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Alle Artikel kategorisiert unter »70 Jahre nmz«

Neustart Kultur mit Hindernissen

15.09.21 (Ludwig Greven) -
Dass das gesellschaftliche Leben wieder in gleichem Umfang stattfinden kann wie vor der Pandemie, ist noch Zukunftsmusik. Lockerungen der Corona-Regelungen wie etwa in Baden–Württemberg sind noch die Ausnahme. Nach wie vor sind Musiker und Musikerinnen auf Förderprogramme wie NEUSTART Kultur angewiesen. Eine Momentaufnahme dieser Maßnahme gibt in seinem Report unser Autor Ludwig Greven. Sein Fazit ist jedoch ernüchternd: „Die Musik-Förderprogramme helfen vielen freien Musikern und Orchestern wenig. Während fest finanzierte Ensembles und Festivals relativ gut durch die Coronakrise kommen, gibt es auch im Amateurbereich gezwungenermaßen viel Improvisation und kreative Ideen.“

„Erst Kontinuität bildet Kompetenz aus“

18.08.21 (Juan Martin Koch) -
Wer sich auf der Internetseite der Hochschule für Musik Münster über den Bachelor Lehramt informiert, findet dort seit letztem Jahr einen überraschenden Eintrag: In der Liste der als Hauptfach angebotenen Instrumente heißt es da – brav alphabetisch zwischen Posaune und Querflöte einsortiert: „Producing & Digitale Musikpraxis“.

Ein dynamischer Prozess, der zu gestalten ist

16.08.21 (Juan Martin Koch) -
Philipp Ahner ist seit 2017 Professor für Musikpädagogik und Musikdidaktik im Kontext digitaler Medien am Landeszentrum MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen und seit 2019 Prorektor für Studium, Lehre und Forschung. Sein aktueller Forschungsschwerpunkt ist musikdidaktische Forschung mit digitalen Medien im Jugendalter und in der Lehrerbildung. Der Diplom-Gesangs- und Medienpädagoge Matthias Krebs leitet die Forschungsstelle Appmusik der Universität der Künste (UdK) Berlin und forscht aktuell im BMBF-geförderten Verbundprojekt MuBiTec zu Fragestellungen ästhetischer Erfahrungsmöglichkeiten und der Kompetenzentwicklung in appmusikalischen (Bildungs-)Kontexten. Mit den beiden Experten sprach Juan Martin Koch über digitale Musikpraxis und -pädagogik.

Musik und Kunst in sozialer Distanz

12.06.21 (Anna Schürmer) -
Dies ist kein klassischer Festivalbericht der Wittener Tage für Neue Kammermusik 2021. Vielmehr fahndet der Text nach Diskursen, welche „Witten21“ aufspannt zwischen „Musik und Medien“: So heißt der Lehrstuhl, den Golo Föllmer (gf) mit Anna Schürmer (as) und zwei weiteren Mitarbeitern seit kurzem an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg interdisziplinär zwischen Musik- und Medienwissenschaft etabliert. Im Dialog über „Witten21“ treten Motive zum Zusammenspiel von technischer Innovation und künstlerischen Strategien in Zeiten sozialer Distanzierung zutage (#1), gefolgt von konzeptionellen Überlegungen zu zwei Hauptwerken des Festivaljahrgangs 2021: „Vertigo / Infinite Screen“ von Brice Pauset und dem Künstlerduo Arotin & Serghei verschmilzt „Sound & Vision“ zu einem hybriden Gesamtkunstwerk (#2) während Mauro Lanzas Streichquartett-Zyklus „Aether is a haunted place“ nostalgische Referenzen aus gespenstischen Dimensionen sendet. (#3).

Zur sozialen Lage der Künstler und Kreativen

19.05.21 (Alexander Keuk) -
In ihrem 70. Jahrgang will die nmz nicht alles anders machen, aber doch einiges neu. Kosten- und zeitsparende ZOOM-Konferenzen ermöglichen es unserer Redaktion, enger mit den Verbänden der nmz in Austausch über relevante Themen zu kommen. Thema Nummer eins unter den Musikverbänden ist derzeit fraglos die soziale Lage der Künstler und Musiker, die ganz eng mit der großen Frage verknüpft ist: „Welche Aufgabe haben Musik und die Künste in unserer Gesellschaft, inbesondere in Zeiten einer weltumspannenden Pandemie?“ Wie sich die gesellschaftliche Haltung zu Kunst und Kultur im Laufe der Jahrzehnte gewandelt hat und wohin der Weg vielleicht führen könnte – nämlich zu einer neuen solidarischen Gesellschaft –, das ist der rote Faden des Gesprächs des Komponisten und Publizisten Alexander Keuk mit der Soziologin und Hochschullehrerin Dr. Alexandra Manske.

Fehlende Perspektiven, Resignation, Hoffnungsschimmer

27.04.21 (Marit Magister) -
Seit nunmehr einem Jahr findet der Unterrichtsbetrieb an deutschen Musikhochschulen unter erschwerten Bedingungen statt. Ein großer Teil der theoretischen Pflichtfächer wurde in den digitalen Raum verlagert, der Hauptfachunterricht konnte in vielen Fällen nur eingeschränkt in Präsenz erfolgen, die für das Studium essentiellen Kammermusik-, Ensemble- oder Musiktheaterprojekte mussten größtenteils ausgesetzt werden, und Abschlusskonzerte finden – wenn überhaupt – vor fast leeren Stuhlreihen statt. Dies hat gravierende Folgen für die Absolvent*innen sowie für all jene, die kurz vor ihren Abschlüssen stehen.

Die beschwiegene Zukunft

21.04.21 (Bernhard König) -
1961 war der Komponist György Ligeti eingeladen, vor einem illustren Publikum aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik einen Vortrag über die „Zukunft der Musik“ zu halten. Ligeti trat ans Rednerpult und schwieg zehn Minuten lang. Seinen provokativen Auftritt kommentierte er später mit den Worten, er habe „keine Unwahrheiten“ sagen wollen. John Cage wiederum hatte bereits 1937 einen bemerkenswerten Text zum gleichen Thema geschrieben. Seine Vision: Eine komplett synthetisch erzeugte Musik, die in eigens eingerichteten Zentren für experimentelle Musik entsteht und aus allem Klingenden schöpfen kann.

Musikindustrie zwischen Hoffen und Bangen

24.03.21 (Georg Rudiger) -
Die Kurve steigt langsam an und wird immer steiler. Kurz vor dem Höhepunkt flacht die Linie ab und verharrt auf diesem hohen Niveau, dann fällt sie plötzlich ab. Es folgt eine leichte Wellenbewegung, ehe die Kurve am Ende der Grafik wieder kräftig ansteigt. Eine zweite Welle kündigt sich an. Bei diesem bunten, mit mehreren zusätzlichen Linien versehenen Schaubild geht es allerdings nicht um Infektionszahlen oder Impfquoten, sondern um die Umsatzentwicklung der deutschen Musikindustrie zwischen 1984 und 2019. Man erkennt aus der Grafik des Bundesverbands Musikindustrie (BVMI), wie der CD-Verkauf ab 1984 in die Höhe schießt und gleichzeitig Schallplatten und Musikcassetten rapide an Marktanteil verlieren.

Ein sensibles, ein schwieriges Kapitel

10.03.21 (Andreas Kolb) -
Ein neues EU-Gesetz soll regeln, wer was im Internet verbreiten darf – und was nicht. Es gab viel Protest gegen die neue EU-Richtlinie, die vor allem die Rechte der Urheber stärken soll und die Plattformen wie YouTube und Facebook zwingen soll, stärker gegen vermeintlich illegal hochgeladene Inhalte vorzugehen. Im Fokus der Kritik die Upload-Filter, die angeblich das Ende des freien Internets einläuten. Bis zum Sommer 2021 geht es darum, den EU-Entwurf in deutsches Recht umzusetzen. Am 3. Februar wurde nun im Kabinett ein Gesetzesentwurf zur Reform des Urheberrechts verabschiedet. Und wieder gibt es massive Kritik sowohl von Seiten der Netzpolitik als auch der Verleger und der Musikwirtschaft.
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