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Klangwolke im Wolkenturm: der Musik-Sommer Grafenegg setzt Akustik-Maßstäbe

15.07.09 (Christian Kröber) -
Wer aus München ins niederösterreichische Grafenegg reist, um den diesjährigen Musik_Sommer mit einer Sommernachtsgala einzuweihen, erlebt ein musikalisches Akustikwunder der besonderen Art. In einem 32 Hektar großen Landschaftsgarten wurde vor zwei Jahren neben das neugotische Schloss der Familie Metternich-Sándor ein futuristischer Open-Air Bau gestellt, der 1.750 Zuhörern Platz bietet. Seit 2008 verfügt Grafenegg daneben über einen neuen Konzertsaal.

Non-Stop-Party: „Spanish Harlem Orchestra“ und Roy Ayers beim Münchner Jazz Sommer

14.07.09 (Claus Lochbihler) -
Ein lateinamerikanisches Tanzfest im Festsaal und eine House-Party im Nightclub: Nachdem der Jazzsommer im Bayerischen Hof mit enttäuschenden Konzerten von David Sanborn und Ronnie Baker Brooks im Mittelteil etwas zweitklassig vor sich hingedümpelt war, fand er zum Abschluss wieder die Weltklasse, die zum Auftakt Larry Coryell mit seinem Gitarre-meets-Orgel-Jazz vorgelegt hatte.

Verhallte Leistungsschau: Cantionale – ein evangelisches Chortreffen in München

13.07.09 (Wolf Loeckle) -
„Cantionale“ assoziiert irgendwie sportiven Wettbewerb. Und auch der mag ja gemeint sein, wenn das evangelisch-lutherische Dekanat München in relativ regelmäßigen Abständen aufruft zur gesanglichen Leistungsschau. Das fördert soziale Netzwerke ebenso wie den gesunden Ehrgeiz, das fordert auch die Kollegen von der anderen, der katholischen Fraktion, heraus. Und München bietet ja gerade auf dem Sektor Kirchenmusik schier unüberschaubare Fülle, so dass eine Kontrolle zuweilen Sinn macht.

Menschen wie Du und Ich: Gustav Kuhn dirigiert und inszeniert die „Meistersinger“ in Erl

12.07.09 (Peter P. Pachl) -
Wenn Walther von Stolzing auf der Festwiese sein Preislied anstimmt, legen erst einige aufgeschlossenere Meister ihre historischen Gewänder ab, dann wirft sukzessive das gesamte Volk die historisierende Kostümpracht von pastellenen Reifröcken und Hüten in die Luft und zu Boden. Sachs als Spruchsprecher der Meister hatte ein derartiges Kostüm gar nicht erst angelegt, sondern gleich seinen grauen Anzug mit offenem Hemdkragen vorgezogen: das von Walter exemplifizierte „Kunstwerk der Zukunft“ schafft Menschen wie Du und Ich.

Eigen, eigenartig: das neue Wilco-Album Song für Song durchleuchtet

10.07.09 (Sven Ferchow) -
Zeit und Platz. Zwei Probleme der fortschrittlichen Medienwelt. Schnell und instruktiv soll es gehen. Eher flüchtig denn ausschweifend. Vor allem Rezensionen jeglicher Art leiden unter dieser Prämisse. CDs, DVDs, Schallplatten, Hörbücher, Konzerte gilt es en passant darzustellen. Oft unter Bauchschmerzen für die Rezensentin oder den Rezensenten.

Eindrücke von der GEMA Pressekonferenz

09.07.09 (Juan Martin Koch) -
Die GEMA ist von der Petition voll erwischt worden. Wie die Mexiko-Grippe, so der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Frank Dostal, habe sich das Thema im Internet verbreitet und eine Eigendynamik entwickelt, die zu Beginn der Initiative niemand erwartet hatte. Mit geballter personeller Präsenz versuchte die GEMA nun auf einer Pressekonferenz die Epidemie einzudämmen, von der mittlerweile über 95.000 Mitzeichner angesteckt wurden.

Klartext rund um die Petition: Eindrücke von der GEMA Pressekonferenz in München

09.07.09 (Juan Martin Koch) -
Die GEMA ist von der Petition voll erwischt worden. Wie die Mexiko-Grippe, so der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Frank Dostal, habe sich das Thema im Internet verbreitet und eine Eigendynamik entwickelt, die zu Beginn der Initiative niemand erwartet hatte. Mit geballter personeller Präsenz versuchte die GEMA nun auf einer Pressekonferenz die Epidemie einzudämmen, von der mittlerweile über 95.000 Mitzeichner angesteckt wurden.

Elsas Traum vom Eigenheim – ein enthmytologisierter „Lohengrin“ in München

09.07.09 (Peter Krause) -
Der Lohengrin ist Richard Wagners traurigster Held. Die Fallhöhe seines Scheiterns wirkt noch viel größer als die des Tristan oder des Siegfried, da der Lohengrin doch mit so immensem utopischen Überschuss auftritt – dieser Mann des märchenhaften Wunders, der so gern der menschlichen Liebe teilhaftig werden möchte und doch erleben muss, wie unvereinbar sein schöner Schein mit dem wahren Leben einer real existierenden Beziehungskiste ist.

Da klang es der Seele aber bang oder: „Das Grauen hat einen Trailer bekommen“

09.07.09 (Martin Hufner) -
Am 9. Juli startete ein Dokumentarfilm von Marian Czura in den deutschen Kinos. „Der Klang der Seele“ heißt er und handelt von vier Kompositionsstudierenden der Akademie für Tonkunst Darmstadt, die der Filmemacher ein Jahr lang begleitete. Der Film geht teilweise als Kulturtipp durch und wird in manchen Feuilletons erwähnt. Der Film ist aber schon vor seinem Start umstritten – um genau zu sein, seit zwei Jahren, seit seiner Vorpremiere.

Groovende Volksmusik: Coryell, Mouzon und DeFrancesco eröffnen Münchner Jazz Sommer

09.07.09 (Oliver Hochkeppel) -
Ganz am Schluss erklang Bobby Timmons „Moanin’“, obendrein aufgeladen mit Zitaten bis zu Miles Davis’ „Jean Pierre“, und spätestens da schoss es einem durch den Kopf, dass es der immer im Ruch des Elitären stehende Jazz doch mitunter geschafft hat, sich ins kollektive musikalische Gedächtnis einzugraben.

À la „Casa Verdi“: Yuuko Amanuma will Heime für alternde Musiker gründen

08.07.09 (Pat Christ) -
Ein kleiner Hof, am besten mit Garten, Bäume darin. Im Haupthaus viel Platz für Menschen, die die meiste Zeit ihres Lebens Musik gemacht haben. „Casa di Cielo“ soll es heißen. Himmelshaus. „Vielleicht nenne ich es aber auch noch anders“, sagt Yuuko Amanuma. „Himmelshaus - da meinen manche, dass sie darin sterben müssten.“

Ruhe im Rummel: die Trauerfeier für Michael Jackson – Ferchow vor der Röhre

08.07.09 (Sven Ferchow) -
Nur wenig hat sich geändert. Bis auf die Tatsache, dass Michael Jackson immer noch tot ist. Doch das Spektakel, die Geheimniskrämerei, die Gerüchte und Spekulationen um seine Person bleiben über seinen Tod hinaus existent. Daran konnte ebenso die Trauerfeier, die gestern im Staples Center von Los Angeles stattfand, nichts ändern. Und erst recht nicht die zwar handwerklich recht ordentliche, dennoch aber kaum distanzierte Berichterstattung der deutschen TV-Anstalten. Beobachtet gestern zwischen ARD, ZDF, N24 und n-tv.

Zweistromland der Neuen Musik? Die Rhein-Main-Region will Kulturzentrum werden

07.07.09 (Gerhard Rohde) -
Seit unendlich vielen Jahren möchte die Stadt Frankfurt erreichen, dass sich die umliegenden zum Teil sehr finanzstarken Gemeinden (Beispiel: Eschborn) an den Kulturausgaben für die diversen Frankfurter Kunsttempel beteiligen, genannt seien nur die Museen, die Theater, die öffentlich geförderten Musikinstitutionen. Begründung: Frankfurt erbringt diese Leistungen nicht nur für die eigenen Bürger, sondern für die gesamte Region. [Vorabveröffentlichung aus nmz 7/8-09]

Sommerlektüre satt: die Juli/August-Ausgabe der nmz ist erschienen

06.07.09 (nmz-red/Regensburg) -
Die ab sofort erhältliche Juli/August-Ausgabe der nmz deckt wieder weite Bereiche des aktuellen Musiklebens ab. Von Kommentaren zur GEMA und zum möglichen Aufgehen der Darmstädter Ferienkurse in einem Rhein-Main-Festival mit dem Ensemble Modern über kulturpolitische und pädagogische Themen bis hin zum großen Berichte- und Rezensionsteil gibt es reichlich Stoff für die Sommerlektüre. Hier einige Leseanregungen:

Ferchow vor der Röhre: Ulrich Steins Grönemeyer-Portrait auf 3 Sat

06.07.09 (Sven Ferchow) -
Man muss die teils Pathos geschwängerte Musik von Herbert Grönemeyer nicht mögen. Als Mensch jedoch, auch als Künstler, bleibt er der letzte Einheimische, an dem man sich reiben kann, den man verstehen möchte oder eben nicht begreifen will. Wie er das alles macht. Interessant war und reizvoll ist Grönemeyers Lebensweg schon seit vielen Jahren.

Ein Grenzgänger, ein Revolutionär, ein Sprachkünstler: die BR-Musikfeatures im Juli

04.07.09 (nmz) -
Klein, aber fein ist die Auswahl an Musikfeatures im Bayerischen Rundfunk im Juli. Weil Bayern 4 Klassik den für alle ARD-Anstalten geltenden Radiosommer ausstrahlt, bleibt allein Bayern 2 Radio als Sendeplatz. Der ist mit John Cale, Richard Wagner und Gert Jonke freilich prominent besetzt. Die Sendungen im Einzelnen:

Die Stimme bleibt spannend: zum Abschluss des Münchner ADEvantgarde Festivals

02.07.09 (Tobias Hell) -
„Zurück zur Vergangenheit! Es wir ein Fortschritt sein!“ So wird Giuseppe Verdi gerne zitiert. Und anscheinend haben sich nun auch die Macher des Adevantgarde-Festivals von diesem manchmal nicht ganz unwahren Spruch inspirieren lassen. Denn obwohl das große Abschlusskonzert in der Münchner Residenz nun fast ausschließlich Uraufführungen im Angebot hatte, waren diese doch alle fest in der musikalischen Vergangenheit verwurzelt.

Ferchow vor der Röhre: Eine Popband, die nicht mehr Pop ist: a-ha auf SAT 1

02.07.09 (Sven Ferchow) -
Klar. A-ha wird ewig mit „Take on me“ oder „The Living Daylights“ in Verbindung gebracht werden. Mittlerweile wurde aus den Norwegern jedoch eine famose Songwriterband, deren Popwurzeln tatsächlich nur noch in den frühen Jahren zu finden sind. Umso erfreulicher, dass SAT 1 dieser Band eine „Documentary“ widmet, die sogar über weite Strecken gefällt.

Wie ich einmal den Stellenmarkt der „ZEIT“ sehr vor-zeitig einsehen durfte

02.07.09 (Theo Geißler) -
Manchmal ist es als Journalist schon von Vorteil, embedded zu sein. So wie ich vom Bundesministerium des Inneren. Abgesehen vom kleinen monatlichen Scheck kommt man, wenn es mein Chef Wolfgang für opportun hält, einfach an total exklusive Informationen. [Vor-Veröffentlichung aus der soeben erschienenen Ausgabe 4/09 von „politik und kultur“, der Zeitschrift des Deutschen Kulturrates]

Lautes Flehen um Gema-Reform – Gema-Petition läuft auf Hochtouren

01.07.09 (Martin Hufner) -
80.000 gegen 60.000. Kein Ergebnis aus dem Fussball sondern ein quantitatives und qualitatives Verhältnis aus der aktuellen Kulturpolitik. Schon über 83.000 Menschen haben eine Petition mitgezeichnet, die auf eine grundlegende Reform der Gema hinaus will. Ihnen gegenüber stehen etwa 60.000 Berechtigte, die an den Erträgen der Gema beteiligt werden. Der Gema geht es nun in breiter Öffentlichkeit an den Kragen und immer heftiger mehren sich die Stimmen, die mit dem „System Gema“ ihre Probleme haben und Unzufriedenheit bekunden. Worum geht es dabei genau?

Pariser Flair: Margaret Fingerhut spielt Klaviermusik von Alexandre Tansman

01.07.09 (Michael Kube) -
Ausgerechnet das britische Label Chandos hat in den letzten Jahren den Werken des polnisch-französischen Komponisten Alexandre Tansman (1897–1986) mit vorzüglichen CD-Veröffentlichungen wieder zu einiger Aufmerksamkeit verholfen. Denn Tansman gehört zu jener Generation von Komponisten, die von den Ereignissen des 20. Jahrhunderts quasi überrollt wurden…

Frei nach Freud: Christian Spuck deutet Glucks „Orphée et Euridice“ in Stuttgart

01.07.09 (Verena Großkreutz) -
Für die Begründer der Gattung Oper besaß der thrakische Singer-Songwriter Orpheus das Charisma eines Schutzheiligen. Rechtfertigte doch die mystische Macht seines Gesanges das gesungene Wort auf der Bühne. Denn gemäß der überlieferten Sage gelang es dem Erzpoeten, dank seiner betörenden Stimme, seine geliebte Eurydike wenigstens vorübergehend dem Totenreich zu entreißen: Überwältigt von der herzzerreißenden Totenklage Orpheus' gab Hades Eurydike frei.

Mit jugendlicher Reife - Lionel Bringuier dirigiert Staatskapelle Dresden

30.06.09 (Tobias Niederschlag) -
Gerade einmal 19 Jahre war er alt, als er Ende August 2006 in einem Aufführungsabend bei der Sächsischen Staatskapelle debütierte. Ein jüngerer Dirigent hat bis heute nicht vor dem Orchester gestanden – aber Lionel Bringuier beeindruckte damals nicht nur durch sein jugendliches Alter, sondern auch durch seine erstaunliche musikalische Reife. Am 30. Juni 2009 kehrt der Franzose jetzt nach drei Jahren zu einem erneuten Aufführungsabend in die Semperoper zurück.

10. Yiddish Summer Festival beginnt in Weimar - Musik aus Moldawien im Mittelpunkt

29.06.09 (Kristin Haug - ddp) -
Weimar - Doris Schmitten hat ihre Matratze an die Wand eines leer stehenden Klassenzimmers gelehnt. Sie dient der Akkordeonspielerin für vier Wochen als Schlafgelegenheit in der alten Harry-Graf-Kessler-Schule. Schmitten ist extra aus der Eifel nach Weimar gekommen, um das Yiddish-Summer-Festival ehrenamtlich mitzuorganisieren, das von Mittwoch (1. Juli) bis 7. August in der Klassikerstadt stattfindet. «Das Musikfest ist so lebendig, jeder ist willkommen, jeder kann sich mitteilen», schwärmt die Musikerin.

Europa, deine Ohren: die achte Biennale der Neuen Musik in Düsseldorf

29.06.09 (Georg Beck) -
Ein Europabild zeitgenössischer Musik in vier Konzertabenden. Kuratiert, im Biennale-Rhythmus, von Komponisten und Interpreten der Szene, interpretiert vom notabu-ensemble neue musik unter Mark-Andreas Schlingensiepen. In der Rolle des Cicerone bisher: Siegfried Palm, Manfred Trojahn, Günther Becker, Friedrich Cerha, Heinz Holliger, Beat Furrer, Lukas Ligeti. In der achten Ausgabe nun mit Krzysztof Meyer ein polnischer Blick auf Europa.
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