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Alle Artikel kategorisiert unter »Rainer Nonnenmann«

Ein himmlisch Werk

05.10.16 (Rainer Nonnenmann) -
Bei Musikfestivals, Konzertreihen und Tagungen haben seit einigen Jahren Themen Hochkonjunktur, die im weitesten und engeren Sinne religiös zu nennen sind: Bevorzugt widmet man sich dem Verhältnis von Musik und Glaube, Musik und Religion, Musik und Spiritualität, Transzendenz, Tod, Leben, Gott, Engel, Heilige, Wander- und Pilgerschaft. Veranstaltungen solcher Art erfreuen sich vielerorts besonders regen Publikumsinteresses.

Das eine tun, ohne das andere zu lassen

28.09.16 (Rainer Nonnenmann) -
Weltweit für Furore sorgte das Ensemble mit der szenischen Gesamturaufführung von Karlheinz Stockhausens Oper „Sonntag“ 2011 in Köln sowie der europäischen Erstaufführung von Harry Partchs „Delusion of The Fury“ beim Festival Ruhrtriennale 2013, wofür Schlagzeuger Thomas Meixner in jahrelanger Arbeit Nachbauten sämtlicher Partch-Instrumente angefertigt hatte.

„After all, nature is better than art“

05.09.16 (Rainer Nonnenmann) -
Im täglichen Überlebenskampf war der Mensch stets bedacht, sich und seine Gedanken, Taten und Werke von den geistlosen Unbilden der Natur zu unterscheiden. Aus blindem Naturzusammenhang durch Verkostung der verbotenen Frucht vom Baum der Erkenntnis getreten – sprich seiner selbst als sterbliches Individuum innegeworden –, verstand Homo sapiens sich nicht mehr als Teil der Natur, sondern als deren Gegenüber. Folgerichtig unterschied die europäische Philosophie dann strikt zwischen dem Naturschönen und Kunstschönen.

Klang, Gedanke, Material

05.09.16 (Hans W. Koch) -
Sein künstlerisches Credo bringt er kurz und bündig auf einen Nenner: „ich betrachte kunst im allgemeinen als ausformung von gedanken in unterschiedlichen materialien. persönlich ziehe ich konzeptionelle ansätze vor: mehr gedanke, weniger material.“ Das Wirken von Hans W. Koch ist vielgestaltig. Es umfasst verschiedene Bereiche, die sich auch interdisziplinär kreuzen: kompositorisch, instrumental, vokal, elektronisch, radiophon, performativ, installativ. 1962 in Heidenheim geboren, studierte Koch zunächst Musik, Geschichte und Physik an der Pädagogischen Hochschule Weingarten, dann Komposition bei Johannes Fritsch an der Hochschule für Musik Köln. Als Gastprofessor für Komposition und „experimental soundpractices“ unterrichtete er 2007 am California Institute of the Arts in Los Angeles sowie seit 2012 als Dozent für „Hybrid Sound Composition“ am „Institut für Musik und Medien“ der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf. Als Nachfolger von Anthony Moore wurde er im Sommersemester 2016 zum „Professor für Sound“ an die Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) berufen. Mit ihm sprach Rainer Nonnenmann.

Sammelsurium und Disziplin

05.07.16 (Rainer Nonnenmann) -
Vielen Komponisten ist Musik nicht mehr genug. Den ohnehin bereits weiten Rahmen dieser seit jeher mehrere Sinne ansprechenden Klang-, Bewegungs-, Körper-, Raum- und Zeitkunst füllen sie durch Texte, Szenen, Bilder, Filme, Gegenstände. Ziel ihrer Arbeit ist nicht mehr Musik oder wie manche heute sagen: „Musik-Musik“. Vielmehr verstehen sie ihre Vorgehensweise als „New Discipline“:

Bühnenzauber und stilles Wasser

05.06.16 (Rainer Nonnenmann) -
Stets still und zurückhaltend auftretend, nur wenig und wenn überhaupt, dann allenfalls mit leiser Stimme sprechend, ist der 1955 in Hiroshima geborene Toshio Hosokawa zugleich einer der produktivsten, international gefragtesten und präsentesten Komponisten der Gegenwart. Sein Œuvre umfasst an die 200 Titel. Davon entstanden allein in den letzten 10 Jahren 70 Werke, neben Solo- und Kammermusik auch mehrere großbesetzte Orchesterwerke, Konzerte und Opern.

Geheimnis des Glaubens

03.05.16 (Rainer Nonnenmann) -
Die zu Ostern aufgeführten „Matthäus“- und „Johannespassionen“ sind gerade verklungen, und schon stehen Himmelfahrt und Pfingsten vor der Tür. Trotz überwiegend säkularer Gesellschaft gliedern die christlichen Fest- und Feiertage unseren Jahresrhythmus, und zwar nicht zuletzt mit Musik. Die Messen, Requien, Kantaten und Oratorien von Bach, Händel, Mendelssohn, Verdi, Bruckner, Brahms erklingen heute zwar häufiger im Konzertsaal als in der Kirche. Aber im Sinne der Kunstreligion des 19. Jahrhunderts entfalten sie immer noch dieselbe „gemeinschaftsbildende Kraft“, die Paul Bekker im Hinblick auf „Die Sinfonie von Beethoven bis Mahler“ (1918) konstatierte.

Mit den Augen hört man besser

31.03.16 (Rainer Nonnenmann) -
Im vierten Satz von Mahlers 1. Symphonie fiebert der Schlagzeuger dem entscheidenden Beckenschlag entgegen. Um die finale Choral-Apotheose des Werks einzuleiten, sucht der Musiker sein Beckenpaar möglichst sicher zu fassen, er zieht die Griffe wiederholt nach, wiegt das Gewicht der Instrumente, tritt unruhig von einem Fuß auf den anderen und starrt gebannt auf den Dirigenten. Wann kommt der Einsatz? Die Spannung steigt und die Musik drängt ihrem finalen Durchbruch entgegen. Das ist hörbar und dem ganzen Orchester auch sichtbar anzumerken. Der Dirigent vergrößert seine Espressivo-Gesten, die Violinen streichen immer schneller und intensiver über die Saiten, die acht Hornisten recken die Stürze ihrer Instrumente nach oben, und die Gesichter der Trompeter laufen rot an: Fantastische Musik – und großes Theater!

Veni creator spiritus

01.03.16 (Rainer Nonnenmann) -
Allen Anfangs Anfang markiert die Silbe „Ur“, mit gedehntem Vokal. Der mittel- und neuhochdeutsche Laut geht gemäß Grimm’schem Wörterbuch zurück auf das germanische „us“, das sich seinerseits auf das indogermanische „uds“ zurückführen lässt.

Eminent politisch

02.02.16 (Rainer Nonnenmann) -
Ohne genauer angeben zu können, was Neue Musik ist – denn wer wollte das definieren? –, wissen manche Leute dafür umso genauer, was Neue Musik alles nicht ist. Offenbar bereitet sie vielen Menschen ein Gefühl des Entbehrens, denn sie vermissen hier all das, was sie sonst an Musik so lieben und schätzen: Melodie, Harmonik, Rhythmus, Sinnlichkeit, Erotik, Humor, mitreißende Kraft, bannende Magie, aufwühlende Emotionalität, Schönheit.
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