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Alle Artikel kategorisiert unter »Premiere«

Unklarer Gefühlshaushalt, entfesseltes Orchester: Mit „Arabella“ startet das Nürnberger Staatstheater ins Strauss-Jahr

02.02.14 (Juan Martin Koch) -
Lange Zeit hat sie sich um der Familie willen als junger Mann ausgeben müssen. Als verarmter Landadel haben die Eltern genug damit zu tun, die ältere Schwester Arabella lukrativ unter die Haube zu bringen. Nun aber hat Zdenka die Flucht nach vorne angetreten und den heimlich angebeteten Matteo zum heißen Tête-à-Tête einbestellt. Der glaubt freilich, mit Arabella verabredet gewesen zu sein, um die er sich bisher vergeblich bemühte. Zdenka kennt er nur als besten Freund Zdenko…

Wie wir lernten, die Bombe zu fürchten – Karlsruhe bringt „Doctor Atomic“ von John Adams das zweite Mal in Deutschland auf die Bühne

01.02.14 (Joachim Lange) -
Am Badischen Staatstheater in Karlsruhe hat man keine Berührungsängste. So führt auch der gegenwärtige Intendant Peter Spuhler die eigenen Händelfestspiele nicht nur konsequent weiter, sondern riskiert auch dabei mal ein Experiment. Die große überregionale Resonanz gelang aber mit politischen Opern-Solitären. Nach den Bregenzer Festspielen wagte man sich an so heikle und unter die Haut gehende Werke wie Mieczyslaw Weinbergs Auschwitz-Oper „Die Passagierin“ oder Erkki-Sven Tüürs „Wallenberg“. In diese programmatische Linie gehört jetzt auch John Adams’ „Doctor Atomic“. Nach der deutschen Erstaufführung in Saarbrücken 2010 ist es die zweite Produktion auf einer hiesigen Bühne.

Glissandi und Schlafgeräusche in gleißender Dunkelheit – „Lezioni di tenebra“ von Lucia Ronchetti an der Berliner Staatsoper

31.01.14 (Peter P. Pachl) -
Der Staatsoper Berlin gelingen in ihrer zeitgenössischen Reihe in der Werkstatt des Schillertheaters die weitaus spannenderen Abende als auf der großen Bühne, so auch mit Lucia Ronchettis Oper „Lezioni di tenebra“, die vor knapp einem Jahr im Konzerthaus Berlin ihre Uraufführung erlebt hatte. Wer nur eine weitere Spielfassung einer Barock-Oper erwartet hatte, wurde vielfältig positiv überrascht: ein organisch stimmiges, eindrückliches Klangerlebnis, das ins Ohr geht und das in einer auch szenisch faszinierenden, stimmigen Umsetzung im Gedächtnis bleibt – ein großer Abend.

Darsteller zum Spielen verurteilt – Gustave Kerkers Operette „Die oberen Zehntausend“ in Gießen

31.01.14 (Andreas Hauff) -
Zwischen den Gattungen Operette und Musical scheint ein tiefer Graben zu liegen – auch wenn das amerikanische Musical Wurzeln in der europäischen Operette hat und umgekehrt amerikanische Elemente die europäische Operetten-Bühne bereicherten. Dass nicht erst in den 1920er Jahren, sondern schon 1911, also noch im Deutschen Kaiserreich, ein Broadway-Komponist für Berlin schrieb, daran erinnert das Stadtheater Gießen mit einer Ausgrabung: Gustav Kerkers Operette „Die oberen Zehntausend“.

Untote im weiten Raum – Abgründige Psychostudien in Aribert Reimanns „Gespenstersonate“ an der Frankfurter Oper

27.01.14 (Wolf-Dieter Peter) -
Wolf-Dieter Peter besuchte die in Frankfurt die Premiere von Aribert Reimanns Kammeroper „Gespenstersonate“ aus dem Jahr 1984. In dieser Frankfurter Fassung wirkte sie aber doch müde und kraftlos in Szene gesetzt, ein bisschen wie „Moderne von Gestern“ mittlerweile die Musik; Freude bereiteten jedoch die Gesangssolisten. [MH]

Keuchen, Glucksen und Rülpsen – Salome Kammer glänzt in „Lohengrin“ von Salvatore Sciarrino

27.01.14 (Ute Schalz-Laurenze) -
Fast zehn „Vorhänge“ in der Exerzierhalle: Haben wir am Oldenburgischen Staatstheater Mozart oder Verdi gehört? Nein, zeitgenössisches Musiktheater, „Lohengrin“ des italienischen Komponisten Salvatore Sciarrino. „Unsichtbare Handlung für Solistin, Instrumente und Stimmen“ nennt er sein 1982 entstandenes, 1983 in Mailand uraufgeführtes Melodram.

Die scharf gelebte Kunst der Bohème –Benedikt von Peter und Markus Poschner mit neuer Lesart von Giacomo Puccinis Erfolgsoper

27.01.14 (Frieder Reininghaus) -
Benedikt von Peter inszenierte vor nicht allzu langer Zeit in Hannover Giuseppe Verdis „Traviata“ und ließ dabei die tragische Heldin der käuflichen und der unbezahlbaren Liebe allein auf der Bühne agieren. Den Rest des singenden Personals postierte er in der Weite des Zuschauerraums. Das Outsourcen einzelner Figuren und Szenen ins Parkett oder auf die Ränge ist zwar längst ein probates Theatermittel, die Reduktion des Bühnengeschehens in dieser radikalen Weise wurde freilich als denkwürdiger Coup de théâtre wahrgenommen und stabilisierte den Ruf des Regisseurs („einer der wichtigen der mittleren Generation“).

Wagner zwischen 1830, Bayreuth und Hollywood –Das Theater Regensburg wagt Richard Wagners Frühwerk „Die Feen“

26.01.14 (Wolf-Dieter Peter) -
Ein junger Genialischer macht es dem Musiktheater nicht leicht. Da mischt er Könige, Helden, Krieger, Verräter, Liebende, allerlei Feen und einen Geisterkönig in bester romantischer Manier, also in realen, halb wahnsinnigen und geisterhaften Handlungszügen durcheinander – und das gleich viereinhalb Musikstunden lang. „Wenn Sie wüssten, welches Genie Sie abweisen, würden Sie auf den Knien dafür danken, dass ich Ihnen diese Oper anbiete“ schrieb der 21jährige Chordirigent an den Intendanten der Leipziger Oper, der den Erstling abgelehnt hatte – über so viel Selbstbewusstsein verfügte nur einer: Richard Wagner.

Tod einer Liebenden in der Badewanne – Leoš Janáčeks „Katja Kabanowa“ an der Staatsoper Berlin

26.01.14 (Peter P. Pachl) -
Janáčeks außereheliche Liebe zu der 37 Jahre jüngeren Kaufmannsfrau Kamila Stösslová verdanken wir seine wohl leuchtendste Opernmusik. Die dramatische Vorlage fand er im Drama „Gewitter“ von Alexandr Nikolajewitsch Ostrowski, welches sich der Komponist selbst zu einem kurzen Dreiakter in sechs Bildern mit (1927 nachkomponierten) verbindenden Zwischenspielen verdichtete. Katja Kabanowa, eingezwängt in die Enge einer Kleinstadt, folgt ihrer Leidenschaft und beginnt während der Geschäftsreise ihres Kaufmannsgatten sofort eine leidenschaftliche Affäre mit dem jungen Boris. Von der Gesellschaft verspottet, von ihrem heimkehrenden Gatten geprügelt, beendet die junge Frau ihr Leben in den Fluten der Wolga.

Dürre Zaubermusik – Wilfried Hillers Singspiel „Der Flaschengeist“ im Münchner Gasteig uraufgeführt

24.01.14 (Wolf-Dieter Peter) -
An einer Stelle verdichtet sich das Zusammenspiel von zwei Klavieren, zwei Harfen, kleinem Orchester und vier an den Bühnenseiten verteilten Schlagwerkgruppen zu klanglich herrlicher Expression: als Keawe seiner geliebten Kokua das ganze Elend seines bisherigen Paktes mit dem dämonischen Flaschengeist gesteht – er setzt an… und nach wenigen Worten übernimmt die Musik… seine Lippen bewegen sich, doch nur die Musik tönt und beschwört atmosphärisch, dass da ein Paar in Liebe vereint gegen alle üblen Anfechtungen ankämpfen wird. Leider bleibt es bei diesem Höhepunkt vor der Pause.
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