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Europa, deine Ohren: die achte Biennale der Neuen Musik in Düsseldorf

29.06.09 (Georg Beck) -
Ein Europabild zeitgenössischer Musik in vier Konzertabenden. Kuratiert, im Biennale-Rhythmus, von Komponisten und Interpreten der Szene, interpretiert vom notabu-ensemble neue musik unter Mark-Andreas Schlingensiepen. In der Rolle des Cicerone bisher: Siegfried Palm, Manfred Trojahn, Günther Becker, Friedrich Cerha, Heinz Holliger, Beat Furrer, Lukas Ligeti. In der achten Ausgabe nun mit Krzysztof Meyer ein polnischer Blick auf Europa.

Ferchow vor der Röhre: Jacksons Tod und das Horrorkabinett der Experten

28.06.09 (Sven Ferchow) -
Michael Jackson ist tot. Für die TV-Anstalten dieser Welt ein Grund, die unfassbar wie unendliche Bandbreite ihrer niveaulosen Berichterstattung in Gang zu setzen. In Deutschland agiert man dabei längst amerikanisch: Überforderte Moderatoren (gerne meteorologische Quereinsteiger oder lispelnde Boulevard-Bummelchen) röcheln sich durch Sondersendungen, Specials und Exklusivitäten.

10 Jahre ballettmainz: Martin Schläpfer nimmt Abschied mit „Programm XXX“

27.06.09 (Andreas Hauff) -
Als George Delnon, frisch gewählter Intendant des Mainzer Staatstheaters, zu seiner ersten Saison 1999/2000 den Choreographen Martin Schläpfer aus Bern zum Chef einer auf 20 Tänzerinnen und Tänzer vergrößerten Ballettsparte berief, schlug ihm Skepsis entgegen. Vielerorts standen gerade die Ballettkompanien auf der Streichliste der Kommunal- und Landespolitiker.

Am Ende war der Pop-Erneuerer nur noch eine Cash-Kuh seiner Manager: Michael Jackson ist tot

26.06.09 (Sven Ferchow) -
Der selbst ernannte „King of Pop“ starb gestern Nacht (23.26 Uhr MESZ) im Alter von 50 Jahren in Los Angeles. Mehrere Stunden kämpften die Ärzte vergebens um sein Leben, nachdem Michael Jackson einen Herzstillstand erlitten hatte. Ein Nachruf von unserem Pop-Redakteur Sven Ferchow.

Luft von anderem Planeten: Ingo Metzmachers innovative Programmgestaltung beim DSO Berlin

24.06.09 (Isabel Herzfeld) -
Es gibt Momente, da wächst man über sich selbst hinaus. Arnold Schönberg vermochte es, als er in seinem zweiten Streichquartett die Grenzen eines überlebten Tonsystems überschritt. Den Musikern des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin gelang es, indem sie in der gerade zu Ende gegangenen Spielzeit diese Grenzüberschreitung in beispielhaftem Engagement klingend lebendig machten.

Brot und Spiele – ein Zwischenbericht vom Münchner ADEvantgarde-Festival

23.06.09 (Tobias Hell) -
Genau zwei Jahrzehnte ist es nun her, dass in München erstmals das Adevantgarde Festival über die Bühne ging. Und nach wie vor bemühen sich die beiden künstlerischen Leiter Moritz Eggert und Markus Schmitt darum zeitgenössischen Komponisten eine Plattform für ihre Musik zu bieten. Der laufenden Jubiläumssaison hat man nun das Motto „Spielend“ vorangestellt. Denn das Spiel hat den Menschen schon immer begleitet, sei es nun als fröhliche Unterhaltung oder als erbitterter Wettkampf.

Improvisiertes und Komponiertes berührten sich beim ersten Kölner Comprovise Festival

23.06.09 (Stefan Pieper) -
Die Kölner Musikszene lebt - und hat auch in Sachen neutönender, improvisierter Vielfalt genug zu bieten. Vor allem, seit sich die freie Szene aus Initiativen, Clubs und Projekten zu „ON – Neue Musik in Köln“ zusammengeschlossen hat – und hier das Netzwerk Neue Musik zu den Förderern gehört. Solche Vernetzungen werden von Festivals gekrönt, denn diese bündeln Kreativität und sorgen für Publicity.

Christian Josts „Hamlet“ an der Komischen Oper Berlin als Psychogramm in Schwarz-Weiß

22.06.09 (Peter P. Pachl) -
Dem wohl meistgespielten, mit Sicherheit aber meist zitierten Drama der Weltliteratur, Shakespeares „Hamlet“, begegnet man auf der Opernbühne nur hin und wieder in der Vertonung von Ambroise Thomas. Der 1963 in Trier geborene Christian Jost hat die Übersetzung August Wilhelm Schlegels als sein fünftes Werk für das Musiktheater in „zwölf musikdramatische Tableaux“ eigenwillig eingerichtet und vertont. Hausherr Andreas Homoki inszenierte das von GMD Carl St. Clair geleitete Auftragswerk der Komischen Oper Berlin.

„Hamlet“ an der Komischen Oper – Komponist Christian Jost im Gespräch

20.06.09 (Arno Lücker) -
Seit 18 Jahren, seit Georg Katzers „Antigone oder Die Stadt“ aus dem Jahr 1991 gab es an der Komischen keine Opern-Uraufführung mehr. Am 21. Juni wird jetzt ein Werk des 1963 in Trier geborenen Komponisten Christian Jost uraufgeführt. Die Komische Oper stellte ihm die Wahl des Stoffes frei. Jost entschied sich für den historischen Hamlet-Stoff, wobei es ihm nicht um die musikalische Nacherzählung einer chronologischen Handlung, sondern um Ausdruck, um die Expression von körperlichem Gestus und theatralem Bild geht.

Popkomm auf Verschiebebahnhof: Hat sich die Musikindustrie verpoppt?

19.06.09 (Martin Hufner) -
Es gibt Pressemeldungen, bei denen man zunächst ungläubig stutzt, sich dananch an die Nase fasst, noch einmal liest und dann die Hände über dem Kopf zusammenschlägt: „Musikindustrie bekennt sich zur Popkomm – Branchentreff wird um ein Jahr verschoben“ heißt es da. Mit normaler Lebenslogik ist dem nicht beizukommen. Dieser Titel trägt in der Tat dialektische Züge. „Deutsche Bahn bekennt sich zum Personalverkehr – Weitere 30 Strecken werden stillgelegt“ oder Ähnliches.

Rap und Beethoven bei «Der Schrei» - Musikprojekt des SWR mit Jugendlichen feiert Premiere

Am Anfang steht Baby- und Kindergeschrei, gefolgt vom Aufschrei der Jugend. Das Leben bringt Schreie nach Liebe und Freiheit hervor. Dem Schrei als urmenschlichem Ausdruck haben nun 170 Jugendliche zwischen Karlsruhe und Lörrach im Alter ab 13 Jahren mit Instrumenten und ihrer Stimme eine Form geben. Mit Pauken, Trompeten, Rockgitarren, Müll-Percussion, Rap und Gebärdensprache wollen sie die Zuhörer in ihren Bann ziehen. Zusammen mit dem SWR-Sinfonieorchester Baden-Baden/Freiburg entstand das Stück «Der Schrei», das am Samstag im Konzerthaus Freiburg Premiere feiert.

Ästhetische Bogenformen: Pina Bauschs „Neues Stück 2009“ in Wuppertal

19.06.09 (Wolf Loeckle) -
Der Kampf ums Überleben vor Ort, die Entgegennahme des größten Kulturpreises weltweit aus Japan, die Orientierung zwischen Müllskandalen im Tal der Wupper und der Sanierung des örtlichen Opernhauses, der einzige reine Ästhetik-Lehrstuhl in reiner AntiÄsthetikUrbanität – das sind Essentials, mit denen das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch zu rechnen hat. Und das nicht nur in Zeiten global leerer Kassen.

Deutsch-französischer Austausch: das Jazzdor-Festival Berlin-Strasbourg

17.06.09 (Ralf Dombrowski) -
Philippe Ochem machte einen zufriedenen Eindruck. Zum dritten Mal hatte er einen Ableger des Jazzdor-Festivals von seinem ursprünglichen Standort Straßburg nach Berlin exportiert und damit eine Plattform zur Präsentation französischer Musikprojekte geschaffen. „Wir sind einem unserer Ziele sogar noch ein Stückchen näher gekommen als früher“, meinte er im Gespräch, „denn rund ein Drittel der Bands sind in diesem Jahr deutsch-französische Kooperationen“.

Unten U und oben E: Josef Anton Riedl zum Achtzigsten – eine Hommage in München

16.06.09 (Andreas Kolb) -
Mit einer Hommage zum Achtzigsten feierte die Münchener musica viva „ihren“ Josef Anton Riedl im Carl-Orff-Saal des Gasteig. Die Laudatio für den am 11. Juni 1929 in München geborenen Komponisten hielt Dieter Schnebel, der seine eigene Biografie, insbesondere seine Prägung durch Schönberg, Webern und die Darmstädter Ferienkurse als Kontrapunkt zu Josef Anton Riedls curriculum vitae verwendete, zu dessen frühesten Einflüssen eben nicht der Serialismus, sondern Pierre Schaeffers musique concrète zählt.

Gedenkkonzert zum 30. Todestag von Paul Dessau mit drei Uraufführungen in Gera

Paul Dessau (1894 bis 1979), bekannt vor allem als Komponist von Bühnenmusiken zu Brecht-Stücken wie „Mutter Courage“ oder „Herr Puntila und sein Knecht Matti“ und seine Oper „Die Verurteilung des Lukullus“, wird in einem Konzert der Theater&Philharmonie Thüringen in Gera von einer ganz anderen Seite vorgestellt.

Genuin eigenes Profil: Das Internationale Lübecker Kammermusikfest 2009

Auszeichnungen steigern nicht nur das Prestige der Empfänger, sondern lenken auch die Aufmerksamkeit zum Ort der Übergabe. Da hatte das Komitee des Alexander-Zemlinsky-Fonds bei der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien eine optimale Wahl getroffen, als deren Repräsentant Dr.Peter Marboe am ersten Konzerttag des Internationalen Lübecker Kammermusikfestes 2009 die Gelegenheit hatte, den Alexander-Zemlinsky-Förderpreis an das Zemlinsky-Streichquartett aus Prag zu überreichen.

Goeyvaerts „Aquarius” in Antwerpen, Zudams „Adam in ballingshap“ in Amsterdam

14.06.09 (Frieder Reininghaus) -
Esoterisch inspiriert erscheint der oratorische „Aquarius“-Zyklus aus dem letzten Lebensjahrzehnt des aus Antwerpen stammenden (und dort 1993 auch gestorbenen) Komponisten Karel Goeyvaerts. Ausgehend von der Konzeption des Holland-Festivals, die weitergehend zu New Age-Ideen inkliniert, brachte Direktor Pierre Audi – zugleich Intendant der niederländischen Nationaloper – das Projekt in der Heimatstadt des Komponisten auf die Bühne.

Insel statt Elfenbeinturm: Komponistenausbildung auf der Insel Gotland

12.06.09 (Benjamin Schweitzer) -
Die Insel Gotland würden viele nicht einmal auf einer Landkarte finden, manchen käme vielleicht noch Störtebeker und die Hanse in den Sinn – kaum jedoch zeitgenössische Musik. Aber dieses gemütliche Eiland mit seiner schmucken mittelalterlichen Hauptstadt Visby wird jedes Jahr im Mai zusätzlich zur ewigen Brandung der Ostsee von „Schallwellen“ umspült – so heißt der Name des Festivals „Ljudvågor“ übersetzt. Würde man die Namen der Komponisten aufzählen, die hier gespielt werden, dürfte jedoch auch ein Neue-Musik-Kenner nur ratlos mit dem Kopf schütteln.

Für Radiosklaven, Bösewichte und Traurige: Pop-Platten im Schnelldurchlauf

09.06.09 (Sven Ferchow) -
Schnelldurchlauf: Geschwinde, flotte und aktuelle Plattenvorstellungen von Sven Ferchow, unserem Experten fürs Grobe. Einmal gehört, sofort rezensiert. Wenn Sie immer schon mal wissen wollten, was humanistischer Rock wohl sei. Diese Informationen und andere poplogische Analysen, rasant wie immer. Für die erste Erkenntnis, zur schnellen Information und zur Einordnung mit Sternchen: von einem Stern *: apathisch, bis zu fünf Sternen *****: beispiellos!

Harry Kupfer inszeniert Hans Pfitzners „Palestrina“ als Stalinistisches Gleichnis

08.06.09 (Peter P. Pachl) -
Im Jahr des 140. Geburtstages von Hans Pfitzner brachte nach der Bayerischen Staatsoper nun auch die Oper Frankfurt dessen dreiaktige musikalische Legende „Palestrina“ heraus. In der 1917 in München uraufgeführten Oper geht es um den Inspirationsakt des Künstlers: Die Erscheinung seiner Vorgänger und der in den Tod vorangegangenen Gattin, sowie zahlloser Engel lösen den Schöpfungsvorgang aus; mit seiner Komposition der Missa Papae Marcelli wendet Palestrina den drohenden Beschluss des Tridentiner Konzils, die Mehrstimmigkeit in der Messe zu verbieten.

Verlage kämpfen für Verwertungsrechte im Internet [Update]

08.06.09 (huf) -
Mit einer Resolution zur Zukunft des „Geistigen Eigentums“ im Internet melden sich einige Hamburger Verlage zu Wort. Sie plädieren für eine Verbesserung des Schutzes geistigen Eigentums im Internet und äußern sich zum Verhältnis „freier und kostenloser Zugang“ zu Informationen. Die geforderten Anpassungen der Rechte von Urhebern und Werkevermittlern werden vorausschauend den politischen Entscheidungsträgern unterstellt.

Intendant Jan Vogler sieht Dresdner Musikfestspiele auf richtigem Kurs

Dresden - Zum Abschluss der 32. Dresdner Musikfestspiele am Sonntag zieht der neue Intendant Jan Vogler eine positive Bilanz. Als Ziel hatte er vor ihrem Beginn am 20. Mai ausgegeben, sie auf einer Stufe mit internationalen Festivals in Luzern oder Edinburgh zu etablieren. Nun äußert er sich erfreut, «wie begeistert das neue Konzept aufgenommen wurde». Mit dem 45-jährigen Cellisten sprach ddp-Korrespondent Martin Morgenstern.

Uraufführung beim Bachfest - Toshio Hosokawas „Voyage X“ in der Thomaskirche

Am 14. Juni wird die Leipziger Thomaskirche zur Begegnungsstätte: In Instrumentalkonzerten Toshio Hosokawas und Johann Sebastian Bachs treffen fernöstliche und westliche Kultur hörbar aufeinander. In der Gegenüberstellung von Hosokawas jüngstem Werk „Voyage X“ und Bachs „Brandenburgischem Konzert Nr. 5“ spiegelt sich der kreative, aber gegensätzliche Umgang beider Komponisten mit den Stilmitteln ihrer Zeit.

All you need is Funk - Nils Landgren beschließt Jazztime in Herford

05.06.09 (Isabel Herzfeld) -
“Eine heiße Party” hatte Ralf Hammacher vom Stadtmanagement Herford dem Publikum zum Abschluss der “Jazztime” versprochen. Dass dieses Versprechen eingelöst wurde, dafür sorgte die schwedische Starposaunist Nils Landgren mit seiner Band “Funk Unit”. Kaum zu glauben, dass diese Formation bereits ihr 10jähriges Jubiläum feiern kann, so temperamentvoll fegten Landgren und seine Musiker über die Bühne des MARTa-Museums.

Big-Band-Leader Erwin Lehn feiert 90. Geburtstag

05.06.09 (PM - SWR) -
Stuttgart. Der langjährige Leiter des Südfunktanzorchesters, Prof. Erwin Lehn, feiert am Montag, 8. Juni 2009, seinen 90. Geburtstag. Der Intendant des Südwestrundfunks (SWR) würdigt Lehn in seiner Gratulation als Musiker von Weltruhm. Boudgoust: "Wer die großen Big-Band-Leader in Deutschland nennt, kommt an Erwin Lehn nicht vorbei. Als `The German Jazz Hurricane' entwickelte Lehn im Auftrag des damaligen SDR schon früh den ureigenen Sound seines Tanzorchesters und machte die Band zu einem der führenden Swing-Orchester Europas. Mehr als vier Jahrzehnte gab Erwin Lehn den Ton an. Dank ihm gehört Stuttgart seither zu den besten Adressen des Big-Band-Jazz."
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