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Alle Artikel kategorisiert unter »Joachim Lange«

Am anderen Ende der Welt – Staatskapelle Halle in Bogotá

21.04.17 (Joachim Lange) -
Die Staatskapelle Halle und Josep Caballé-Domenech begeistern, neben der Philharmonische Orchester Bogotá, dem Luzerner Sinfonieorchester und dem Russischen Nationalorchester als Gäste aus Deutschland beim Internationalen Festival für klassische Musik in Lateinamerika!

Kein Fachwerk. Nirgends. – Richard Wagners „Meistersinger von Nürnberg“ in Meiningen

08.04.17 (Joachim Lange) -
Das Geheimnis für eine gelungene „Meistersinger“-Inszenierung sind definitiv nicht die eingekauften Stars der Branche. Die eh überall zu hören sind. Das Geheimnis ist die Melange aus Komödie und Deutschstunde. Es kommt darauf an, den komödiantischen Witz, den Wagner hier mit shakespearscher Lust entfaltet, aufzuspüren und die Reflexionen über das, was Deutsch und Echt für Antworten oder zumindest für Fragen zu nutzen, die uns betreffen.

Neues aus der Zukunft – „The New Prince“ von Mohammed Fairouz an Amsterdams Oper

29.03.17 (Joachim Lange) -
Die Idee hat durchaus ihren Reiz: historische Figuren wie Adolf Hitler und Mao Zedong, Bill und Hillary Clinton und Monika Lewinsky, Dick Cheney und Osama bin Laden, Mohammed Morsi und General Sissi, Henry Kissinger und Machiavelli in einer Oper auftreten zu lassen. Wobei der Florentiner Niccolò Machiavelli (1469-1527) aus seinem Kerker in das Jahr 2032 die weiteste Reise zurücklegen muss.

Mix Dir was … Am DNT Weimar gibt Intendant Hasko Weber sein Opernregiedebüt mit Beethovens „Fidelio“

28.03.17 (Joachim Lange) -
Hasko Weber war von 1990 an regelmäßig am Staatsschauspiel in Dresden und bleibt hier als der bis 2001 die Ästhetik des Hauses prägende Schauspieldirektor in guter Erinnerung. Nach Jahren am Schauspiel Stuttgart ist er seit 2013/14 Generalintendant des Deutschen Nationaltheaters Weimar. Dort hat er als gestandener Schauspielregisseur natürlich schon Goethes „Faust“ gestemmt. Das gehört bei seiner Biographie in dem Job einfach dazu. Aber Weimar ist auch das führende Opernhaus in Thüringen. Da lag für den Chef ein Operndebüt sozusagen auf der Hand: Beethovens „Fidelio“.

Die Musikalische Komödie Leipzig gräbt Nico Dostals „Prinzessin Nofretete“ aus

27.03.17 (Joachim Lange) -
Der österreichische Operettenkomponist Nico Dostal (1895 bis 1981) ist durch Barrie Koskys große „Clivia“ Show an der Komischen Oper mit ziemlichem Aplomb wieder ins Visier der Operettenfreunde geraten. Jetzt hat die MuKo (Musikalische Komödie) in Leipzig seine „Prinzessin Nofretete“ ausgegraben. Mit „Cliva" war 1933 sein internationaler Durchbruch verbunden. Mit der 1936 etwas abseits der Operettenmetropole Berlin in Köln uraufgeführten „Prinzessin Nofretete“ ließ sich eine Leerstelle überbrücken, die die Nazis mit ihrem Rassenwahn unter den oft jüdisch-deutschen Komponisten für Novitäten der Leichten Muse zu verantworten haben.

Erinnerungen an die Zukunft – Opernpremieren in Lyon

22.03.17 (Joachim Lange) -
Mit dem Festival „Memoires“ poliert Serge Dorny an der Opéra de Lyon Prunkstücke der Operngeschichte wie Heiner Müllers Bayreuther „Tristan und Isolde“ und die Dresdner „Elektra“ von Ruth Berghaus wieder auf.

Mehr Tuch als Fühlung – Der Salzburger Osterfestpiel-„Otello“ hatte Premiere an der Semperoper Dresden

25.02.17 (Joachim Lange) -
Es war ein echter Coup mit tieferer Bedeutung, als die Sächsische Staatskapelle und ihr Chef Christian Thielemann ihren Deal mit den Salzburger Osterfestspielen eingingen. Als den Berliner Philharmonikern und Simon Rattle für den von Herbert von Karajan einst erfundenen Ausflug in die Welt der Oper an die Salzach, in Baden-Baden ein noch üppiger gefüllter Brotkorb vor die Nase gehalten wurde und sie dem folgten, waren die Dresdner und Thielemann für die Nachfolge erste Wahl. Damit endete für das Sächsische Ausnahme-Orchester sozusagen die Nachkriegszeit und stellte die natürlich Rangordnung, einer auf Tradition beruhenden Qualität, wieder her. Für Salzburg springt seit vier Jahren bei diesem Deal heraus, dass ein genetisches Auch-Opernorchester im Graben sitzt, wo der Berliner Edelklangkörper bis dahin jedes Mal aufs Neue beweisen musste, dass er halt auch Oper „kann“. Und für Semperoper springt in dieser Kooperation eine 1A Produktion heraus, die in Salzburg sozusagen ihren Probelauf absolviert hat.

Ruhe vor dem Sturm – Brechts und Weills „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ als Passion an der Oper Halle

22.01.17 (Joachim Lange) -
Wenn man nach der Premiere des „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ von Bert Brecht und Kurt Weill beim Verlassen des Opernhauses „Wie man sich bettet, so liegt man“ oder „the moon of Alabama“ vor sich hin summt oder sich am liebsten den Weg „in the next whisky bar“ zeigen lassen würde, wie es im berühmten Alabama-Song so schön heißt, dann geht das natürlich zuerst auf das Konto der beiden kongenialen Musik- und Texterfinder Weill und Brecht.

Wenn Blütenträume welken – Oper Chemnitz bringt mit den „Südseetulpen“ von Benjamin Schweitzer eine Operette zur Uraufführung

16.01.17 (Joachim Lange) -
Die Operette ist ein Phänomen: quicklebendig und totgesagt zugleich. Mit einer Phalanx von immer wieder gespielten, vom Publikum geliebten Prachtstücken einerseits. Als Genre ohne Nachwuchs an Novitäten andererseits. Die Königsdisziplin des Musiktheaters, die Oper, kann sich immerhin zugutehalten, dass es nach wie vor Neuheiten gibt. Weniger als früher, da Oper ein fast ausschließlicher Uraufführungsbetrieb war, aber auch nach Strauss, Schostakowitsch oder Britten. Meistens als gefeierter Erfolg. In Ausnahmefällen gar als Bereicherung des Repertoires – Aribert Reimanns „Lear“ oder etliche Werke von Hans-Werner Henze belegen das.

Barfuß im Schnee – In Karlsruhe wird Brünnhilde am Ende der „Walküre“ zur Abwechslung mal tiefgefroren

13.12.16 (Joachim Lange) -
Vielleicht ist es ja auch nur eine Erfindung der Chinesen, dass Eis schmilzt, wann man in unmittelbarer Nähe ein Langzeitfeuer entzündet? Der junge amerikanische Regisseur Yuval Sharon kann sich diese metaphorische Schlussbild-Absurdität in seiner „Walküre“-Inszenierung erlauben. Er muss im „Siegfried“ nicht die Antwort auf die Frage liefern, wie das auf die (circa 18 Jahre) Dauer funktionieren würde, die zwischen den beiden Ring-Teilen liegen.
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