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Alle Artikel kategorisiert unter »Candide«

Kopftheater – Leonard Bernsteins „Candide“ an der Komischen Oper Berlin

25.11.18 (Peter P. Pachl) -
Die auf Voltaires satirischer Novelle „Candide ou l’Optimiste“ beruhende Handlung von Leonard Bernsteins „Candide“ verlangt nach einer aberwitzigen Folge von Schauplätzen, die selbst als Ausstattungsrevue kaum adäquat zu realisieren wären. Barry Kosky hat einen umgekehrten Weg eingeschlagen: den in die Vanitas des Endes der Handlung – ein Kopftheater auf der zumeist leeren Bühne. Wichtig ist dem inszenierenden Hausherrn das Spiel, das Tempo, die Intensität einer in ihren Spitzen ausgezeichneten Solist*innen-Riege und der sich wieder einmal überbietenden Chorsolisten der Komischen Oper Berlin.

Postfaktisches Welttheater: Bernsteins „Candide“ in Weimar

05.09.17 (Roland H. Dippel) -
Es war Leonard Bernstein bei seiner Vertonung von Voltaires auf Ideologiezersetzung und Moralkritik setzenden Kurzroman „Candide“ sicher nicht klar, dass diese Partitur noch nach seinem Tod Texter und Bearbeiter beschäftigen wird. Etwas hakte immer in dieser bösen Weltreise mit dem nüchternen Ende. Zeitweilig hielt man konzertante Aufführungen mit Loriots kongenialen Zwischentexten für die beste aller möglichen Realisierungen im deutschen Sprachraum. Das wird jetzt anders.

Umjubeltes Gleichnis – Leonard Bernsteins „Candide“ im Münchner Gärtnerplatztheater

19.12.15 (Wolf-Dieter Peter) -
Nach allem Beifall, Jubel und Bravo stellten sich in der Ruhe des nächtlichen Heimwegs erschreckende Parallelen ein. Da konstatierte Martin Luther im 16.Jahrhundert „Wenn ich wüsste, dass morgen der Jüngste Tag wäre, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“ – und der durch seine bestechenden Wissenschaftssendungen im Fernsehen unvergessliche Hoimar von Ditfurth wandelte 1985 für sein letztes Buch, in dem er all unsere derzeitigen Katastrophen prognostizierte, Luther leicht ab: „So lasst uns denn ein Apfelbäumchen pflanzen“.

Viertelszenisch: Bernsteins „Candide“ mit Loriots Texten als Star-Event an der Deutschen Oper Berlin

16.03.12 (Peter P. Pachl) -
Die Geschichte, rund um die jüngste Opernproduktion an der Deutschen Oper Berlin ist fast so abenteuerlich, wie die Handlung von Leonard Bernsteins „Candide“ selbst: Alard von Rohr, Sohn des Stuttgarter Bassisten Otto von Rohr und einer der engsten Mitarbeiter von Götz Friedrich in der künstlerischen Administration der Deutschen Oper Berlin, wurde nach wenigen Monaten als Kulturstaatssekretär im Jahre 2000 in den Ruhestand versetzt und wirkt nun als Kaufmann- und Netrebko-Schrott-Verwerter im Konzertgeschäft von „Gipfeltreffen der Stars“. Mit der Firma „A-Pro Just Classics! GmbH“, die ihre Arbeit im Jahre 2003, mit einem Konzert zum 80. Geburtstag von Loriot“ aufgenommen hatte, mischte er nun das Programmangebot der Deutschen Oper Berlin auf.

Mit Brechtschen Mitteln, musikalisch zur Oper erhoben und chic gestylt –Bernsteins „Candide“ an der Staatsoper Berlin

25.06.11 (Peter P. Pachl) -
Es heißt, wie Candide selbst vergeblich die „beste aller Welten“ suche, so habe Leonard Bernstein für seine Musikdramatisierung von Voltaires philosophisch-satirischem Roman auch die „beste aller Fassungen“ bis zuletzt nicht gefunden. Das vom Komponisten in vier unterschiedlichen Versionen abgefasste, zuletzt auf eine Konzert-Version reduzierte Musical ist in Berlin in Bernsteins vorletzter Fassung von 1989 für die Scottish Opera zu erleben. Aber die Dialoge dieser Fassung sind gänzlich ausgemerzt. Statt dessen zitiert der Darsteller des Candide in Berlin aus Voltaires, auch von den anderen Handlungsträgern immer wieder als Lektüre herangezogenen „rotem Buch“, welches hier – ähnlich wie in George Taboris Inszenierung von Samuel Becketts „Warten auf Godot“ das Buch des gedruckten Stücktexts – Motor der Spielvorgabe ist.
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