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Alle Artikel kategorisiert unter »Dalia Schaechter«

Heinrich Böll aus Kindermund – „dokupoetisches Musiktheater“ von Helmut Oehring im Kölner Staatenhaus

19.12.17 (Frieder Reininghaus) -
Frieder Reininghaus hat die Uraufführung von Helmut Oehrings neuestem Musiktheaterwerk in Köln besucht. Sein Bericht greift weit zurück in die Komponistenentwicklung seit 2001. Die Sentenz: „Wer mit der Kunst zu tun hat, braucht keinen Staat“ bekommt hier einen (un-)gewollt komischen Beigeschmack.

Leuchtturm ohne Strahlkraft – Uraufführung der Kammeroper „To the Lighthouse“ in Bregenz

17.08.17 (Wolf-Dieter Peter) -
Literaturkenner nennen Virginia Woolfs 1927 erschienenen Roman „Die Fahrt zum Leuchtturm“ in einem Atemzug mit „Ulysses“ von James Joyce und Prousts „Recherche“: in der Technik des nur teilweise ordnend gefilterten Bewusstseinsstroms wird das Innenleben einer Sommergesellschaft auf der Isle of Skye vor und nach dem Ersten Weltkrieg dargestellt. Auf der Werkstattbühne des Bregenzer Festspielhauses wurde nun der Versuch einer „Bewusstseinsstrom-Oper“ des griechischen Komponisten Zesses Seglias (* 1984) uraufgeführt.

Ein Hauch von zarter Melancholie – Dietrich Hilsdorf inszeniert Verdis Falstaff in Köln

Die Kölner warten bekanntlich noch immer darauf, mit ihrem Opernbetrieb wieder an das angestammte Haus am Offenbachplatz zurückkehren zu können. So lange aber dort noch Baustelle ist, gastiert man in Ausweichspielstätten wie dem Staatenhaus – eigentlich nichts weiter als eine große Halle, die bühnentechnisch keine großen Sprünge und spektakuläre theatralische Wirkungen erlaubt.

Und Kundry schwimmt im Müllsack … Wagners „Parsifal“ mit La fura dels Baus in der Kölner „Oper am Dom“

30.03.13 (Frieder Reininghaus) -
Um eine dekadente Männergesellschaft geht es bei Richard Wagners in mittelalterlicher Folie verortetem Bühnenweihfestspiel „Parsifal“, um Mitleid und Erlösung von einem Übel, das sich vermittels Verführung durch dunkle Weiblichkeit und „Unkeuschheit“ einstellt. Prägend für die Handlung ist auch die Rivalität zwischen den „eigentlich“ Guten, den Rechtgläubigen, und einem Abtrünnigen, also böse Gewordenen, der ein Etablissement der Schönheiten und Lüste unterhält. Manche Exegeten halten deshalb den vieldeutig schillernden, womöglich von antisemitischer Grundierung nicht freien „Parsifal“ für ein „Ideendrama“.

Es gibt doch ein Leben nach dem Blut: Fulminante Wiederentdeckung von Wolfgang Fortners „Bluthochzeit“ an den Wuppertaler Bühnen

14.01.13 (Georg Beck) -
Am Ende sind es die Frauen, die übrig bleiben. Da hocken sie in ihren Ecken und können es nicht fassen. Und auf einmal hat sich dieses Stück selbst verwandelt aus einem über eine rasante Talfahrt der Gewalt in eines über die Frage: wie weiterleben in einer Gesellschaft, die den „Weg des Blutes“ gegangen ist? In ein Stück, das hinter das Mantra der ewigen Mitläufer blickt. Derjenigen, die es nicht schaffen, nein zu sagen, wenn Dinge passieren, die mit den Überzeugungen, mit den Gefühlen nicht zusammengehen. So gesehen, ist die Braut, die dies schafft, bei aller Tragik, das Hoffnungszeichen dieses düsteren Lorca-Stoffs.
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