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Alle Artikel kategorisiert unter »Lydia Steier«

Verachtet mir das Genre nicht – „Les Troyens“ von Hector Berlioz an der Semperoper Dresden

08.10.17 (Joachim Lange) -
Die Zuschauer, die am Premieren-Abend die Semperoper in einer der beiden Pausen verließen, haben auf jeden Fall eines verpasst: die grandiose Christa Meyer mit dem Schlussgesang der Königin Didon, wenn der Trojaner Énée, samt seiner Leute, Karthago wieder verlässt, um im Auftrag seiner Götter, Italien zu gründen. Mit dieser Rolle hat sich Christa Meyer (nach ihrer atemberaubenden Brangäne in Bayreuth) endgültige in der Liga der Sängerinnen etabliert, für die es allein schon lohnt, eine Vorstellung zu besuchen.

Auf die Erde gestellt – Karlheinz Stockhausen „Donnerstag“ aus „Licht“ am Theater Basel

26.06.16 (Georg Rudiger) -
In der linken Hand ein Glas Whiskey, in der rechten eine Zigarette. Die Band im Foyer des Basler Theaters hat noch Pause und wird erst nach und nach vom Dirigenten im roten Anzug zusammengetrommelt. Man trägt Schlaghosen und Langhaarperücke. Und gibt sich auch noch betont relaxt, als die sechsstündige Oper „Donnerstag“ von Karlheinz Stockhausen mit scharfen, gestanzten Akkorden im Blech beginnt.

Pascal Dusapins leichtfüßiger Surrealismus – „Perelà – uomo del fumo“ als deutsche Erstaufführung in Mainz

20.01.15 (Frieder Reininghaus) -
Seit geraumer Zeit gilt Pascal Dusapin als Repräsentant der kunstfertigen neuen Musik in Frankreich und nimmt im dortigen Musikleben in etwa die Funktion ein, die Wolfgang Rihm im deutschen Musikleben zukommt. Zu Beginn des letzten Jahrzehnts bearbeitete sich Dusapin den Roman „Il Codice di Perelà“ zum Libretto. Mit ihm hatte sich Aldo Palazzeschi 1911 als literarischer Freibeuter profiliert und versucht, die Meinungsführerschaft unter den „Futuristen“ zu erobern.

Semioper, für voll genommen: Henry Purcells „The Fairy Queen“ am Theater Regensburg

20.06.13 (Juan Martin Koch) -
Titania bringt Oberon das Hüpfspiel bei. Dass als letztes Kästchen das Erwachsenwerden wartet, wissen die beiden Kinder noch nicht, und während Titania sich bereitwillig weibliche Formen umschnallen lässt, will Oberon es noch nicht so recht wahrhaben. „One charming night“ – von der einen Nacht, die mehr Vergnügen bringt als tausend glückliche Tage, singt dazu eine Fee in Countertenorlage, bis schließlich die letzten Töne aus Oberons zum Bariton mutierter Kehle kommen. Er ist zum Mann gereift und kann mit Titania ein bürgerliches (Liebes-)Leben beginnen.
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