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Alle Artikel kategorisiert unter »Joachim Lange«

Leben und Glauben am Rande des Abgrunds – Händelfestspiele in der Oper Halle mit „Jephta“

28.05.17 (Joachim Lange) -
„Jephta“ ist in Händels Lebenswerk so etwas ähnliches wie der „Parsifal“ in dem von Wagner. Es ist das letzte neu komponierte und 1752 im Royal Theater Covent Garden uraufgeführte Oratorium. Ein Alterswerk, bei dem ihm all sein Können zu Gebote steht. Eins, in dem es obendrein um Gott und die Welt und um Leben und Tod geht. Auch um das eigene Leben und dessen Ende. Dass Händel während der Arbeit an seinem „Jephta“ erblindete, meint man zu hören.

Göttinger Händefestspiele – Georg Friedrich Händels selten gespielte Oper „Lotario“ in Göttingen

21.05.17 (Joachim Lange) -
Vor allem dank des jahrzehntelangen Festspieleifers gibt es kaum noch Aufführungslücken bei den Opern und Oratorien Georg Friedrich Händels. Sein „Lotario“ gehört gleichwohl zu den bislang stiefmütterlich behandelten Werken. Nachdem die kleinsten und jüngsten der drei deutschen Festspiele in Karlsruhe sich 2006 den Ruhm an die Fahnen heften konnten, die in dem Falle fast 300jährige szenische Rezeptionspause der 1729 uraufgeführten Oper in Deutschland beendet zu haben, zogen jetzt die ältesten Händelfestspiele in Göttingen nach.

Die Oper Erfurt überzeugt mit Charles Gounods „Roméo et Juliette“

15.05.17 (Joachim Lange) -
In der Oper Erfurt gibt’s Shakespeare statt. Nicht das schlechteste an Libretto-Inspiration, was die Operngeschichte zu bieten hat. Verdis „Macbeth“. Dann die Ausgrabung von Riccardo Zandonais „Juliette et Romeo“ und jetzt noch den französischen Opern-Klassiker dieser Lovestory an sich von Charles Gounod (1818-1893). Der Franzose hat im Moment Konjunktur.

Im Experimentiermodus –Oper Halle kombiniert „Herzog Blaubarts Burg“ von Bartók mit Fassbinders „Bremer Freiheit“

08.05.17 (Joachim Lange) -
Ein Opernhaus braucht für Herzog Blaubarts Burg „nur“ ein fabelhaftes Orchester und zwei ebensolche Sänger. Mit der Staatskapelle unter ihrem GMD Josep Caballé-Domenech, Anke Berndt und Gerd Vogel sind die natürlich vorhanden bzw. im Ensemble! Und sie erfüllen ihre Aufgabe bravourös! Die beiden Solisten übererfüllen sie sogar. Diesmal schauspielern die beiden nicht nur ausgiebig (hochprofessionell und überzeugend wie immer) in ihren Rollen. Als geheimnisvoller Schlossherr, der seine Ehefrauen immer entsorgt, wenn die zu viel wissen wollen. Und als so liebes- wie leidensbereite und obendrein doch selbstbewusste Judith. Vor der Pause sind sie als Schauspieler in anderen Rollen mit von der Partie.

Am anderen Ende der Welt – Staatskapelle Halle in Bogotá

21.04.17 (Joachim Lange) -
Die Staatskapelle Halle und Josep Caballé-Domenech begeistern, neben der Philharmonische Orchester Bogotá, dem Luzerner Sinfonieorchester und dem Russischen Nationalorchester als Gäste aus Deutschland beim Internationalen Festival für klassische Musik in Lateinamerika!

Kein Fachwerk. Nirgends. – Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ in Meiningen

08.04.17 (Joachim Lange) -
Das Geheimnis für eine gelungene „Meistersinger“-Inszenierung sind definitiv nicht die eingekauften Stars der Branche. Die eh überall zu hören sind. Das Geheimnis ist die Melange aus Komödie und Deutschstunde. Es kommt darauf an, den komödiantischen Witz, den Wagner hier mit shakespearscher Lust entfaltet, aufzuspüren und die Reflexionen über das, was Deutsch und Echt für Antworten oder zumindest für Fragen zu nutzen, die uns betreffen.

Neues aus der Zukunft – „The New Prince“ von Mohammed Fairouz an Amsterdams Oper

29.03.17 (Joachim Lange) -
Die Idee hat durchaus ihren Reiz: historische Figuren wie Adolf Hitler und Mao Zedong, Bill und Hillary Clinton und Monika Lewinsky, Dick Cheney und Osama bin Laden, Mohammed Morsi und General Sissi, Henry Kissinger und Machiavelli in einer Oper auftreten zu lassen. Wobei der Florentiner Niccolò Machiavelli (1469-1527) aus seinem Kerker in das Jahr 2032 die weiteste Reise zurücklegen muss.

Mix Dir was … Am DNT Weimar gibt Intendant Hasko Weber sein Opernregiedebüt mit Beethovens „Fidelio“

28.03.17 (Joachim Lange) -
Hasko Weber war von 1990 an regelmäßig am Staatsschauspiel in Dresden und bleibt hier als der bis 2001 die Ästhetik des Hauses prägende Schauspieldirektor in guter Erinnerung. Nach Jahren am Schauspiel Stuttgart ist er seit 2013/14 Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters Weimar. Dort hat er als gestandener Schauspielregisseur natürlich schon Goethes „Faust“ gestemmt. Das gehört bei seiner Biographie in dem Job einfach dazu. Aber Weimar ist auch das führende Opernhaus in Thüringen. Da lag für den Chef ein Operndebüt sozusagen auf der Hand: Beethovens „Fidelio“.

Die Musikalische Komödie Leipzig gräbt Nico Dostals „Prinzessin Nofretete“ aus

27.03.17 (Joachim Lange) -
Der österreichische Operettenkomponist Nico Dostal (1895 bis 1981) ist durch Barrie Koskys große „Clivia“ Show an der Komischen Oper mit ziemlichem Aplomb wieder ins Visier der Operettenfreunde geraten. Jetzt hat die MuKo (Musikalische Komödie) in Leipzig seine „Prinzessin Nofretete“ ausgegraben. Mit „Cliva" war 1933 sein internationaler Durchbruch verbunden. Mit der 1936 etwas abseits der Operettenmetropole Berlin in Köln uraufgeführten „Prinzessin Nofretete“ ließ sich eine Leerstelle überbrücken, die die Nazis mit ihrem Rassenwahn unter den oft jüdisch-deutschen Komponisten für Novitäten der Leichten Muse zu verantworten haben.

Erinnerungen an die Zukunft – Opernpremieren in Lyon

22.03.17 (Joachim Lange) -
Mit dem Festival „Memoires“ poliert Serge Dorny an der Opéra de Lyon Prunkstücke der Operngeschichte wie Heiner Müllers Bayreuther „Tristan und Isolde“ und die Dresdner „Elektra“ von Ruth Berghaus wieder auf.
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