodaten und einschlägiger Drohbriefe an die Intendanz des Senders („unbekannt verzogen“) und das bayerische Kultusministerium („verbitten uns bei Strafandrohung weitere Belästigungen“) fühlte sich für die Besoldung meiner Dienstleistungen keine der ursprünglich auftraggebenden Instanzen verantwortlich. Existenziell rettende Ideen fand ich dann in meiner Lieblings-Postille, der „Brezel-Umschau“ – einer Konditoren-Fachzeitschrift. Hier wurde ausführlich die bürgerfreundlich abgeschirmte Schutz- und Kommunikationsfunktion der sogenannten Corona-Warn-App beschrieben – mit zahlreichen weiterführenden Links und Hinweisen für distanzsichernde Thekenbewirtschaftung.

Kurz-Schluss: Wie ich einmal einer Abschiebung entkam, um die nächste irrtümlicherweise zu erleben

28.05.20 (Theo Geiẞler) -
Gewiss entsinnen Sie sich der Schilderung meiner verzweifelten Situation in der vergangenen Ausgabe unserer Kulturzeitschrift: Ich hatte meine Dienste als Quereinsteiger-Hilfslehrer von Herzen sozial engagiert dem Kultusministerium angedient – und war im Kittchen gelandet. Völlig zu Unrecht wegen angeblich verschwiegener Inkompetenz und offensichtlicher Versuche, meine Schülerinnen und Schüler linksradikal zu indoktrinieren. Beides natürlich totaler Quatsch. Ich hatte mit meinem Unterricht noch gar nicht begonnen, als ich von einer Rotte rechtsnational verdorbener Glatzen in den üblichen „sozialen“ Netzen aufs Übelste geshitstormed und dank Fake News via Twitter und Instagram unter jeder Gürtellinie verleumdet wurde. Kurz vor der Abschiebung trotz deutscher Staatsbürgerschaft in ein ungarisches Grenzlager – „innerhalb der EU aus Kostengründen durchaus üblich“, so der Staatsanwalt – erhielt ich noch mal die Chance, meine Kompetenz und Harmlosigkeit als des Deutschen mächtiger Altpädagoge unter Beweis zu stellen.

Kurz-Schluss – Wie ich einmal als Quereinstiegs-Lehrer wirklich helfen wollte und ins Kittchen geriet

27.04.20 (Theo Geißler) -
Es ist schon fast wieder komisch, was einem so alles widerfährt, wenn man im hochseriösen redaktionellen Umfeld einer glaubwürdigen Kulturzeitschrift gewissermaßen der Hofnarr ist, zuständig für ein wenig Fun und viel Fake: Etliche Menschen haben mein Glösschen in der Ausgabe 4/20 unserer geschätzten PuK wohl allzu ernst genommen. Jedenfalls erhielt ich mit Hinweis auf meine angebliche Börsenkompetenz – gelogen wie gedruckt – an die 20 mehr oder weniger eindeutige Partnerschafts- und Heiratsangebote jedweden Geschlechtes. Ich antwortete natürlich sehr freundlich, aber ablehnend, obwohl da schon zwei, drei Sahneschnitten jedweden Geschlechtes dabei waren. Na ja, das Alter …

Kurz-Schluss: Wie mir in einer mittlerweile sattsam bekannten Situation der Isolation Bruchstücke meines Werdegangs ins Gedächtnis rieselten

27.03.20 (Theo Geißler) -
Wer, wie ich, in den späten Vierzigern des vergangenen Jahrhunderts von einem Mischlings-Ehepaar – Vater Sachse, Mutter Berlinerin – beide auch noch evangelisch – als Geburtsort eine bäuerlich christsoziale oberbayerische Gemeinde zugewiesen bekam, hat ein abenteuerliches Leben vor sich. Ich überspringe frühe eigentlich charakterfestigende, prägende Vorschuljahre und entsinne mich meiner ersten Flucht: Aus der ersten Zwergschul-Klasse im Rahmen der Einschulung. Alle 50 oder 60 Mitschülerinnen und Mitschüler präsentierten stolz ihre prächtigen Schultüten. Ich konnte nur – selbst gewähltes Elend – eine Plastikkamera im Streichholzschachtel-Format vorweisen, die statt eines belichtbaren Films beim Durchgucken zwölf kleine bunte Ansichten der reizvollen landschaftlichen Umgebung präsentierte. Was für eine Schmach. Wie der Blitz flitzte ich ins Freie, um von der überlichtschnellen Lehrerin – schwupps – eingefangen zu werden. Viel später besuchte ich, vermutlich um diese Scharte auszuwetzen, die Münchener Hochschule für Fernsehen und Film …

Theos Kurz-Schluss – Wie ich einmal auf der Suche nach Werten vom Wertewandel in den Börsenwert und zurück auf den Allerwertesten geschleudert wurde

24.02.20 (Theo Geißler) -
Vorsicht, diesmal wird’s ein bisserl ernster hier: Vor ein paar Tagen ertappte ich bei einem Spaziergang meinen elfjährigen Enkel dabei, wie er – glaubte ich – Steinchen in den Wald warf. Glaubte ich, denn bei näherem Hinsehen stellte ich fest, dass er aus seinen prall gefüllten Hosentaschen Ein- und Zwei-Cent-Münzen kramte und, so weit es ging, wegwarf. Gutgläubig wie ich nun mal bin, fragte ich ihn, ob er Geld säe, damit es ordentlich wachse (nicht ohne gleich eine Minipredigt anzuschließen, dass dies ein ziemlich hoffnungsloser Weg zum Reichtum sei). „So ein Schmarrn, Opa – glaubst, ich bin doof?“, antwortete er, nicht ohne mit dem Finger an die Stirn zu tippen. „Ich hab nur mein Sparschwein ausgemistet, damit mehr Platz für Silbergeld und Scheine bleibt.“ „In Dänemark“, fügte er weise hinzu, „ist dieser Kupferschrott schon gar nix mehr wert. Außerdem könntest du mein Handy mal für Apple-Pay freischalten, du hast doch eine Kreditkarte.“ Mir lag zwar eine Moralpredigt samt Schimpfkanonade auf der Zunge. Im Wissen, noch nie ein guter Pädagoge gewesen zu sein, entschloss ich mich zu einer Art Moratorium. Ich bot meinem Enkel an, mir den „Kupferschrott“ auszuhändigen mit der Zusage, ihn in Euro-Münzen (selbstverständlich samt Aufrundung) umzutauschen.

Kurz-Schluss: Wie ich einmal in Schlangenlinien durch die Bildungspolitik raste und fast bei den Identitären gelandet wäre

29.01.20 (Theo Geißler) -
Das Letzte 2020/02: Ausnahmsweise starte ich diese üblicherweise schräge Fake-Text-Rubrik mal mit einer kurzen Story aus dem wirklichen Leben: Berlin, Machnower Straße, Bushaltestelle gegenüber eines Gymnasiums. Im Hintergrund die Front einiger Häuser, gebaut um die beginnenden 1900er Jahre. Davor ein gemauerter Ein- oder Ausstieg, versiegelt von einem Gitter mit der verschrammten Randaufschrift „Luftschutz“.
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