Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Peter Eötvös«

Opernzukunfts-Pessimismus und clownesker Harakiri: zwei Kurzopern von Peter Eötvös im Konzerthaus Berlin

04.03.12 (Peter P. Pachl) -
Im Rahmen des derzeitigen Schwerpunktfestivals „All' Ongarese“ im Berliner Konzerthaus darf auch die Oper nicht fehlen. Kay Kuntze, zwischenzeitlich zum General-Intendanten von Gera/Altenburg avanciert, inszenierte als Koproduktion mir der langjährig von ihm geleiteten Berliner Kammeroper zwei kurze Musiktheaterbeiträge von Peter Eötvös aus den Siebzigerjahren unter dem Titel „Die letzte Oper“.

Theatralik mit Eötvös & ein Nancarrow-Comic

07.10.11 (Max Nyffeler) -
Im fragmentarisierten, live-elektronisch transformierten Vokal- und Ins-trumentalklang der „Risonanze erranti“ (1986/87) von Luigi Nono klingt noch der „Prometeo“ nach. Doch unter dem Einfluss der depressiv-nihilistischen Texte unter anderem von Ingeborg Bachmann und Herman Melville wird nun die Werkstruktur bis an die Grenze der Selbstauflösung geführt. Das Ensemble Experimental unter der Leitung von Detlef Heusinger spitzt die Kontraste entsprechend zu: Die stark in den Vordergrund gerückten Bongos knallen, die Dissonanzen schmerzen, die langen Pausen sind fast überlang. Eine überdeutliche, technisch makellose Aufnahme aus dem Experimentalstudio des SWR. Das prozesshaft flackernde Tubasolo „Post-prae-ludium per Donau“ ist eine gute Ergänzung dazu. (Neos 11119)

Beständig im Wandel

06.10.11 (Barbara Eckle) -
Das Wesen der Dinge pflegt sich zu verbergen, stellte der Vorsokratiker Heraklit fest. Wer sich also nicht auf die Suche begibt, der manövriert stets an der Essenz vorbei. Davor versuchte Pierre Boulez auch dieses Jahr rund 130 junge Musiker und Dirigenten zu bewahren, indem er sie der Kunst, das Wesentliche aufzuspüren und zu benennen, wieder um einiges näher brachte.

Noch eine Kugelgestalt der Zeit: Peter Eötvös’ „Tri Sestri“ an der Berliner Staatsoper im Schiller Theater

04.07.11 (Peter P. Pachl) -
„Infektion!“ nennt sich ein „Festival für Neues Musiktheater“, mit dem die Berliner Staatsoper im Schillertheater ihr Spielzeitende aufpeppt. In dessen Rahmen hatte nun die nicht mehr so neue Oper „Tri Sestri“ von Peter Eötvös Premiere. Die eigenwillige Tschechow-Version der „Drei Schwestern“ war in der Uraufführung, 1998 in Lyon, ausschließlich mit männlichen Sängerdarstellern besetzt, darunter vier Countertenören. Die deutsche Erstaufführung, elf Jahre später in Düsseldorf, verzichtete auf diese Werk-Besonderheit und besetzte die Partitur gemischt. Weitere zwölf Jahre später erklingt das Werk in Berlin ebenfalls geschlechtertypisch, aber mit einem elektroakustisch verstärkten Bassisten in der Partie der Kinderfrau Anfisa.

Und immer rauschte die Ruhr

06.06.11 (Gerhard Rohde) -
Auch Kammermusiker brauchen, von Zeit zu Zeit, frische Luft. Dann verlassen sie stickige Säle und begeben sich in die freie Natur. Wie jetzt bei den Tagen für neue Kammermusik in Witten. Die äußeren Bedingungen waren ideal. Der Kohlenpott ist Vergangenheit. Strahlender Frühlingssonnenschein. Ruhig strömt der von schmutzigen Industrieabwässern befreite Ruhr-Fluss zwischen Witten-Stadt und den dicht bewaldeten Ardey-Hügeln dahin. Öffnet sich weit in den aufgestauten Kemnader See. Wenn man nicht wüsste, wo man sich befindet, könnte man denken, man weilte im grünen Frankreich, in der Franche-Comté am Doubs-Fluss. Bad Witten – warum eigentlich nicht?

Freundliche Blicke auf den Ursprung und viel energische Schönheit bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik

09.05.11 (Stefan Pieper) -
Wenn Friedrich Schiller von „energischer Schönheit“ spricht, appelliert er an einen emanzipatorischen Wagemut, mit der das ästhetisch Neue das Leben wandelt und gesellschaftliche Entwicklung hervorbringt. Den ungarischen Komponisten Peter Eötvös fasziniert an Schillers kunstheoretischem Manifest, „dass er gesellschaftliche Veränderungen von der Ästhetik her denkt und nicht aus wirtschaftlichen Zusammenhängen heraus.“ Gute Gedanken für ein Festival wie den Wittener Tagen für neue Kammermusik, das sich unermüdlich an der Weiterentwicklung von Ästhetiken abarbeitet und diese zu kommunizieren weiß.

Sinn im Paradoxon: Drei Uraufführungen mit dem Ensemble Modern Orchestra im Konzerthaus Berlin

09.11.10 (Barbara Eckle) -
„Nicht bauen, sondern ‚ausdrücken‘!“ beschrieb Schönberg seine Absicht in einem Brief an Busoni im Jahr 1909. Es war das Entstehungsjahr von vieren seiner Fünf Orchesterstücke op. 16, mit denen Schönberg die klassische tonale Tonsprache ablöste und durch freie Atonalität eine expressionistische Phase einleitete, die den Weg in die Zukunft öffnete. Zusammen mit Schönbergs „Variationen für Orchester“ op. 31, dem ersten dodekaphonischen Orchesterwerk des Komponisten von 1928, das gerade die Entformalisierung gleichsam wieder untergräbt und sozusagen nur noch ‚baut’, bildete dies eine stimmige Klammer um die drei Uraufführungen, die im Zentrum des Konzertes standen.

In falscher Ehrfurcht vor dem Text

29.03.10 (Juan Martin Koch) -
Lucifer hat Schnupfen. „Ich hab mich an der Welt erkältet“, singt er und ahnt schon, dass es wohl nichts mehr werden wird mit dem endgültigen Triumph über den alten Herrn, den er im Prolog über Handy noch einmal herausgefordert hatte. Peter Eötvös stellt dem Gesang hier zunächst nur die Tasten des Klaviers zur Seite – eine Reduktion auf Schwarz und Weiß, „damit Gott die Kalligraphie des Teufels sieht und wie ich seine heilige Schrift überschreibe“.

„Die Tragödie des Teufels“: Bayerische Staatsoper bringt Peter Eötvös' neueste Oper heraus

22.02.10 (Agentur ddp) -
An der Bayerischen Staatsoper hebt sich am Montag (22. Februar) der Vorhang für die Uraufführung der neuen Oper des ungarischen Komponisten und Dirigenten Peter Eötvös. Das Textbuch zu der «komisch-utopischen» Oper «Die Tragödie des Teufels» stammt von dem Münchner Dramatiker und Lyriker Albert Ostermaier. Es nimmt Motive von Imre Madáchs 1861 entstandenem Nationaldrama «Die Tragödie des Menschen» auf, das als der ungarische «Faust» gilt.

Kosmische Wanderungen in neuer Musik - GrauSchumacher mit neuer CD

22.09.09 (Martin Hufner) -
„Der Weltraum - unendliche Weiten“, so wurde eine bekannte amerikanische Fernsehserie aus den 60er Jahren im Vorspann aus dem Off eingeleitet. Kosmologische Fragestellungen spielten seit jeher und in den verschiedensten Kulturen auch musikalisch immer wieder eine Rolle. Und wenn Stefan George einmal „Luft von fremdem Planeten“ spürte und Schönberg auch damit einen musikalischen Ausflug in die epochale Neue Musik mit einleitete, so wundert es wenig, wenn dieses Thema auch ein Dauerbrenner in der späteren Neuen Musik wurde. Das Pianoduo GrauSchumacher erkundete den Kosmos nun mit vier Händen.
Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: