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Alle Artikel kategorisiert unter »Orchester der Deutschen Oper Berlin«

Schaumgebremst pessimistisch … – Beethovens „Fidelio“ an der Deutschen Oper Berlin

27.11.22 (Joachim Lange) -
„Fürs rein Exemplarische nicht abstrakt genug, fürs überspringend Nachfühlbare nicht konkret genug,“ so Joachim Lange zur Fidelio-Inszenierung an der Deutschen Oper Berlin. „Wenn sich ein Regisseur so abgrundtief pessimistisch aus der Fidelio-Affäre zieht, fragt man sich schon, warum er sich dann überhaupt darauf einlässt. … Und musikalisch? Nun, ein Beethoven-Glanzstück liefern Donald Runnicles und sein Orchester auch nicht. … Der von Jeremy Bines einstudierte Chor allerdings ist fabelhaft.“

Schwarze Seele stirbt in Schönheit: Rossinis „Semiramide“ in Berlin

21.10.22 (Roland H. Dippel) -
Mit der halbszenischen Aufführung von Gioacchino Rossinis letzter italienischer Opera seria „Semiramide“ (Venedig 1823) knüpft die Deutsche Oper Berlin an ihre zum Glück des Publikums seit Jahrzehnten dauernde Reihe mit szenisch locker gestrickten Belcanto-Opern an. Diesmal als bemerkenswerte Kombination mit Giorgio Battistellis „Experimentum mundi“ im Bornemann-Bau der Berliner Festspiele. Dieser empfiehlt sich durch Raumfokus und gute Akustik auch als Spielstätte für große Oper.

Auf das richtige Schuhwerk kommt es an – Neue Meistersinger an der Deutschen Oper Berlin

13.06.22 (Joachim Lange) -
In der Inszenierung von Jossi Wieler, Sergio Morabito und Anna Viebrock bleiben viele Fragen offen, findet unser Kritiker Joachim Lange: „Die Grundidee der Inszenierung ist nicht ohne Plausibilität, aber schon deutlich packender und sinnlicher umgesetzt worden. Im Detail bleibt vieles diffus, gerät konventionell oder aber übertrieben aktionistisch.“

Walküren-Hügel auf dem Walküren-Flügel – Wagners „Walküre“ an der Deutschen Oper Berlin

28.09.20 (Peter P. Pachl) -
Hauptproblem dieses Premierenabends sind kurioserweise weniger die freien Plätze zwischen den Besucher*innen mit Mund-Nasenschutz während der gesamten Aufführung, als die Tatsache, dass der neue „Ring“-Zyklus in der Inszenierung von Stefan Herheim in seiner Ikonographie der Tetralogie kontinuierlich aufbaut. Nachdem jedoch „Das Rheingold“ dem Lockdown zum Opfer gefallen war und stattdessen eine Ersatz-Inszenierung auf dem Parkdeck herauskam, fehlt den Betrachter*innen der „Walküre“ das erforderliche Vorwissen dieser spezifischen Lesart.

Uraufführung von Detlev Glanerts „Oceane“ an der Deutschen Oper Berlin

29.04.19 (Peter P. Pachl) -
Detlev Glanerts Veroperung eines Fragments des vor 200 Jahren geborenen Dichters Theodor Fontane wurde an der Deutschen Oper Berlin als ein einhelliger Erfolg gefeiert. Auf den 22 Seiten seines Novellen-Fragments „Oceane von Parceval“ hat Theodor Fontane den zahlreichen Undinen- und Melusinen-Geschichten, die auch auf der Opernbühne von E. T. A. Hoffmann bis Aribert Reimann vielfältige Verkörperungen gefunden haben, eine weitere Version hinzugefügt.

Partiell entschlüsselt – Bellinis „La Somnambula“ an der Deutschen Oper Berlin

27.01.19 (Peter P. Pachl) -
Vincenzo Bellinis Oper „La Somnambula“ aus dem Jahre 1831 verfügt über eine bis heute lückenlose Aufführungstradition, auch wenn die Aufführungszahlen in den vergangenen Decennien von der „Norma“ dieses Komponisten überrundet wurden. Die vor sieben Jahren in der Kritikerumfrage der „Opernwelt“ zur „Aufführung des Jahres“ gekürte Stuttgarter Inszenierung von Jossi Wieler und Sergio Morabito, wurde für die Deutsche Oper Berlin neu einstudiert, das einstige Skandalon nunmehr fast widerspruchslos akzeptiert.

Eigene Mischung – „Les Contes d'Hoffmann“ an der Deutschen Oper Berlin

02.12.18 (Peter P. Pachl) -
Die Aufführungsgeschichte der Oper „Hoffmanns Erzählungen“ seit der Uraufführung des von Jacques Offenbachs unvollendeten Bühnenwerks, 1881 in Paris, hat bis heute kein Ende gefunden. In Berlin waren in den vergangenen Jahren diverse Lesarten, unterschiedlich komplettiert nach der kritischen Ausgabe von Michael Kaye und Jean-Christophe Keck, auf der Bühne zu erleben. Darunter 2014 in kleiner Form, musikalisch bearbeitet und mit Neukompositionen von Anne Champert in der Tischlerei der Deutschen Oper, 2015 eine von Barrie Kosky als „albtraumartige[r] Horrortrip“ apostrophierte Fassung für die Komische Oper Berlin, mit den ersten beiden Akten in der von Michael Kaye rekonstruierten Bariton-Fassung, dem dritten bis fünften Akt in der Tenorversion. Nun das für Berlin neue Remake einer Inszenierung aus dem Jahre 2005 in Lyon.

Mit norwegischem V-Effekt: Bergs „Wozzeck“ an der Deutschen Oper Berlin

06.10.18 (Peter P. Pachl) -
Man stelle sich vor: Verdis „Aida“ in Rom, von einem deutschen Regisseur inszeniert, und jeder Handlungsträger ist mit einem Deutschlandfähnchen in der Hand oder am Anzug bestückt, alle in bayerischer Tracht – der Skandal wäre nicht auszumachen. Anders in Berlin, wo 1925 Alban Bergs „Wozzeck“ an der Staatsoper herauskam und wo jetzt in der Deutschen Oper eine Neuinszenierung Büchners Handlung radikal nach Norwegen verlegt: keinerlei Widerspruch beim Publikum.

Heiterer Sommernachtsspaß im Sanatorium der Liebe – Rossinis „Il viaggio a Reims“ an der Deutschen Oper Berlin

16.06.18 (Peter P. Pachl) -
War die vorangegangene Neuinszenierung an der Deutschen Oper Berlin, die in eine Weltraumstation mündende „Fledermaus“, zumindest in Fragen des Timings hoffnungslos verloren, so entschädigt die jüngste Neuinszenierung: Rossinis „Il viaggio a Reims“ schafft die Punktlandung, das Feuerwerk an Spielfreude und Sangeskunst entfachte beim Premierenpublikum einhellige Begeisterungsstürme.

Liebe in Zeiten des Organhandels – „Carmen“ an der Deutschen Oper Berlin

25.01.18 (Peter P. Pachl) -
Sieben Jahre ist es her, seit Sebastian Baumgarten in Berlin an der Komischen Oper „Carmen“ mit ungewöhnlichen, teils aktualisierenden, teils symbolischen Bildern gefüllt hatte, und vergangenen Sommer flatterte den TV-Haushalten eine Digest-Version von Bizets 1875 uraufgeführter Oper von der Bregenzer Seebühne ins Haus.
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