news_update 24062019 – 50 Jahre Bundesjugendorchester | Tag der Musik |


24.06.19 -
Heute im Fokus: 50 Jahre Bundesjugendorchester, die Radiowoche, Klassik & Streaming. Tag der Musik und die Frage: Wieviel AfD verträgt ein Musikverband und warum? Ein Kommentar zum “Tag der Musik”. Lesen Sie Joachim Langes Bericht über eine atemberaubende Macbeth-Premiere in Antwerpen und Gordon Kampes “Cluster”: “Muss mal müssen”. Erste Berliner Jazzwoche vom 24.6. bis 30.6. startet heute.
24.06.2019 - Von mh, KIZ

Kommentar: Tag der Musik

An sich ist es nicht unsere Art, der Kunstauffassung von AfD-Mitgliedern besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Wir erwähnen einen Vorfall aber dennoch, um damit darzustellen, dass mit deren Professoren sicher kein Staat zu machen sein wird. Man mag zu dem Tag der Musik” stehen wie man will, aber so eine plumpe, dumpfe und zudem falsche Äußerung wie diejenige von Prof. Dr. Ing. Michael Kaufmann (AfD) steht für sich.

Zitat: “"Mit Musik Haltung zeigen." Der #Deutschlandfunk #DLF missbraucht den heutigen #TagderMusik schamlos zur politischen #Propaganda und #Hetze. #Bildungsauftrag verfehlt. siehe #Kulturheute um 17:40 Uhr” - Das wundert einen dann doch. Für Propaganda und Hetze war der Deutsche Musikrat bislang nicht allzu bekannt (lesen Sie selbst). Im Gespräch sagt Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates: „Politik muss sich um die Rahmenbedingungen kümmern, darf aber nicht in Inhalte eingreifen. Und diese Grenze hat die AfD vielfach auf kommunaler Ebene, aber auch, wenn ich an manche Bundestagsdebatte denke, eben auch auf Landes- und auf der Bundesebene überschritten.”

Was wohl die Vizepräsidentin des Bundes Deutscher Liebhaberorchester (BDLO), Frauke Peuker-Hollmann, zum “Pieps” ihres Parteigenossen denkt? Man muss es wohl so sagen: Für AfDler in Musikverbänden wird die Sache doch einigermaßen lästig, wenn irgendwelche Rechtspopulisten genau das angreifen, wofür diese Verbände stehen und wofür Ihr Dachverband, der Deutsche Musikrat insbesondere steht. In welcher Form wird man Frau Peuker-Hollmann im BDLO also sehen müssen? Steht sie zu Prof. Kaufmann näher als ihrem Verband? Oder soll sich unter ihrem Einfluss der Verband genau dahin entwickeln, wohin der Deutsche Musikrat nie im Leben mitgehen würde? Frau Vizepräsidentin schweigt. (Siehe auch den Hintergrundeintrag zum Thema von Alexander Strauch im Bad Blog Of Musick.)

Genau, wozu dem Professor aus dem Wahlkreis 195 so viel Platz einräumen. Der Präsident des Deutschen Musikrats, Martin Maria Krüger hat seine “Propaganda” und “Hetzworte” folgendermaßen zusammengefasst: „Musik erreicht den Menschen wie keine andere Kunst. Sie fördert gesellschaftlichen Zusammenhalt durch das Entdecken von Gemeinsamkeiten und die Wertschätzung von unterschiedlichen Lebensweisen. Eine auseinanderdriftende Gesellschaft bedarf dringender denn je der Bereitschaft, sich für die in unserer Verfassung verankerten Werte zu positionieren. Der Deutsche Musikrat ruft deshalb dazu auf, den bundesweiten Tag der Musik als Plattform für den großen Reichtum Kultureller Vielfalt zu nutzen und zugleich Haltung zu zeigen für ein friedliches Miteinander in Deutschland und in Europa.“

50 Jahre Bundesjugendorchester

Du bist zwar verrückt, aber wir machen das“: 50 Jahre Musikförderung im besten Sinne – das Bundesjugendorchester feiert Geburtstag. Mit gleich drei fulminanten Konzerten in Köln, Leipzig und Berlin feierte das Bundesjugendorchester Ende April sein Jubiläum. 175 Musiker waren bei Varèses „Amériques“ und Strauss’ „Eine Alpensinfonie“ auf der Bühne, davon 70 Ehemalige aus zahlreichen Kulturorchestern, aber inzwischen auch ganz anderen Berufssparten.

Musikmarkt/Klassik

Neue Studie zeigt: Klassikliebhaber haben eine hohe Affinität zu digitalem Streaming: MIDiA Research und IDAGIO stellen eine detaillierte Studie über Streaming und den Klassikmarkt vor. Ergebnis: 35% der Verbraucher sind Klassikfans und fast die Hälfte davon empfinden Streaming als eine großartige Möglichkeit, Musik zu hören.

Gordon Kampe: „Ich glaube, Musik muss nichts.“

„Jüngsthin las ich, dass Musik so und so sein müsse, damit sie ‘gelingen’ könne. Ich spürte, wie sich meine ausgeprägte Sanftmut aus dem Staube machte und stracks eine weitere, tiefe Furche meine ohnehin zu hohe Stirn zierte. Gewisslich, es muss am „muss“ gelegen haben. Da platzte mir der Kragen und mir ward putzwunderlich. Was Musik so alles muss … (Muss man lesen.)

Macbeth” in Antwerpen

Einen Schritt weiter – Atemberaubender „Macbeth“ an der Flämischen Oper Antwerpen. Die Flämische Oper beschließt in Antwerpen die Dekade unter Leitung von Aviel Cahn mit einem von Michael Thalheimer atemberaubend inszenierten „Macbeth“. Nein, sie stehen nicht nur am Abgrund und schauen hinein. Sie sind längst einen Schritt weiter. Ganz tief unten. Von Anfang an. Joachim Lange spricht Klartext.

Was sonst noch vielleicht wichtig war oder wird …

Apropos, was wichtig wird

In Berlin startet heute die 1. Berliner Jazzwoche. Fast 40 Clubs, über 100 Veranstaltungen, 7 Tage und Nächte: Die erste Berliner Jazzwoche richtet den Fokus auf die freie Jazz- und Improvisationsszene der Hauptstadt. Ein nmz-Reporter wird heute am frühen Abend bei der Auftaktveranstaltung vor Ort sein. Thema: Wie steht es um den Jazz 2019 – Eine Standortbestimmung.

Radio-Tipp

21:04 bis 22:00 | rbbKultur
MUSIK DER GEGENWART: Der Cellist Siegfried Palm

Mit Andreas Göbel. Er war einer der führenden Cellisten für Neue Musik im 20. Jahrhundert. Siegfried Palm hat nicht nur eine Fülle von neuen Werken für sein Instrument uraufgeführt, sondern auch zahllose Komponisten angeregt, für das Cello zu schreiben, darunter Bernd Alois Zimmermann, Krzysztof Penderecki, Mauricio Kagel, Iannis Xenakis, György Ligeti und viele andere mehr.

Die Radiowoche bis zum 30.6.2019

Rückblick 24.6.2019
Geboren | Ereignisse

Geburtstage

  • * 24. Juli 1969 in New York City/New York – LOPEZ, Jennifer · Sängerin, Tänzerin, Schauspielerin, Designerin.

Ereignisse

  • 1854: 26 Jahre nach dem Tod des Komponisten erfolgt die Uraufführung der Oper Alfonso und Estrella von Franz Schubert unter der Leitung von Franz Liszt am Hoftheater Weimar. Das Libretto stammt von Franz von Schober.

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