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Alle Artikel kategorisiert unter »Musik und Politik«

Ästhetischer Aktionismus

07.02.18 (Anna Schürmer) -
In den 1960er-Jahren waren sich die gesellschaftlichen und die ästhetischen Avantgarden nahe wie nie – es kam zu einem charakteristischen ‚Querstand‘ von Kunst und Politik: In der kontrapunktischen Musiklehre zählt der Querstand zu den ‚verbotenen‘ Fortschreitungen einer Einzelstimme, die Reibungen in der kollektiven Harmonie erzeugen. Diese Dissonanz berührt den ‚querständigen‘ Geist, der durch die konfliktreiche Dekade mit ihrem chiffregewordenen Symboljahr ‚1968‘ spukte und sich auch klingend bemerkbar machte: „Unter der Gunst zeitpolitischer Vermittlungen und Kontaktsprünge“, so bemerkte Ulrich Dibelius, „standen sich plötzlich Staatsmoral […] und Kunstmoral […] als Exponenten eines offenen Konflikts frontal wie nie einander gegenüber“1.

Grönemeyer fordert mehr Politik in der Musik und kritisiert Merkel

22.09.17 (dpa) -
Hamburg - Was bedeutet heute Haltung? Wie können Musiker politische Verantwortung zeigen? Und warum kann das Engagement auch zu Problemen führen? Über diese Fragen haben Musiker und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen auf dem Reeperbahnfestival debattiert.

Dünne moralische Luft auf dem Gipfel

06.07.17 (Martin Hufner) -
Orchestermusiker sind auch nur Bürger in Uniform, sie haben zu exerzieren, was man ihnen auf die Pulte stellt, was ein Regisseur ihnen vorinszeniert. Musiker in Dienstverhältnissen müssen dienen. Entweder damit am Ende Musik und Inszenierung zusammenpassen oder damit nicht alle kreuz und quer durcheinander spielen. Eine Musiklehrerin sagte daher einmal, Musikmachen habe nichts mit Demokratie zu tun, sondern sei Diktatur. Das ist gewiss nicht auf alle Formen des Musizierens übertragbar, aber doch regelmäßig auf die traditionelle mit Partitur, Dirigent und Musiker. Es gibt jedoch nicht nur die musikalische Dimension dieses Problems, sondern auch eine gesellschaftliche.

„Reißt die Mauer ein“: Dresdner Sinfoniker musizieren gegen Trump

Das Orchester aus Dresden setzt in Tijuana gemeinsam mit lokalen Bands ein musikalisches Zeichen gegen die geplante Mauer an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Schon heute trennt ein Metallzaun an vielen Stellen Familien, Freunde und Geliebte.

Duck and cover? – Uraufführung abgesagt, angeblich aus Angst vor „militanten Islamisten“ [Update: Nicht abgesagt]

13.05.15 (Martin Hufner) -
An Pfingsten (24.5. und 25.5.) sollte ursprünglich eine Komposition von Maximilian Marcoll im Tiergarten Berlin aufgeführt werden. „Adhan – Tripartite Appropriation“ ist ein Stück für Carillon und Elektronik. Es geht dem Komponisten dabei unter anderem auch um die „Verständigung zwischen unterschiedlichen Kulturen“. Jetzt scheint die Aufführung gefährdet, teilweise gilt sie schon als abgesagt.

Von Zensur und Perestroika

02.10.12 (Jürgen Scholz) -
In den vergangenen Wochen hat der Prozess gegen die russische Punkband Pussy Riot ein großes Medienecho ausgelöst. Tausende Leute auf der ganzen Welt haben gegen das Urteil bei diesem im Ausland umstrittenen und als politisch motiviert angesehenen Prozess protestiert. „Die Vereinigten Staaten sind über das Urteil enttäuscht, einschließlich der unverhältnismäßigen Strafen, die erteilt wurden“, ließ der amerikanische Präsident Barack Obama durch einen Sprecher des Weißen Hauses verlauten. Und auch deutsche Politiker wie die Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Außenminister Guido Westerwelle kommentierten den Prozessverlauf kritisch.

P.R.-Kampagne

30.08.12 (Andreas Kolb) -
Die Frage, wann Musik politisch wirksam wird und warum, spielt im musikjournalistischen Alltagsgeschäft eine marginale Rolle. Eine Ausnahme scheint das Jahr 2012 zu werden: Die Punk Band Pussy Riot bedrohte mit ihrem Auftritt in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau das System Putin so ernsthaft, dass drei ihrer Mitglieder zu jeweils zwei Jahren Lagerhaft verurteilt wurden. In Bayreuth brach der russische Bassbariton Evgeni Nikitin mit einem überstochenen Hakenkreuz-Tattoo sämtliche Tabus über dem ehemals Braunen und heute wieder Grünen Hügel und fachte damit die fällige Debatte über die Rolle der Familie Wagner während der NS-Zeit wieder an.

Europäischer Musikrat initiiert Manifest für Jugend und Musik in Europa

21.02.12 (PM) -
Die Arbeitsgruppe Jugend (WGY) des Europäischen Musikrates hat ein Manifest für Jugend und Musik in Europa veröffentlicht. Diese Initiative, durch die politische Entscheidungsträger über Themen wie Ausbildung, Beschäftigung, Mobilität oder Finanzierungsfragen im Bereich Musik aufgeklärt werden sollen, kann online unterstützt werden.

Musik und Politik – ein Thementag auf SWR2

Die Geschichte der Musik ist zugleich eine Geschichte der Politik. Musik ist offenbar ein besonders geeignetes Mittel zum Transportieren von Überzeugungen, Lebensgefühl, Protest und darüber hinaus ein Mittel zur harmonisierenden Anpassung. Zum Abschluss seines Schwerpunkts „Die Macht der Musik“ widmet SWR2 diesem Phänomen am 5. Januar einen Thementag.

Ackermanns falsches Lächeln - ein interdisziplinäres Symposium in Leipzig

19.11.08 (Arno Lücker) -
Für die nmz war am Wochenende der Komponist und Musikwissenschaftler Arno Lücker in Leipzig unterwegs. Dort fand das Symposium mit dem Titel „Musik & Gegenwart 2008“ statt. Das wirkt zwar vom Titel her nicht unmittelbar interdisziplinär, war es aber, so unser Korrespondent.
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