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Alle Artikel kategorisiert unter »Mathias Hausmann«

Euro-„Tannhäuser“ nun auch in Leipzig oder: Der Venusberg steht Kopf

19.03.18 (Michael Ernst) -
Geplant war ein Original von Katharina Wagner, gekommen ist eine Kopie von Calixto Bieito. Das sorgte – trotz blassen Klangs – für Grabenkämpfe beim Publikum. So ratlos ging man selten in die Pausen. Mehr unentschieden denn zerrissen verließ man kaum je ein Haus. „Tannhäuser“ in Leipzig, eine Neuproduktion von Katharina Wagner war vorgesehen und wurde beizeiten „aus organisatorischen Gründen“ abgesagt. Was hätte die Urenkelin des Komponisten in dessen Geburtsstadt aus dem „Sängerkrieg auf Wartburg“ wohl gemacht? Wir wissen es nicht – und sahen statt dessen die Übernahme der 2015/16 in Gent/Antwerpen herausgekommenen Produktion des Katalanen Calixto Bieito, die nun – nach weiteren Stationen in Venedig und Bern – ihre Deutschland-Premiere beging

Theatralischer Fehlschuss – Lortzings „Wildschütz“ am Münchner Gärtnerplatztheater

21.01.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Wenn 1842 in Albert Lortzings Spieloper „Der Wildschütz“ ein vom Grafen wie ein Domestik gehaltener und von den Menschen des Ortes halb bespöttelter, halb als Autorität anerkannter Dorfschullehrer 5000 Taler bekommt und singt „…nun auf einmal Kapitalist“ – dann hatte das im Umfeld von Industrialisierung im Manchester-Stil und Standesgesellschaft kritisch eindeutigen Hintersinn: sechs Jahre vor der Revolution von 1848. Davon war in der Münchner Neuinszenierung nichts zu erahnen.

Im Labyrinth der Macht – Die Oper Leipzig beginnt die neue Spielzeit mit Verdis „Don Carlo“

02.10.17 (Joachim Lange) -
Nach Braunschweig jetzt auch Leipzig: Giuseppe Verdis „Don Carlo“ passt einfach zur Spielzeiteröffnung. Man kriegt Schiller und Verdi an einem Abend. Also große Gefühle, große Politik - von allem etwas. In Leipzig hat man sich jetzt für die italienische Mailänder Fassung von 1884, also die vieraktige ohne den Akt in Fontainbleau, entschieden. Damit bleibt der Abend zwar unter der Grand-Opera Überlänge, aber auf dreieinhalb Stunden brutto kommt er trotzdem. Da hätte man die Vorgeschichte in Frankreich ruhig auch noch spielen können.

Die unbesungene Heldin singt – Münchens Gärtnerplatztheater ehrt „Frau Schindler“ mit einer Uraufführung

10.03.17 (Wolf-Dieter Peter) -
„Wir Frauen waren immer das Rückgrat und die Nachhut eines jeden gottverdammten Kriegs“ stärkt eine zweite starke Frau der Titelheldin der neuen Oper den Rücken – treffend, einen Abend nach dem Internationalen Frauentag und im historisch kritischen Blick auf die Ehefrau Oskar Schindlers. Dessen Rettung von 1200 Juden vor der NS-Vernichtungsmaschine wurde im Film „Schindlers Liste“ ein Denkmal gesetzt. In Steven Spielbergs tief beeindruckendem Meisterwerk kommt Ehefrau Emilie wenig mehr als vier Minuten vor – das will ein US-Team mit einer Oper ändern.

Bizet beeindruckt auch vor „Carmen“ – Münchens Gärtnerplatztheater wagt „Les Pêcheurs de Perles“

19.01.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Das stellt TV-Krimis in den Schatten: Das Liebespaar stirbt auf dem Scheiterhaufen; oder: der enttäuschte Dritte begeht Selbstmord; oder: die Liebende tötet sich zwischen beiden Männern; oder: der enttäuschte Dritte wird von seinen Gefolgsleuten erstochen; oder: der Oberpriester erdolcht den störenden Dritten… alles in Bizets „Perlenfischern“!?

Überwiegend heiter – Figaro in Leipzig

16.11.15 (Joachim Lange) -
In der neuen Leipziger „Le nozze di Figaro“-Produktion bleiben Susanna und Figaro die Beziehungsoptimisten, meint unser Kritiker Joachim Lange.

Amerikanische Schmetterlingsjagd à la Puccini – Oper Leipzig wagt sich erneut an „Madama Butterfly“

18.03.15 (Michael Ernst) -
Nagasaki und die USA, das ist nicht erst seit dem Atombombenverbrechen vom August 1945 Ausdruck einer selbstgerecht rücksichtslosen Politik. Schon gut ein halbes Jahrhundert zuvor war die erzwungene Öffnung japanischer Häfen und Handelswege der schlechte Beweis von imperialem Gehabe. Aus dieser Zeit stammt die Vorlage für Giacomo Puccinis 1904 uraufgeführter Oper „Madama Butterfly“, deren Aktualität bis heute kaum durch irgendwelche Inszenierungstricks hervorgehoben werden muss.
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