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Alle Artikel kategorisiert unter »Patrick Zielke«

In Nürnberg sucht Marco Štorman ausgerechnet beim „Rosenkavalier“ nach dem Kern der Sache

03.04.22 (Joachim Lange) -
In normalen Zeiten gehört es sich eigentlich nicht, über Generalproben zu schreiben. Aber was ist schon noch normal heutzutage. An der Oper in Bonn zum Beispiel wäre man sicher froh, wenn denn jemand über eine stattgefundene Generalprobe der Inszenierung von Giacomo Meyerbeers „Feldlager in Schlesien“ berichtet hätte, von dem hierzulande niemand eine Vorstellung hat, wie das wohl klingen mag. Schlimmer kann es kaum kommen für die Bonner: das Feldlager muss erneut leer bleiben….

Unheimelig: Wolfgang Rihms Kammeroper „Jakob Lenz“ am Nationaltheater Mannheim

13.12.21 (Georg Rudiger) -
Ein kahler Wald im Nebel. Dürre, dünne Stämme ragen in den Theaterhimmel. Kein heimeliger Ort, keine idyllische Natur, sondern abgestorbenes Leben. Die Tür knallt im dunklen Parkett und ein Mann mit Rucksack auf dem Rücken poltert durch die Reihen. Gehetzt, verstört, auf der Flucht. So beginnt im Nationaltheater Mannheim Wolfgang Rihms Kammeroper „Jakob Lenz“.

Che bordello! Lorenzo Fioronis tolldreistes Rameau-Movie aus Mannheim

02.05.21 (Roland H. Dippel) -
Nicht versäumen! Nach Monteverdis „Poppea“ hat Lorenzo Fioroni mit seinem spielsatten Ensemble an drei Drehtagen zugeschlagen. Auf der offenen Bühne des Nationaltheaters Mannheim klatschen Mücken-Grisetten gegen die Windschutzscheibe einer echten Prinzenkarosse.

Ein großer Preis für das Strauss‘sche Erotikmonster – Gespräch mit dem Bremer Bassisten und Träger des Theaterpreises „Der Faust“ Patrick Zielke

05.12.20 (Ute Schalz-Laurenze) -
Den renommierten und damit begehrten Theaterpreis „Der Faust“ gibt es seit 2006. Er wird jährlich in allen Theatersparten wie Schauspiel, Regie, Oper, Bühnenbild, Kinder- und Jugendtheater, Tanz und natürlich für Rollenporträts in Schauspiel und Oper vergeben. Schon einige Male gab es Nominierungen für Bremer Produktionen bzw. Sänger*innen: 2017 war es Sängerin Nadine Lehner für ihre Kundry, Opernregisseur Paul Georg Dittrich für Wozzeck, 2019 gewann ihn dann Birgit Freitag vom Kinder und Jugendtheater für ihr Stück „Für Vier“.

Massenentlassung in Wien – Frank Hilbrichs analytisch kalter „Rosenkavalier“ am Theater Bremen

22.09.19 (Joachim Lange) -
Von „Elektra“ zum „Rosenkavalier“ ist der Weg weniger weit als man gewöhnlich denkt. Das zeigt die Inszenierung von Frank Hilbrich, die er mit hervorragenden Darstellerinnen und Darstellern am Theater Bremen bis auf den Kern entschlackt auf die Bühne bringt. Joachim Lange hat sehr genau hingehört und hingesehen.

Kein Halt vor langweiligen Banalitäten – Goethes „Wahlverwandtschaften“ am Theater Bremen

27.02.18 (Ute Schalz-Laurenze) -
„Keine Oper, keine Operette, kein Musical, kein Oratorium, keine Schauspielmusik, aber alles ein bisschen“ hatte der Komponist Sebastian Vogel zur Uraufführung der Tolstoi-Adaption „Anna Karenina“ gesagt, die er 2014 zusammen mit Sebastian Vogel geschrieben hatte. Nun also eine erneute Uraufführung der beiden: „Wahlverwandtschaften“ am Theater Bremen. Wieder sollte man nicht versuchen, eine neue „Oper“ zu erwarten, es heißt ja auch „Musiktheater“, auch noch „spartenübergreifend“. Aber bei aller Bereitschaft dazu, es fällt schwer, eine Gattungsorientierung zu finden. Auch das wäre nicht weiter schlimm, wenn die Teile und Details nicht so auseinanderdriften würden wie an diesem Abend mit einem auffällig spröden Schlussbeifall.

„Ein kleiner Bub bei den Schafen“ – Karl Amadeus Hartmanns Simplicius Simplicissimus in Bremen

30.01.17 (Ute Schalz-Laurenze) -
Der kleine Simplicius Simplicissimus, der „allereinfältigste“, „ein kleiner Bub bei den Schafen“, so der Erzähler, betet in dem ihm vom Eremiten beigebrachten „Vater unser“ „Und erlöse uns von dem Reich“. Natürlich hat der 1905 geborene Karl Amadeus Hartmann das in seiner 1934 entstandenen Oper erst einmal verstecken müssen: er vergrub die Partitur im Garten seiner Schwiegereltern in seinem inneren Exil in der Schweiz.

Wie eine Feuerschmiede – Michael Talke zeigt am Theater Bremen mit Rossinis „Barbier von Sevilla“ politisches Theater

23.10.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Wenn in Giacchino Rossinis berühmtester Oper „Il Barbiere di Siviglia“ der intrigante Gesangslehrer Don Basilio seine üble, lebensberatende Verleumdungsarie singt, wenn er mehrfach zu verstehen gibt, dass er für Geld alles macht, wenn Doktor Bartolo meint, nur aus seiner Position heraus sich alles erlauben zu können, wenn der Barbier in dieser Art von Gesellschaft seine unmissverständlichen Geschäfte macht und wenn das arme, aber kluge Mündel Rosina ins Haus eingesperrt ist, dann ist deutlich, wo und wann wir uns befinden: 1816 in einer Zeit, in der jegliche Idee der vergangenen Revolution vorbei ist, und im Gegenteil aus einer freien Gesellschaft eine geworden ist, in der jeder nur noch dem eigenen Vorteil hinterher rennt.

Szenisches Experiment am Theater Bremen über Mozarts Entführung und Afrika

07.07.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Die Ränge sind nicht besetzt, das Orchester sitzt auf der Bühne, flankiert von Zuschauern, das Parkett ist weitgehend leergeräumt und vor dem auf dem Boden sitzenden Publikum steht ein riesiges Mischpult. Ein Bühnenbild gibt es nicht. Das Publikum soll sich bewegen, sich seine eigene Mischung und Sicht herstellen. Das klingt nach einer Inszenierung des leitenden Regisseurs des Theater Bremen Benedikt von Peter: ist es auch.

Das Dunkle in uns – Händels „Oreste“ im Theater am Goetheplatz in Bremen

26.05.15 (Ute Schalz-Laurenze) -
Ein Schiff? Ein Labyrinth? Eine Bar? Ein Hotel? Es kann alles sein und alles zusammen, was sich auf der Bühne dreht, im Hintergrund das Meer (Bühne von Irene Ip). Es ist die Insel Tauris in Georg Friedrich Händels Oper „Oreste“, auf der nach dem trojanischen Krieg sechs Personen versuchen, mit den Schäden ihrer Vergangenheit fertig zu werden und das durchaus Dunkle und Zerstörerische zu überwinden.
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