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Alle Artikel kategorisiert unter »19. Jahrhundert«

Neuinszenierung von Meyerbeers „Les Huguenots“ an der Deutschen Oper Berlin

15.11.16 (Peter P. Pachl) -
Die Vorgänger-Inszenierung von Giacomo Meyerbeers „Hugenotten“ an der Deutschen Oper Berlin vor 39 Jahren dauerte nicht einmal halb so lang wie die neue, gleichwohl immer noch gegenüber Meyerbeers Partitur deutlich gekürzte Produktion – damals in deutscher Übersetzung, nunmehr in Originalsprache. Von einem hochkarätigen, internationalen Solisten-Ensemble ausgeführt, gab es ab dem ersten Akt häufig heftigen Zwischenapplaus für Sänger-Leistungen. Die langanhaltenden Ovationen streckten die ursprünglich auf knappe fünf Stunden konzipierte Aufführungsdauer um eine weitere halbe Stunde.

Bunt in Weimar: „Die Meistersinger von Nürnberg“

14.11.16 (Roland H. Dippel) -
Die Staatskapelle Weimar und das Deutsche Nationaltheater haben einen neuen Generalmusikdirektor: Der gerade vierzigjährige Ukraine Kirill Karabits gab dort seinen Musiktheater-Einstand mit Wagners „Meistersingern von Nürnberg“. Wer hat schon den Joker eines Starts mit diesem Spitzenwerk? Dessen erste Premiere feierte man allerdings bereits im Mai 2016 im Theater Erfurt, dort kam das Großprojekt der beiden Theater mit dem Philharmonischen Orchester Erfurt und der Thüringen Philharmonie Gotha heraus. Auf der Bühne – zur „Festwiese“ auch in den Zuschauerräumen – traten da schon die von Andreas Ketelhut und Markus Oppeneiger prima präparierten Opernchöre zusammen an. Diese Leistungsschau kann sich sehr gut hören und auch sehen lassen.

unüberhörbar 2016/11

03.11.16 (Hanspeter Krellmann) -
Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 1, ­c-Moll. Gewandhausorchester Leipzig, Franz Konwitschny. Berlin Classics +++ Richard Strauss: Eine Alpensinfonie. Göteborger Symphoniker, Kent Nagano. Farao Classics +++ Hugo Kaun: Klavierquintett f-Moll op. 39, Oktett F-Dur op. 26, Streichquintett fis-Moll op. 28. Berolina Ensemble. MDG

Ein Hauch von zarter Melancholie – Dietrich Hilsdorf inszeniert Verdis Falstaff in Köln

Die Kölner warten bekanntlich noch immer darauf, mit ihrem Opernbetrieb wieder an das angestammte Haus am Offenbachplatz zurückkehren zu können. So lange aber dort noch Baustelle ist, gastiert man in Ausweichspielstätten wie dem Staatenhaus – eigentlich nichts weiter als eine große Halle, die bühnentechnisch keine großen Sprünge und spektakuläre theatralische Wirkungen erlaubt.

Der Meister und Margarethe … – Frank Castorf inszeniert an der Oper in Stuttgart Charles Gounods „Faust“

01.11.16 (Joachim Lange) -
Ganz fremd ist Schauspielregisseur-Ikone Frank Castorf das Musiktheater nicht. In Basel hat er einst mit einem Otello die Fachwelt verblüfft und das Publikum in Wallung gebracht. Wenn man großzügig ist, kann man seine Hamburger „Fledermaus“ mitzählen, wenn man noch großzügiger ist auch die Luxemburger „Meistersinger". In Bayreuth hatten sie in der Not jedenfalls den richtigen Riecher, ihn als Ringeinspringer zu engagieren. Um die berufliche Zukunft von Frank Castorf (65) muss man sich also keine ernsthaften Sorgen machen. Einen Job als Opernregisseur dürfte er allemal finden. Zumindest nach dem Gounod „Faust“, den er jetzt dem aktuellen Opernhaus des Jahres, in Stuttgart, zum Spielzeitauftakt beschert hat.

Psychokiste: Richard Wagners „Der Fliegende Holländer“ am Stadttheater Bremerhaven

31.10.16 (Ute Schalz-Laurenze) -
Eigentlich reden alle eher verzweifelt aneinander vorbei. In Richard Wagners „Der fliegende Holländer“ (1841/43) liebt die Kapitänstochter Senta nicht den Holländer, sondern sein Bild und ihre neurotische Vision, ihn zu erlösen: ein pubertäres Mädel in schwarzen Hosen, T-Shirt und Pferdeschwanz. Der Holländer liebt nicht Senta, sondern die Möglichkeit seiner Erlösung von seinem Fluch, lebenslang auf dem Meer fahren zu müssen: schwarzer romantischer Fantasie-Anzug und schwarz umränderte Augen. Sentas Vater Daland liebt nicht seine Tochter, sondern erzwingt eine vergewaltigende Kindeshaltung, er verkauft das Mädchen gegen viel Geld: er zappelt recht unsicher, aber gleichzeitig immer siegesgewiss. Der Jäger Erik ist vielleicht noch der einzige „normale“ in dieser Konstellation, doch seine Liebe zu Senta erstickt an seiner Unfähigkeit, Senta gehen zu lassen: er im korrekten schwarzen Anzug. Nichts also ist verstellt durch historisierende Kostüme.

Aller Anfang ist schwer – Albrecht Puhlmann will am Nationaltheater Mannheim mit Verdis „Aida“ durchstarten

31.10.16 (Joachim Lange) -
Giuseppe Verdis „Aida“ ist ein bewährtes Repertoireschmuckstück. Geniale Musik mit großem Pomp und zarten Tönen. Mit Haupt- und Staatsaktion und vertrackter Lovestory, bei der die Liebenden keine Chance auf eine gemeinsame Zukunft haben. Oder eben nur im Jenseits. Es ist die Oper für die Arena von Verona, bei der man die Darsteller auf exotisch schminken und verkleiden darf, was das Zeug hält. Hier haben in der Aufführungsgeschichte schon allerhand Ketten geklirrt und hier sind schon manche nicht nur metaphorische Elefanten durch den Wüstensand gestapft und haben die Rüssel Richtung Pyramiden gehoben.

Ideologiezentrale und Pilgerstätte

26.10.16 (Dieter David Scholz) -
Richard Wagner war ein Meister der Selbst­insze­nierung. Der Anblick seines Bayreuther Wohnhauses, der Villa Wahnfried, lässt keinen Zweifel daran. Auf der Eingangsfront der repräsentativen Villa, die Wagner acht Jahre vor seinem Tod mit­hilfe eines großzügigen Geldgeschenks König Ludwigs des II. von Bayern erbauen konnte, ließ Wagner den Spruch anbringen: „Hier wo mein Wähnen Frieden fand, Wahnfried sei das Haus benannt“.

Sünder zwischen mächtigen Türmen – Die Bayerische Staatsoper mit Donizettis „La Favorite“

25.10.16 (Wolf-Dieter Peter) -
Scheiterndes privates Glück inmitten unmenschlicher Machtstrukturen; Liebende, die erst im Tod zueinander finden – beides ist klassischer Tragödienstoff, auch auf der Opernbühne. Dreizehn Jahre vor Verdis „Traviata“ haben Gaetano Donizetti und eine Autorentrias gezeigt, wie eine „sündig“ liebende Frau in Männersystemen zugrunde geht.

Tatjana Gürbaca macht aus dem Fliegenden Holländer in Antwerpen ein Psychogramm des Wahnsinns

23.10.16 (Joachim Lange) -
Es sind letztlich die Geister, die entscheiden wie eindrucksvoll uns Richard Wagners „Fliegender Holländer“ heute auf die Pelle zu rücken vermag. Wenn die Mannschaft des Geister-Schiffes auf die Rufe der Norweger endlich antwortet, in die geordnete Welt der braven Seeleute einbricht und jede Gewissheit über die Grenze zwischen dem Dies- und dem Jenseits aus den Angeln hebt.
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