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Alle Artikel kategorisiert unter »Noa Danon«

Ritt durch die Revuegeschichte – Tobias Heyder macht in Magdeburg nicht nur dem Zigeunerbaron Beine

02.11.20 (Joachim Lange) -
Vor dem aktuellen November-Lockdown eine Operette. Das hat fast etwas von einem Tanz auf dem Vulkan. So hat man es jedenfalls am Sonntag in Magdeburg gehalten. Mit den eingeübten Abstandsregeln und gleichmäßig im Haus verteiltem regen Zuschauerzuspruch. Samt Pausenversorgung. In Magdeburg ging das. Spielt aber auch hier ab November alles keine Rolle mehr.

Corona inszeniert mit – Mozarts „La clemenza di Tito“ in Magdeburg

14.09.20 (Joachim Lange) -
Die Oper in Magdeburg hätte es sich mit ihrer Spielzeiteröffnung im Corona-Spätsommer auch leichter machen können. Mozarts „La clemenza di Tito“ spielt sich nämlich nicht von selbst. Zumindest nicht so wie die drei DaPonte Opern oder die Zauberflöte. Und auch nicht wie die „Entführung aus dem Serail“. In gewisser Weise kehrt Mozart damit in die Nähe der Seria-Oper zurück, als diese Form auch dank Mozarts eigenem Schaffen schon Geschichte war.

Warten auf Anatol – Die Oper Magdeburg glänzt mit Samuel Barbers Oper „Vanessa“

21.01.19 (Joachim Lange) -
„Vanessa“ – das klingt irgendwie nach einem Illustriertentitel. Oder nach Hollywood. Bei der regieführenden Intendantin der Oper Magdeburg Karen Stone und ihrem Ausstatter Ulrich Schulz sieht es auch etwas danach auch. Vanessa ist die Frau, um die der Amerikaner Samuel Barber (1910-1981) eine Oper geschrieben hat. Seit ihrer Uraufführung an der MET 1958 hat sie den Kanon des Genres im 20. Jahrhundert zwar nicht revolutioniert, aber sich widerstandslos ganz gut einfügt. Die Rubrik, in der es um scheiternde Beziehungen und geheime Obsessionen geht, ist ja ohnehin beliebig erweiterbar. Das Libretto für Barbers einzige Oper schrieb sein Lebensgefährte Gian Carlo Menotti (1911-2007). Selbst Opernkomponist, hat er schon von daher ein gewisses Feeling für eine operntaugliche Story.

Oper Magdeburg eröffnet Spielzeit mit Wagners „Walküre“

12.09.18 (Joachim Lange) -
Nur einen Teil aus Richard Wagners Tetralogie „Der Ring des Nibelungen“ auf den Spielplan zu setzten, hat etwas von „ein bisschen schwanger“. Aber wenn man es dann schon mal macht, so wie jetzt die Oper in Magdeburg zum Spielzeitauftakt, dann bietet sich dafür die „Walküre“ noch am ehesten an. Das „Was-bisher-geschah“ (und zwar im „Rheingold“ und in der Zeit zwischen Einzug der Götter und „Walküre“) wird hier nämlich ohnehin ausführlich erzählt.

„Die geile Herzogin“ – „Powder Her Face“ von Adés am Theater Magdeburg

02.04.18 (Roland H. Dippel) -
Im Magdeburger Theater am Jerichower Platz brachten Mathias Husmann und Anja Sündermann „Powder Her Face“ („Ihre letzte Maske“) 1996 ein Jahr nach der Weltpremiere zur deutschen Erstaufführung. Im Schauspielhaus dort erlebt das seither zu einem Hit der jüngsten Operngeschichte gewordene Opus über die 1963 in einem Sensationsprozess geschiedene Margaret Camphell, Herzogin von Argyll, eine Neuinszenierung. Am Pult steht der Komponist Hans Rotman und Leiter des IMPULS Festivals, dessen Zukunft derzeit zur Diskussion steht. Der große Applaus am Ende zeigt den Bedarf an mehr Musik der Gegenwart in Sachsen-Anhalt, selbst wenn die Darstellung der „Sex-Queen“ etwas eindimensional gerät.

Magdeburg feiert Gottfried von Einems 100. Geburtstag mit „Dantons Tod“

01.02.18 (Roland H. Dippel) -
Für die Salzburger Festspiele musste nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues Werk die notwendige Wende und Rehabilitierung aus den Verstrickungen im Nationalsozialismus bringen: Das gelang mit der Oper „Dantons Tod“, die der damals unbekannte Gottfried von Einem (1918-1996) schon im untergehenden „Dritten Reich“ begonnen hatte und die im August 1947 zum Sensationserfolg wurde. Die Oper Magdeburg stellt das Werk zur Diskussion. Das Blutbad gerät musikalisch brillant und szenisch kühl. Trotzdem bestätigt dieser Kraftakt die hohe Qualität des Theaters.

Rodenbach versus Korngold-Factory – „Die tote Stadt“ am Theater Magdeburg

31.01.16 (Peter P. Pachl) -
Erich Wolfgang Korngolds „Die tote Stadt“ feiert nachhaltiger Bühnenrenaissance als andere wiederentdeckte Opern des frühen 20. Jahrhunderts. Neben großen und Festspiel-Bühnen nehmen sich auch kleinere Häuser der vom Wiener Kritikerpapst Julius Korngold unter dem Pseudonym Paul Schott verfassten, von seinem Sohn als Wunderkind kongenial vertonten Stoff nach dem Roman von Georges Rodenbach „Bruges-la-Morte“ an.

Im Alptraum kommt die Wahrheit ans Licht

23.10.15 (Joachim Lange) -
Dem Theater Magdeburg gelingt eine packende „Elektra“ von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal.

Die Leiche auf dem eigenen Trauermarsch – Zdeněk Fibichs „Braut von Messina“ in Magdeburg

22.03.15 (Peter P. Pachl) -
Vom jungen Richard Wagner ist das Fragment einer Ouvertüre zu Friedrich Schillers „Die Braut von Messina“ überliefert. Der Inzest-Konflikt, der Wagners Werk von „Rienzi“ über „Lohengrin“ und „Die Sarazenin“ bis zu „Die Walküre und „Parsifal“ durchzieht, reizte offenbar ebenso, wie die ausweglose Tragik des Sujets. Und seine Vertonung hätte vermutlich durchaus ähnlich geklungen wie die von Zdenek Fibich (1850–1900), der seine Oper im Sterbemonat Richard Wagners vollendet hat. Sie erlebte jetzt ihre späte deutsche Erstaufführung im Theater Magdeburg.

Wenn die Zeit verrinnt – Der Oper in Magdeburg gelingt ein überzeugender Rosenkavalier

24.02.14 (Joachim Lange) -
Der „Rosenkavalier“ ist ein funkelndes Opern-Schmuckstück. Und ein heikles obendrein. Für das Volle-pulle-Terzett, dass der Liebhaber der Orchester- und Stimmenopulenz Richard Strauss zu dem so lebensweisen wie fremd-charmanten Text Hugo von Hofmannsthals da in den dritten Akt komponiert hat, braucht man exzellente Protagonistinnen, damit das nicht zum Geschrei wird. Und es braucht einen Dirigenten, der das Orchester spätestens da so im Griff hat, damit es eine Chance gibt, etwas von dem, was man in den Übertiteln mitliest, auch wieder zu erkennen.
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