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Alle Artikel kategorisiert unter »Roland H. Dippel«

Rossinis Belcanto-Juwel „Bianca e Falliero“ an der Oper Frankfurt

22.02.22 (Roland H. Dippel) -
Als Finale einer Rossini-Trilogie der Oper Frankfurt hätte „Bianca e Falliero“, folgend auf „La gazzetta“ und „Otello“, bereits 2020 herauskommen sollen. Wie damals ist eine Übernahme zu den ebenfalls vom Frankfurter Opernintendanten Bernd Loebe geleiteten Tiroler Festspielen Erl in Vorbereitung. Bisher gehört die 1819 an der Mailänder Scala uraufgeführte Opera seria nach dem Schauspiel „Blanche et Montcassin ou Les Vénitiens“ von Antoine-Vincent Arnault (1798) noch nicht zu den Hits der Rossini-Renaissance, woran sich wohl so schnell nichts ändern wird. Die Oper Frankfurt riss eine so gut wie makellose Premiere dieser hybriden Belcanto-Oper.

„Brokeback Mountain“ eiskalt: Charles Wuorinens Oper in Gießen

21.02.22 (Roland H. Dippel) -
Im Vergleich zu den Rekordeinnahmen, Auszeichnungen und Kontroversen von Ang Lees Film „Brokeback Mountain“ hat die Erfolgsgeschichte der Oper bisher nur wenige Stationen. Das zweite Bühnenwerk von Charles Wourinen (1938-2020) war 2014 die letzte für das Teatro Real Madrid von Gérard Mortier vergebene Auftragskomposition. Nach dem Theater Aachen und der von der New York City Opera übernommenen Produktion des Salzburger Landestheaters 2017 folgte eine Inszenierung am Stadttheater Gießen.

Das Opfer Elina: Intensive „Makropulos“-Premiere an der Berliner Lindenoper

15.02.22 (Roland H. Dippel) -
Spannende Konstellation: Über viele Jahre war Marlis Petersen eine weltweit führende Interpretin von Alban Bergs „Lulu“. Bei ihrer vorsichtigen Facherweiterung gestaltet die Sopranistin nun wieder eine Frauenfigur, mit welcher deren geistige Väter patriarchale Strukturen und Geschlechtermuster bloßstellen. Am Sonntagabend feierte die voll besetzte Berliner Staatsoper Unter den Linden Marlis Petersen als Emilia Marty alias Elina Makropulos in Leoš Janáčeks Oper „Die Sache Makropulos“. Sir Simon Rattle dirigierte souverän, Claus Guth nahm dem Werk einiges von seiner Geheimnishaftigkeit. Ein großer Erfolg.

Spaltungen und großartige Musik: Dukas‘ „Ariane et Barbe-Bleue“ in Nancy

04.02.22 (Roland H. Dippel) -
„Lumière!“ lautet das Motto der Opéra National de Lorraine in de Spielzeit 2021/22. Dieser gelingt mit der noch immer viel zu selten gespielten Oper „Ariane et Barbe-Bleue“ von Paul Dukas nach dem Drama von Maurice Maeterlinck eine Sternstunde. Intendant Matthieu Dussouillez kann das packende Zusammenspiel der Regie von Mikaël Serre mit dem faszinierend sinnlichen Zugriff des Dirigenten Jean-Marie Zeitouni, die exzellente Orchesterleistung und die Auftritte der kongenialen Sängerin Catherine Hunold in der Titelpartie als großen künstlerischen Erfolg betrachten. Das an einem Dienstagabend voll besetzte Auditorium jubelte.

Apokalyptische Sexzesse: Die Deutsche Oper Berlin entdeckt Langgaards „Antikrist“

01.02.22 (Roland H. Dippel) -
Erst 1999 gelangte die entstandene Oper „Antikrist“ des faszinierend verschrobenen Dänen Rued Langgaard (1893-1952) zur Uraufführung, die Erstaufführung in seinem Heimatland folgte sogar erst 2002. Die musikalisch satte Partitur tanzt auf den Menschheitsdämmerungsängsten der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Die Deutsche Oper Berlin lieferte eine widerspruchsfrei bejubelte Premiere der spätromantischen Apokalypse, welche der Dirigent Stephan Zilias und der Regisseur Ersan Mondtag Krudes mit kreativer Kraft und schwarzem Humor meisterten. Eine Ensemble-Oper der ungewöhnlichen Art.

Uraufführung von „Once To Be Realized“ nach Fragmenten von Jani Christou in Berlin

27.01.22 (Roland H. Dippel) -
Die Münchener Biennale – Festival für Neues Musiktheater und die Deutsche Oper Berlin hatten schon weitere Kooperationsprojekte in der Mache, als am 23. Januar 2022 endlich „Once To Te Realized“ als Teil des 'Überhang-Zyklus' der Biennale 2020 zur verspäteten Uraufführung gelangte. Mit Übertragung der Produktion von der Kantine, den Funktionsräumens und der Tischlerei der DOB ins Utopia München und in das Onassis Culture Centre Athen wird sich „Once To Be Realized“ in ein ganz anderes, weil von den Räumen mehr als durch Musik modelliertes Perfomance-Artefakt verwandeln.

Simon Mayr in Freiberg und Döbeln: „Lauter Verrückte!“ in einem Opernhit von 1798

24.01.22 (Roland H. Dippel) -
Das Mittelsächsische Theater suchte nach Corona-kompatiblen Stücken in einer Werkgruppe, die erstaunlicherweise neben Kammeropern des 20. Jahrhunderts und Offenbach-Einaktern als Repertoire-Ersatzlager bisher fast unbemerkt blieb: Die italienische Opera buffa zwischen Mozart und Rossini. Johann Simon Mayrs „Che originali!“ (Venedig 1798) kam im Theater Döbeln in kleiner Besetzung zu sehr guter Wirkung, gerade weil man nicht auf internationale Belcanto-Standards setzte und aus einer leichten Opera buffa keine Brachialkomödie machte.

Basel Sinfonietta wurde 40 und feierte 41Plus1

20.01.22 (Roland H. Dippel) -
Zum Spezialklangkörper für Neue Musik wurde Basel Sinfonietta erst allmählich. Am Anfang, in der langen Vorbereitungsphase für das erste Konzert von 1979 bis 1981, stand der Anspruch, „anders, besonders und überraschend“ zu sein. Dass Basel Sinfonietta nach dem 2021 ‚nur‘ digital gefeierten Jubiläum vor dem dritten Abo-Konzert das Festwochenende 40Plus1 ansetzte, hat seine Berechtigung: Durch den Einsatz einer inzwischen sechsköpfigen Geschäftsstelle gewann der administrative Professionalisierungsschub des demokratisch selbstbestimmten Schweizer Klangkörpers an Stoßkraft.

Die Sichere, der Feinsinnige, der Exklusive: Der 18. Operetten-Workshop Junge Dirigenten in der Musikalischen Komödie Leipzig

10.01.22 (Roland H. Dippel) -
„Geisterkonzert“ trifft es nicht ganz: Ein Name für die Veranstaltungsmodalitäten des 18. Operetten-Workshops muss noch erfunden werden. Wie bezeichnet man eine konzertante Aufführung ohne Frack und Abendkleid, ohne öffentliche Ankündigung und ohne Publikum? Die drei Stipendiat*innen vom Forum Dirigieren des Deutsches Musikrats erlebten in der Musikalischen Komödie Leipzig bei den Proben zu Walter Kollos „Jettchen Gebert“ eine abenteuerliche Kette von Ausnahmesituationen, bedingt durch die Schließung aller Kultur-Einrichtungen im Freistaat Sachsen bis 14. Januar. Nicolò Foron, Annalena Hösel und Friedrich Praetorius wird so schnell nichts mehr erschüttern. Sie sind jetzt um einige Erfahrungen und Glücksmomente reicher. Roland H. Dippel besuchte am 7. Januar die Generalprobe.

Streaming als Lockdown-Phänomen

02.01.22 (Roland H. Dippel) -
Nach dem zweiten Lockdown belebte und verdichtete sich das Konzertleben in Mitteleuropa blitzartig. Doch ein Großteil des Publikums blieb weg, obwohl viele Kulturorchester mit Streaming eine eindeutige Botschaft sendeten: „Wir sind für euch da!“ Konnte man durch die Streamings in der Spielzeit 2020/21 von altvertrauten Konzertformaten neue Besuchergruppen für die Kulturorchester erschließen?
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