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Premiere mittelalterlicher Choralzyklen: „Amarcord“ singt früheste Hamburger Kompositionen

Der Lichthof der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky wurde zu deren 530-jährigen Jubiläum ein symbolischer Ort für eine spektakuläre Premiere: das Vokalensemble Amarcord sang am 24. Oktober zwei Choralzyklen aus einem Antiphonar des 15. Jahrhunderts, das für den Dom in Hamburg bestimmt war.

Ein Grundsatzpapier als Moonwalk-Partitur: Der Deutsche Musikrat nach der Präsidiumswahl

03.11.09 (Hermann-Josef Kaiser) -
Am 17. Oktober wählten die Mitglieder des Deutschen Musikrats ihr neues Präsidium und bestätigten Martin Maria Krüger im Amt des Musikratspräsidenten. Die neue musikzeitung bat Hermann-Josef Kaiser, Ehrenmitglied des Rats, um eine erste Einschätzung dieser Wahl. [aus nmz 11-09]

Schönstes Organ der Musik: BMW Welt Jazz Award 2010 unter dem Motto "Voices in Jazz"

03.11.09 (PM - kiz-lieberwirth) -
2010 geht der BMW Welt Jazz Award in die zweite Runde. Vom 24. Januar bis 14. März finden sechs Jazz Matineen im Doppelkegel der BMW Welt statt. Unter dem Motto „Voices in Jazz“ stellen sich Solostimmen mit kleinem Ensemble dem europaweit ausgerichteten Wettbewerb, um sich die begehrte Trophäe des BMW Welt Jazz Award und das Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro zu ersingen. Auch der Zweitplatzierte geht nicht leer aus, er erhält ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro.

Wildes Holz und eine Dinah Washington-Hommage: das 3. Riverlounge-Festival Bonn

03.11.09 (Walter Schnabel) -
Ein kontrastreiches Programm bot das Riverlounge-Festival das die Organisatoren der Kölner Infocom-Music zum dritten Mal in Bonn veranstalteten. Das Eröffnungskonzert bestritt das Trio „Wildes Holz“, das in der Besetzung mit Tobias Reisige (diverse Blockflöten), Anto Karaula (Gitarre) und Markus Conrads (Kontrabass) der Blockflöte eine überraschende Renaissance bereitete.

Jenseits von Tuten und Blasen: taktlos Spezial aus Offenbach zum Nachhören

02.11.09 (Martin Hufner) -
Am 24. Oktober war taktlos, das musikmagazin des Bayerischen Rundfunks und der neuen musikzeitung zu Gast in Offenbach beim ersten Blasorchester Symposium 2009. Im Zentrum das Thema Sinfonische Blasorchestermusik. Theo Geißler lud zu diesem Thema eine kenntnisreiche Expertengruppe vor die Mikrofone. Jetzt zum Nachhören im Netz: Jenseits von Tuten und Blasen.

Frische Blicke aufs Oboenrepertoire: Neue CDs mit Stefan Schilli und Albrecht Mayer

02.11.09 (Heike Eickhoff) -
Oboenkonzerte von Strauss, Martinu und Zimmermann mit Stefan Schilli und Bach-Werke, die Bach nicht geschrieben hat, mit Albrecht Mayer: Zwei neue CDs mit teils umgewöhnlichem Oboen-Repertoire in der nmz-Online-Kritik:

In Bremen wird das Rockmusical «Nackt!» uraufgeführt

30.10.09 (Manuela Ellmers - ddp) -
Bremen - Bloß ein giftgrünes Sofa steht da, ein Sessel und eine Bank. Die Bühne des Bremer Musical Theaters ist für das neue Rockmusical «Nackt!» spärlich möbliert. Geprobt wird gerade die sechste Szene, in der ein Ehemann eine 16-Jährige Schülerin vergewaltigt. Bevor es zum Äußersten kommt, greift Regisseur Christian von Götz ein. Mehr soll erst bei der Uraufführung am Samstagabend gezeigt werden.

Bologna-Prosa, Batsheba und der Deutsche Musikrat: die November-Ausgabe der nmz

29.10.09 (Juan Martin Koch) -
Ein Grundsatzpapier als Moonwalk-Partitur: Hermann-Josef Kaisers redet in seinem Leitartikel der November-nmz Klartext über den Deutschen Musikrat, das Prozedere der Präsidiumswahl und das neue Grundsatzprogramm. Weitere Schwerpunkte der ab Ende der Woche erhältlichen Ausgabe sind die Donaueschinger Musiktage und der Bologna-Prozess an den deutschen Musikhochschulen, über dessen Fortgang eine große Umfrage im nmz-Hochschulmagazin Auskunft gibt. Lesen Sie hierzu vorab das Editorial von Juan Martin Koch:

Zug um Zug überzeugend – Der Posaunist Conny Bauer spielte in seiner Geburtsstadt

28.10.09 (Ulrich Steinmetzger) -
Der amerikanische Publizist John Corbett führte seinetwegen die Vokabel „Conradismen“ in die Musikkritik ein. Tatsächlich: Was sich Conny Bauer, 1943 geborener Pfarrerssohn aus Halles Froher Zukunft, in gut vierzig Jahren monomanischer Arbeit mit der Posaune antrainiert hat, ist ohne Vergleich. Als überzeugender Einzeltäter zählt er zu den wenigen Altvorderen des freien DDR-Jazz, die den Sprung in die Welt schafften.

Für Schmusejazzer und Daheimbleibenmüsser: Pop-Platten im Schnelldurchlauf

27.10.09 (Sven Ferchow) -
Der Schnelldurchlauf im Oktober: Sechs Alben zwischen Österreich und Island, von Big Band Jazz bis Möchtegern-Grunge. Für die erste Erkenntnis, zur schnellen Information und zur Einordnung mit Sternchen: von einem Stern *: apathisch, bis zu fünf Sternen *****: beispiellos!

Klangkünstler des International Turntable Orchestras begegneten sich in Berlin analog

26.10.09 (Stefan Pieper) -
Feinfühlig platzieren die Hände von Maria Chavez die Scherben alter Schallplatten auf dem rotierenden Plattenteller. Jedesmal kracht dies, als würden kollossale Stahlplatten niederfallen – ein elektroakustischer Tonabnehmer ist eben hochsensibel! Unkontrollierte Kollisionen des Materials mit der Nadel lassen den Boden erzittern; nach einer halben Umdrehung nimmt sie die Scherben wieder runter, wirft sie wieder drauf. Es knarzt und knackt, lässt in ständiger Wiederholung eine empfindsame Struktur entstehen. Einer von vielen, eigenwillig poetischen Momenten auf der Suche nach akustischen Strukturen, welche die in Peru geborene New Yorkerin mit ihrem Plattenspieler betreibt.

Toleranzinitiative: Rabih Abou-Khalils Musik zum Stummfilm „Nathan der Weise“

26.10.09 (Stephanie Knauer) -
„Seid Menschen!“, verlangt Sultan Saladin zum Schluss. Diese im letzten Zwischentitel „verbalisierte“ Forderung nach gelebtem Humanismus durchzieht den zweistündigen Stummfilm „Nathan der Weise“ wie ein roter Faden: in Form lautlos schreiender Anklage gegen visualisierte Unmenschlichkeit, gegen verbohrte christliche Intoleranz und fanatisierten Glaubensdünkel, dem Nathans Ringparabel als leuchtendes, allegorisch verbrämtes Ideal gegenübersteht; und endlich als dargestellter elysischer Religionsfriede, der die 1922 gedrehte Filmfassung des gleichnamigen Ideendramas von Gotthold Ephraim Lessing als Vision vom Paradies auf Erden krönend abschließt.

Kulturaustausch blockiert: Sächsische Staatskapelle verschiebt erste Afrika-Tour

25.10.09 (Michael Ernst) -
Erst eine Beleidigung, dann ein Mord vor Gericht – und nun wird die Kunst zum Schweigen verurteilt: Es sollte ein Debüt werden – und es ist zu einem Debüt geworden, schon bevor der eigentliche Auftakt erfolgte. Erstmals in der über 460-jährigen Geschichte der Sächsischen Staatskapelle Dresden plante das auf zahlreichen Tourneen in aller Welt gefeierte Orchester ein Gastspiel auf dem afrikanischen Kontinent. Gemeinsam mit dem einstigen Chefdirigenten Herbert Blomstedt waren Konzerte in Alexandria und Kairo vorgesehen. Beide sind am Samstag kurzfristig storniert worden.

Hans-Joachim Otto wird Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium

Der Deutsche Kulturrat, Spitzenverband der Bundeskulturverbände, begrüßt die Berufung des bisherigen Vorsitzenden des Ausschusses für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages Hans-Joachim Otto, MdB (FDP) zum Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Otto wird im Wirtschaftsministerium die Bereiche Informationsgesellschaft und Kreativwirtschaft verantworten.

Posthume deutsche Erstaufführung in Gera: Jaromír Weinbergers Oper „Wallenstein“

24.10.09 (Peter P. Pachl) -
Wer Publikationen über den 1896 in Prag geborenen Komponisten der Erfolgsoper „Schwanda, der Dudelsackpfeifer“ sucht, stößt auf eine deutliche Lücke. Dies ist um so erstaunlicher, als Jaromír Weinberger den Holocaust überlebte und erst 1967 – durch Suicid – gestorben ist. Nach seiner Emigration in die USA beschäftigte sich Weinberger in erster Linie mit Fotografie – auch ein dankbarer Stoff für Publikationen –, lebte nach dem Weltkrieg als amerikanischer Staatsbürger in Leningrad und verbrachte die Sommermonate in Europa.

„Mein Bruder war ich!“ Richard Bona, African Cowboy des Fusion Jazz im Gespräch

24.10.09 (Claus Lochbihler) -
Schwer zu sagen, wer da weiter gereist ist: Richard Bona oder seine Musik. Auf „Ten Shades of Blues“ (Emarcy/Universal), seinem neuen Album, folgt der Bassist und Sänger den globalen Spuren der Bluestonleiter - von Indien über amerikanischen Country bis nach Kamerun, wo Bona 1967 geboren wurde. Heute lebt Bona in New York, wo er sich vom gefragten Wunderbassisten zu einem der spannendsten Musiker der Weltmusik entwickelt hat.

Musik und Gespenster: Zum 80. Geburtstag des Komponisten George Crumb

24.10.09 (Gerhard Rohde) -
Wer nie Musik hört, aber oft ins Kino geht, kennt George Crumb. In William Friedkins 1973 gedrehten Horrorfilm "Der Exorzist" erklingt Crumbs elektrisch verstärktes Streichquartett, das den Titel "Black Angels" trägt. Ein großartiges Stück Musik. George Crumb, in Charleston, West Virginia, in einer Musikerfamilie geboren, wurde nach seinen Studien - Klarinette, Klavier, Komposition - in Europa lange kaum beachtet, obwohl er auch bei Boris Blacher in Berlin studiert hatte.

Farbenfrohe Bläsertrios: Das EastWind Trio d'Anches spielt Lutoslawski, Schulhoff und anderes

21.10.09 (Michael Kube) -
Man muss schon durch den Katalog des US-amerikanischen Labels Centaur forsten, um neben viel »Ordentlichem« auch einmal »Herausragendes« zu finden. Zu der erfreulichen Kategorie gehört die aktuelle CD des »EastWind Trio d'Anches« – ein Ensemble, dem man mehr Aufmerksamkeit auch außerhalb der fraglos kleinen Community von Rohrblatt-Fans wünscht. Es lohnt sich!

Der unermüdliche Klängesammler: Gedenkkonzert für Reinhard Schulz in München

21.10.09 (Juan Martin Koch) -
Schubert – Brass – Janácek: Das Programm des Gedenkkonzerts für Reinhard Schulz im restlos gefüllten Kleinen Konzertsaal des Münchner Gasteig war in seiner Spannweite eine wunderbare Erinnerung an den weiten Horizont des im Juli verstorbenen Musikjournalisten. Schulz selbst hatte sich diese Musiken gewünscht, und so schien er durch sie noch einmal mit aller Klarheit und Wärme zu uns zu sprechen.

Spinnerei V – Das Festival Zeitgenössischer Musik in Leipzig

19.10.09 (Birgit Hendrich) -
Alte Werksmauern und neue Musik – das passt ganz trefflich zusammen. Auf dem ehemaligen Fabrikgelände der Baumwollspinnerei im Leipziger Westen heißt es seit einigen Jahren „from cotton to culture“, haben sich Galerien, Ateliers und Läden angesiedelt wie die Dependance des Klavierhauses Michael Fiech – die wurde am vergangenen Wochenende zur Heimstatt des vom Musik Projekt Sachsen e. V. veranstalteten Festivals „Spinnerei V – Festival für zeitgenössische Musik“ und damit zum Mekka der Fans neuer (Kammer-)Musik.

Frisches GEMA-Aufsichtsrats-Standing schafft Spannung mit dem Vorstand

19.10.09 (Theo Geißler) -
Was für eine babylonische Sprachverwirrung. Innerhalb weniger Tage erlaubt uns die GEMA einen tiefen Einblick in das, was sie Personalplanung nennt: Drei Bezirksdirektionen werden geschlossen, nein nur zusammengelegt – nein, wieder falsch verstanden und daher klargestellt. Was von außen schlicht wirr wirkt, scheint eine veritable Auseinandersetzung zwischen gerade vertragsverlängertem Vorstandsvorsitzenden und neu gewähltem Aufsichtsratschef zu sein.

„jedes ding hat einmal ein end…“ Das Rosamunde Quartett hört auf

19.10.09 (Wolf Loeckle) -
Es sind zuweilen Redensarten, auf denen manch Artifizielles sich aufbaut, das jenseits der Floskeln als Kunst sich definiert. Der große Wortartist Ernst Jandl beispielsweise, Wiener und Provokateur, hat nach dem Motto „ottos mops trotzt“ in überschäumender Phantasie auch auf der Basis volkstümlicher Kommunikationsalltäglichkeiten Folgendes durchgeführt: „jedes ding hat einmal ein end nur die wurst hat zwei“. Hat das etwas mit dem Rosamunde-Quartett aus München zu tun?

GEMA aktuell: Vorstand wird Fusion von Bezirksdirektionen "prüfen"

15.10.09 (gema-nmz-thg) -
Schließung - Zusammenlegung - Erhalt? Kürzlich berichteten wir über Pläne der GEMA, Bezirksdirektionen zu schließen - mit entsprechenden Folgen für Personal und "Kundschaft". Es folgte ein laues Halb-Dementi. Bei der Aufsichtsratsitzung am 14. und 15. Oktober 2009 fasste der Aufsichtsrat jetzt folgenden Beschluss:

Jan Nast: «Um die guten Dirigenten schlagen sich ja viele Orchester»

Dresden - Bei der diesjährigen Verleihung des ECHO Klassik 2009 ist sie stolze Hausherrin, ihr Generalmusikdirektor Fabio Luisi der Gastgeber: Die Sächsische Staatskapelle Dresden begleitet am Sonntag die renommierten Preisträger der Fernsehgala - und gehört auch selbst zu ihnen. Das passt ausgezeichnet zu dem Überraschungscoup, der dem Orchester vor einer Woche mit der Verpflichtung des Dirigenten Christian Thielemann gelang.

Holger Schäfer beim europäischen Minnesang-Festival in Braunschweig

14.10.09 (Karina Scholz - ddp) -
Wenn Holger Schäfer seinem liebsten Hobby nachgeht, wirkt er der Gegenwart entrückt. Der 38-Jährige trägt seine grauen Haare kinnlang, hüllt sich in ein grünes Gewand und spielt Harfe. Schäfer ist ein Minnesänger mit Leib und Seele. «Ich will die Leute mit dem Minnesang verzaubern», sagt er. Der Musiker wurde bereits zum «Minnesänger des Jahres 2008» gekürt und steht von Donnerstag bis Sonntag in Braunschweig beim ersten europäischen Minnesang-Festival Norddeutschlands in Braunschweig auf der Bühne.
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