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Alle Artikel kategorisiert unter »Viktor Rotthaler«

Sirenenstimmen und Windradquietschen

10.11.18 (Viktor Rotthaler) -
Fast sechs Jahrzehnte lang lieferte Ennio Morricone am laufenden Band Filmmusik. Rechtzeitig zu seinem 90. Geburtstag hat der Meister nun angekündigt, dass er sich vom Filmmusikgeschäft zurückziehen will. Nur für seinen Freund Giuseppe Tornatore („Cinema Paradiso“) will er noch Ausnahmen machen. Es ist typisch für Morricone, dass er einem bestimmten Regisseur noch ein letztes Privileg einräumt. Denn Morricone hat seine filmmusikalischen Freundschaften zu vielen Regisseuren sehr gepflegt: von Sergio Leone („Spiel mir das Lied vom Tod“) bis zu Quentin Tarantino. Für den Score zu Tarantinos „The Hateful 8“ hat dann Morricone 2016 auch seinen längst überfälligen „regulären“ Oscar erhalten.

Der letzte Mondsüchtige des Chansons

31.10.18 (Viktor Rotthaler) -
„Als ich Charles Aznavour in Georges Franjus schönstem Film ‚Mit dem Kopf gegen die Wände‘ sah, war es Liebe auf den ersten Blick,“ schrieb Truffaut 1960, als er gerade den Film abgedreht hatte, der Aznavour zur Kinoikone gemacht hatte: „Schießen Sie auf den Pianisten“. „Was ich an ihm so aufregend fand? Seine Zerbrechlichkeit, seine Verwundbarkeit, seine gleichermaßen unterwürfige wie anmutige Gestalt, die mich an den heiligen Franziskus von Assisi denken ließ.“

Soundtracks 2018/10

07.10.18 (Viktor Rotthaler) -
Er gehört zu den wichtigsten Regisseuren des 20. Jahrhunderts: Stanley Kubrick. Ein Perfektionist des Weltkinos. Aber natürlich soll es hier nur um die Musik zu seinen Filmen gehen, die hier auf vier CDs zusammengestellt wurde. Angefangen hatte Kubrick Mitte der 50er, als das Golden Age of Filmmusic gerade zu Ende ging. Einen der letzten ganz großen Epic-Scores dieser Endphase komponierte Alex North für Kubricks „Spartacus“.

DVD-Tipp 2018/10

07.10.18 (Viktor Rotthaler) -
In der Film-Musik-Geschichte gibt es das seltsame Phänomen der „Pärchen“, das was die Amerikaner ein „perfect match“ nennen. Zu nennen wären da Hitchcock & Herrmann, Truffaut & Delerue, Spielberg & Williams, Burton & Elfman oder Fellini & Rota, die „Unzertrennlichen“ des italienischen Kinos der 50er- bis 70er-Jahre. Soeben ist eine Box mit zehn restaurierten Fellini-Filmen erschienen. Neun davon sind gemeinsame Werke von Federico Fellini & Nino Rota: von „Die Müßiggänger“ bis zu „Casanova“.

Die Rückkehr des Mackie Messer

12.09.18 (Viktor Rotthaler) -
Im September kommt ein Film in die Kinos, der sich um die „Dreigroschenoper“ dreht: „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“ von Joachim Lang. In den Hauptrollen: Lars Eidinger als Bertolt Brecht und Robert Stadlober als Kurt Weill. Den Macheath verkörpert Tobias Moretti und Joachim Król gibt den Peachum. Joachim Langs Film erinnert manchmal an die beiden Lars-von-Trier-Filme „Dogville“ und „Mandalay“. Kein Wunder, denn Trier hatte sich in diesen Werken explizit auf Brechts „Verfremdungseffekt“ bezogen. Aber es soll hier nicht um den Lang-Film gehen, der gewissermaßen das „Making-of“ zeigt, sondern um die „Originale“: Erich Engels Theaterfassung der „Dreigroschenoper“ von 1928 und G. W. Pabsts Filmversion „Die Dreigroschenoper“.

DVD-Tipps 2018/09

09.09.18 (Viktor Rotthaler) -
Es gibt Filme, die sich erst im Laufe der Jahrzehnte zu „Kultfilmen“ entwickeln. Zu diesen gehört zweifellos das Musical-Spektakel „King of Jazz“ von 1930. Eine Musicalrevue aus der frühen Tonfilmzeit, die als Vehikel für den legendären Bandleader Paul White­man, den „King of Jazz“, gedacht war. Ein Film in „two-strip Technicolor“, der von Carl Laemmles Universal am Ende der Übergangszeit vom Stumm- zum Tonfilm produziert wurde, die 1927 mit „The Jazz Singer“ begonnen hatte.

Die Tagträumerin von Soulville

31.08.18 (Viktor Rotthaler) -
Es war Ende Juni 1968, vor fünfzig Jahren also, als eine afroamerikanische Sängerin ihre eigene Titelstory im Time Magazine bekam: Aretha Franklin. Es waren unruhige Zeiten. Wenige Wochen vorher waren Martin Luther King und Bobby Kennedy, der Präsidentschaftskandidat der Demokraten ermordet worden. Schwere Schläge für die amerikanische Bürgerrechtsbewegung, der Aretha Franklin ein Jahr vorher eine Hymne geschenkt hatte: „Respect“. Jetzt war „Lady Soul“ der Star der Stunde.

Soundtracks 2018/07

18.07.18 (Viktor Rotthaler) -
Zu den Soundtrack-Highlights der Saison gehört diese 4-CD-Box mit bisher unveröffentlichten Original Soundtracks von Franz Waxman aus den 1930er- bis 60er-Jahren. Schon in den frühen 30ern hatte er für Friedrich Hollaender die Musik zu „Der blaue Engel“ orchestriert. Im Hollywood-Exil entwickelte er sich schnell zu einem der wichtigsten Komponisten des „Golden Age“.

Soundtracks 2018/06

15.06.18 (Viktor Rotthaler) -
Der Jazz und das Kino, das ist eine seltsame Liebesgeschichte, die in der frühen Tonfilmzeit begann. Schon der erste Tonfilm hatte 1927 den Titel „The Jazz Singer“ getragen. Wobei es hier weniger um Jazz, als um den Gegensatz zwischen geistlicher und weltlicher Musik ging. Aber schon 1930 hat man um Paul Whiteman, den „King of Jazz“ ein ganzes Musical gebastelt.

DVD-Tipp 2018/06

15.06.18 (Viktor Rotthaler) -
Im Mai feierte sie vermutlich ihren 70. Geburtstag: Miss Grace Jones, die einzig wahre Diva der Popkultur der vergangenen 40 Jahre. Rechtzeitig vor diesem Ereignis erschien nun eine Dokumentation über diesen jamaikanischen Paradiesvogel, die den erklärungsbedürftigen Titel „Bloodlight and Bami“ trägt. Arte wählte deshalb für die TV-Ausstrahlung auch den passenderen Titel: „Amazing Grace“. Ein Wortspiel mit ihrer „Erscheinung“ und ihren Wurzeln in der Kirche.
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