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Alle Artikel kategorisiert unter »Florian Ludwig«

Die Grausamkeit des Banalen – HK Grubers „Geschichten aus dem Wiener Wald“ in Hagen

Die Grausamkeit des Banalen – HK Grubers „Geschichten aus dem Wiener Wald“ in Hagen 45 Jahre lang war ihm das Theater Beruf und Berufung gleichermaßen, 27 Jahre davon hat er als Intendant gewirkt, die letzten zehn als Verantwortlicher des Theaters Hagen, auf der Grenze Westfalens zum Sauerland gelegen: Norbert Hilchenbach. Er hat sich nun mit einer letzten Inszenierung als Theatermann verabschiedet. In Hagen feierten die „Geschichten aus dem Wiener Wald“ Premiere und ernteten mächtig Beifall.

Explosive Partitur – Riccardo Zandonais „Giulietta e Romeo“ in Braunschweig

30.05.17 (Roland H. Dippel) -
Zum Klangrausch sondergleichen wurde das 1922 am Teatro Constanzi in Rom uraufgeführte Musikdrama „Giulietta e Romeo“ von Riccardo Zandonai nach Erfurt auch am Staatstheater Braunschweig. Der Kontrast beider Konzeptionen könnte größer nicht sein: Guy Montavon zeigt die glücklose junge Liebe als Vereinigung in einem Jugendinternat. Das große Orchesterintermezzo illustriert er mit Filmdokumenten von Mussolinis Luftwaffe. In Braunschweig setzt Regisseur Philipp Kochheim mit Dirigent Florian Ludwig auf messerscharfe Durchdringung und zeigt die Liebestragödie als letzten Wachtraum eines sterbenden Kriegsverletzten.

Boah-Ey!

09.10.16 (Gordon Kampe) -
Watt schön! Da klopfte das Herz des Lokalpatrioten: Siebzig Jahre NRW – was ein Fest! Die Kanzlerin war da, sogar der Queen ihr Enkel! Und was wurde er besungen, der Strukturwandel. Alles hat sich geändert in diesem wunderbaren Land, das den Gefahren der Zukunft trotzen wird wie nix. Und wie traditionsverbunden und dabei dennoch avant man ist, das zeigte sich selbstredend auch an der Musikauswahl, die die ganze Vielfalt des Landes im besten Licht präsentierte – Musik von B.A. Zimmermann wurde ges­pielt! Und Henze! Und Stockhausen! Und zwei Uraufführungen!

Ein kitschiges Herzkissen für Antonio Smareglia: „La Falena“ im Staatstheater Braunschweig

17.04.16 (Peter P. Pachl) -
Die rare, dank dem Staatstheater Braunschweig ermöglichte Begegnung mit Antonio Smaregilas dreiaktiger Oper „La Falena“ macht die Geistesverwandtschaft des Komponisten zu James Joyce, der Smareglia bewunderte, nachvollziehbar. Denn selten sonst wird in der Oper mit so viel Wortreichtum und mit einer solchen Vielfalt von Modulationen und Tonmalerei so viel Assoziatives ausgesagt, aber zugleich so wenig an Aktion transportiert – nimmt man einmal Richard Wagners „Handlung in drei Aufzügen“ aus; der „Tristan“ allerdings stand mit seiner unendlichen Melodie Pate für jenes „Theater der Poesie“, das der 1854 im heute in Istrien liegenden Pola geborene Komponist als Gegenbewegung zum Verismo entwickelt hat.

Stadt sucht Kulturknecht

14.04.16 (Martin Hufner) -
Die Abstimmung zum Musik-Gordi führt bei manchen Nominierten zu Entsetzen. Dieses Jahr ist Hagens Oberbürgermeister Erik O. Schulz nominiert. Es geht um andauernde und fortgesetzte Sparmaßnahmen im Kulturbereich. Der Generalmusikdirektor von Hagen, Florian Ludwig, muss mit den Folgen klarkommen. Für ihn ist die Nominierung des Oberbürgermeisters Anlass, auf den traurigen Zustand hinzuweisen – auf Facebook, sicht- und lesbar für seine „Freunde“.

Theater Hagen: Bewerber für das Intendantenamt werfen das Handtuch

13.04.16 (PM - VdO) -
Immerhin: Alle verbliebenen Kandidaten für den Intendantenposten des Theaters Hagen haben ihre Bewerbung zurückgezogen. Das meldet das Theater Hagen. Im Nachgang zur Ratssitzung der Stadt, in der eine weitere Zuschusskürzung für das Theater um 1,5 Millionen Euro beschlossen wurde, haben die Bewerber offenbar die Lust verloren. „Konfrontiert mit dieser Beschlusslage, die sich die zukünftige Intendanz auch vertraglich festschreiben lassen soll, haben auch die verbliebenen Kandidaten ein Engagement am Hagener Theater für nicht realisierbar erklärt“, heißt es in der Pressemeldung.

Fidelios enttäuschter Blick auf die Vergangenheit – Beethovens Freiheitsoper im Theater Hagen

Zu Beginn der Ouvertüre sitzt eine ältere Dame auf der Bühne in nachdenklicher Pose. Ihr introvertierter Blick geht nach innen, richtet sich auf die Vergangenheit. Erinnerungen werden wach. Es sind die Geschehnisse von einst, als Leonore alias Fidelio einen Gefangenen vor dem sicheren Tod im Kerker des Despoten Don Pizarro gerettet hat. Die ältere Dame ist diese Leonore. Und mit ihr beginnt die Inszenierung von Beethovens Freiheits-Oper am Theater Hagen.

Das lange Warten auf Anatol – Am Theater Hagen geht die Reihe mit amerikanischen Opern erfolgreich weiter

Das Theater Hagen überrascht doch immer wieder. Und zeigt sich konsequent in seinem Engagement für die amerikanische Oper! Vieles gab es da in den letzten zehn, zwölf Jahren zu sehen und zu hören: neben Klassikern wie Kurt Weills „Street Scene“ und Leonard Bernsteins „West Side Story“ unter anderem Raritäten wie William Bolcoms „A View from the Bridge“, André Previns „Endstation Sehnsucht“ und zuletzt (vor drei Jahren) Carlisle Floyds „Susannah“. Jetzt steht Samuel Barbers „Vanessa“ auf dem Spielplan – und damit kann das Haus wieder einmal punkten!

Intrige in tristem Grau – Annette Wolf inszeniert Verdis „Otello“ im Theater Hagen

Wo nehmen die Hagener Theatermacher eigentlich diese Energie her, mit der sie Abend für Abend gutes und anspruchsvolles Programm auf die Bühne stellen? Angesichts der Daumenschrauben, die dem Haus vor Jahren angelegt wurden und an denen beständig gedreht wird, um noch mehr und noch mehr zu sparen. Für Resignation oder Lethargie jedenfalls scheint dort offensichtlich kein Platz zu sein.
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