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Alle Artikel kategorisiert unter »Albrecht Dümling«

Felix hinter Glas – die große Mendelssohn-Ausstellung in der Berliner Staatsbibliothek

29.01.09 (Albrecht Dümling) -
Neben Oxford, Washington und New York gehört die Staatsbibliothek zu Berlin zu den wichtigsten Sammelstätten für Musikautographe und andere Lebenszeugnisse von Felix Mendelssohn Bartholdy. Immerhin ist der große Komponist und Dirigent in Berlin aufgewachsen, hier wurde er auch begraben. Seine Erben stifteten im Jahr 1878 der Vorgängerinstitution der heutigen Staatsbibliothek den gesamten musikalischen Nachlass des Komponisten, soweit er noch in Familienbesitz war.

Das neue spirituelle Zeitalter lässt noch auf sich warten

11.12.08 (Albrecht Dümling) -
Peter Ruzicka, der erfahrene Lenker maßgeblicher Häuser und Festivals, liebt große Themen und Entwürfe. Dem Grauen des Holocaust in seiner 2001 in Dresden uraufgeführten Celan-Oper setzte er in seinem jüngsten Opus „Hölderlin. Eine Expedition“ nichts weniger entgegen als die spirituelle Errettung der Menschheit: „Es geht um die Frage, ob es für unsere Gesellschaft noch Hoffnung gibt.“ Für beide Werke hatte ihm der Intendantenkollege Peter Mussbach das Textbuch geschrieben. Er hatte Hölderlin an der Berliner Staatsoper inszenieren wollen, was sein Weggang von Berlin dann verhinderte. Als neuer Regisseur sprang Torsten Fischer, einst Schauspielchef in Köln, ein und provozierte mit seinen Änderungen den Autor, der mit Klage drohte.

Spirituelle Werke für ein säkulares Publikum

03.10.08 (Albrecht Dümling) -

Der 100. Geburtstag Olivier Messiaens und der 80. seines Schülers Karlheinz Stockhausen bildeten den Ausgangspunkt der Planung. Da Pierre Boulez den gläubigen Katholiken Messiaen einmal als „französischen Bruckner“ bezeichnet hatte, wählte Winrich Hopp, der Programmverantwortliche, Bruckners Sinfonik als dritten Schwerpunkt und rückte damit Spirituelles in den Vordergrund. Was Bruckner, Messiaen und Stockhausen bei aller Verschiedenheit neben ihrem Katholizismus verbindet, ist ihr Hang zu monumentalen Konzepten.

Vitales Interesse an einem fernen Land

05.09.08 (Albrecht Dümling) -
Aserbaidschan ist ein zweigeteiltes Land: der eine Teil gehört zum Iran, der andere – mit der Hauptstadt Baku am Kaspischen Meer – erklärte 1991 seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Diese alte Kulturnation südlich des Kaukasus war bei den 15 Konzerten des diesjährigen Festivals young.euro.classic mit dem jüngsten Orchester, dem jüngsten Dirigenten und dem jüngsten Solisten vertreten. Die Junge Philharmonie Aserbaidschan war eigens für den Berliner Auftritt gegründet worden.

Gegen die affirmative Funktion von Musik

01.07.08 (Albrecht Dümling) -

Nun sind auch diese bewegten Jahre schon wieder Geschichte geworden. Man reibt sich die Augen: Sind seitdem wirklich vierzig Jahre vergangen? Beteiligte wie Unbeteiligte schauen zurück, erinnern sich und bewerten. Das kann sehr schrille Züge annehmen, wenn etwa – wie in dem Buch „Unser Kampf“ von Götz Aly – die Rebellen von 1968 mit den Hitler-Anhängern von 1933 verglichen werden. Angemessener und weniger einseitig angelegt war dagegen die große Retrospektive „Kunst + Revolte“ der Berliner Akademie der Künste, die sich in diesem Frühjahr in Ausstellungen, Diskussionen, Lesungen, Filmvorführungen, Tanzperformances und Konzerten dem künstlerischen Erbe von 1968 widmete.

Plädoyer für unerbittliche Genauigkeit

01.09.05 (Albrecht Dümling) -

Wer es wagte, sich mit der Musikgeschichte des Dritten Reichs auseinander zu setzen, galt in der Bundesrepublik Deutschland lange Jahre als Außenseiter. Auch heute noch soll es ältere Musikwissenschaftler geben, die solche Forschungen als fachfremd abtun. Fred K. Prieberg hat sich diesen Widerständen schon früh widersetzt. Obwohl er seine Untersuchungen seit 1956 auf eigene Initiative und außerhalb des akademischen Betriebs durchführte, sind sie deswegen nicht minder seriös. Nach seinem längst zum Standardwerk avancierten Buch „Musik im NS-Staat” (1982), einer Furtwängler-Studie „Kraftprobe” (1986) und dem Essay-Band „Musik und Macht” (1991) legte er zuletzt als Zusammenfassung seiner Untersuchungen im Selbstverlag die umfassende CD-ROM-Dokumentation „Handbuch Deutscher Musiker 1933–1945” vor. Diese Dokumentensammlung zu circa 40.000 Musiktiteln und 5.500 Persönlichkeiten, die sich als work-in-progress versteht, ist schon heute weit umfassender als jede andere zur Musik unter der NS-Diktatur. Es ist deshalb unverständlich, dass ein führender deutscher Musikologe, zugleich Herausgeber des neuen MGG, dem Autor mangelnde Datenkenntnis vorwarf. Trotz notwendiger Lücken, die nicht Prieberg anzulasten sind, gibt die Sammlung einen repräsentativen Überblick über das Musikleben jener Jahre. Staunend erfährt man, welch hohen Stellenwert funktionale Musik, meist Lieder und Gelegenheitswerke, einmal besaß. Anders als heute wurde im damaligen Deutschland viel gesungen. Werktitel wie „Die stolze Wehrmacht“ oder „Glauben, gehorchen, kämpfen“ scheinen aus einer anderen Welt zu kommen. Und doch haben solche Machwerke, deren Existenz nach 1945 peinlich verschwiegen wurde, dieses Land einmal geprägt. Niemand, der sich mit der deutschen Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts befasst, kann Priebergs Dokumentation ignorieren.

Wie lange gehört Leipzig noch zu den Verlierern?

01.04.05 (Albrecht Dümling) -
Mitte März kamen gute Nachrichten aus Leipzig: mit 2.100 Ausstellern aus 30 Ländern, einer deutlich vergrößerten Ausstellungsfläche und über 100.000 Besuchern meldete die Buchmesse Rekordzahlen. Traurig steht es dagegen um das jahrhundertelang führende Musikverlagswesen der Stadt, von dem nur wenige Reste blieben. Es ist nicht einmal sicher, ob ihr das schönste Erinnerungsstück, die Musikbibliothek Peters, vollständig erhalten bleibt.

„One-desk-philosophy“ auf getrennten Wegen

01.10.02 (Albrecht Dümling) -

Soviel Neuanfang war selten: seit dieser Saison besitzt das Berliner Philharmonische Orchester einen neuen künstlerischen Leiter, einen neuen Intendanten, eine neue Rechtsform und einen neuen Namen. Ganz neu präsentieren sich auch die Berliner Festwochen, deren langjähriger Leiter Ulrich Eckhardt einem Team um Joachim Sartorius Platz machte. Es hätte also Anlass gegeben, diesen vielfachen Neubeginn festlich zu begehen, um gemeinsam Zeichen für die Zukunft zu setzen. Dies wäre um so mehr angebracht, als die (West-)Berliner Festwochen seit 1951 die Musik als ihr Zentrum begreifen und bislang aufs engste mit dem Berliner Philharmonischen Orchester zusammenarbeiteten. Nicht selten markierte das Eröffnungskonzert zugleich den Beginn der philharmonischen Saison, wobei das Orchester wesentliche Beiträge zu den Themenschwerpunkten der Festwochen leistete. Als besonders aufgeschlossen gegenüber solchen programmatischen Impulsen hatte sich zuletzt der mit Eckhardt befreundete Claudio Abbado gezeigt.

Zurückschauen, um Fortschritt zu erkennen

01.10.02 (Albrecht Dümling) -

Musikzeitschriften beginnen, wie die Beispiele von Robert Schumanns „Neuer Zeitschrift für Musik“ oder Hermann Scherchens „Melos“ belegen, häufig als Idee eines einzigen Mannes, bevor sie sich auf einen größeren Kreis von Mitarbeitern ausweiten. Die „Musik-Konzepte“ starteten vor fünfundzwanzig Jahren in München als Projekt zweier Männer: Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn. Heute leben sie nicht weit entfernt von jenem Haus, in dem Walter Benjamin seine Berliner Kindheit verbrachte. Ihre im Dezember 1977 mit einem Debussy-Heft begonnene Reihe hat sich weiter entwickelt (die jüngsten Hefte widmen sich Regers Orgelwerken, Haydns Streichquartetten und der Mikrotonalität), aber immer noch ruht die Hauptlast der redaktionellen Arbeit auf ihren Schultern. Bereits im Februar 1984 erhielten sie in der Berliner Akademie der Künste dafür den Deutschen Kritikerpreis. An gleicher Stelle fand eine Matinee zum 25-jährigen Bestehen des kühnen Projekts statt, auf Initiative der Akademie, dem die Herausgeber ihr Archiv zugesagt haben.

Von Berlin über Palästina nach New York

01.10.02 (Albrecht Dümling) -
Am 2. Mai 1927 veranstaltete die Berliner Novembergruppe einen denkwürdigen Konzertabend mit drei Klaviersonaten von Hansjörg Dammert, Stefan Wolpe und H. H. Stuckenschmidt. Die drei jungen Komponisten waren miteinander befreundet, weshalb sie gemeinsam ein ästhetisches Programm formulierten. Es handele sich bei diesen Sonaten um „eine Musik formal experimentellen Charakters, bei der das Thematische und Modulatorische zugunsten rein rhythmischer und dynamischer Gestaltung in den Hintergrund tritt.
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