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Alle Artikel kategorisiert unter »Moritz Eggert«

Der ewige Lehrer

13.10.17 (Moritz Eggert) -
Nach der Studienordnung beginnt ein Kompositionsstudium im Bachelor (4 Jahre), wird im Master fortgesetzt (2 Jahre), eventuell gibt es noch Meisterklasse oder diverse andere Postgraduiertenstudien (1+ Jahre) … aber irgendwann ist unweigerlich Schluss: man entlässt die Studenten in die wilde, weite Welt der Musik, wo sie auf sich allein gestellt im Dschungel der Stipendienbewerbungen und hoffentlich Kompositionsaufträge überleben müssen. Man sagt ihnen auf Wiedersehen und wünscht ihnen alles Gute, zumindest ist das an normalen Unis so. Nicht aber an Musikhochschulen.

Wo die wilden Talente wohnen

08.09.17 (Moritz Eggert) -
In seinem Buch „Die digitale Revolution der Musik“ schreibt Harry Lehmann über den Wandel der Bedeutung von Institutionen durch die zunehmende Demokratisierung der künstlerischen Medien durch „Eplayer“. Als ich dadurch angeregt kürzlich im Bad Blog über die „akademische Blase“ schrieb, bekam ich von akademischen Kollegen eins auf den Deckel, von den nicht-akademischen sehr viel Lob.

Der Hörer muss den Code knacken

20.07.17 (Moritz Eggert) -
Es ist meine feste Überzeugung, dass die Verächter Neuer Musik keineswegs von „Dissonanzen“, „Atonalität“ oder „Geräuschen“ abgeschreckt werden. Das sind einfach nur unbeholfene Hilfsbegriffe, die in Wirklichkeit ein ganz anderes Unbehagen ausdrücken, nämlich das Unbehagen vieler Hörer, nichts zu verstehen. 

Der Einfluss der Kantinen auf die Zukunft der Musik

07.06.17 (Moritz Eggert) -
Kantinen spielen eine unterschätzte und selten diskutierte Rolle im Hochschulleben. Schließlich sind sie der Ort, an dem sich jedermann trifft, und daher vor allem für Komponisten von entscheidender Bedeutung. Denn nur hier kann das scheue und äußerst seltene Wesen „Ich-bin-Instrumentalstudent-und-tatsächlich-bereit-zeitgenössische-Musik-zu-spielen“ angetroffen werden, ein Wesen, von dessen tatsächlicher Exis­tenz immer nur gemunkelt wird, das in seltenen Momenten in Kantinen auftauchen soll und durch einen Cappuccino in eine unverfängliche Unterhaltung wegen des nächsten Klassenkonzerts verwickelt werden kann.

Werdegang eines Komponisten

11.05.17 (Moritz Eggert) -
Viele meiner Leser werden sich fragen, wie ein typisches Kompositionsstudium eigentlich verläuft und was es von anderen Musikstudiengängen unterscheidet. Mit dem Komponieren hat man natürlich die geringsten Aussichten auf ein geregeltes Einkommen. In dieser Hinsicht ähnelt das Kompositionsstudium also dem Philosophiestudium – es ist hochinteressant und wichtig, aber eher ein erweiterndes Studium. Der „reine“ Kompositionsstudent – früher noch recht häufig anzutreffen – ist inzwischen eine Seltenheit, die meisten meiner Studenten haben zusätzliche Instrumental-, Vokal- oder Theoriestudiengänge hinter oder vor sich.

Das innere Ohr

07.04.17 (Moritz Eggert) -
Der Beginn jeden Komponierens ist das, was man im Kopf hört, bevor man eine Taste drückt, einen Mausklick macht oder ein Sample auslöst. Ohne dieses innere Hören ist Komponieren nicht Komponieren, sondern Ausprobieren.

Die Notenbibliothek von Babel

16.03.17 (Moritz Eggert) -
In dem Comic „Sandman“ von Neil Gaiman gibt es einen Bibliothekar, der die nie geschriebenen oder nie vollendeten Bücher der großen Dichter verwaltet. Diese Bibliothek enthält natürlich wesentlich mehr Bücher, als diese Dichter tatsächlich geschrieben haben.

Hast du das wirklich so gewollt?

16.02.17 (Moritz Eggert) -
Als mein Kollege Jan Müller-Wieland einmal als junger Student in Darmstadt zu Besuch war, fragte ihn ein gestrenger Dozent: „In Ihrem Klavierstück, nach diesem langen Tremolo, wiederholen Sie das exakt gleiche Tremolo eine Oktave höher. WARUM AUSGERECHNET EINE OKTAVE???“. Jan zögerte nur kurz und sagte dann trocken: „Weil ich es so gewollt habe“.

Schreibschwierigkeiten

12.12.16 (Moritz Eggert) -
Eines der Hauptthemen meines Unterrichts ist ein ganz und gar kunstfremdes: die Notation von Musik. Daher fühle ich mich manchmal wie ein Literaturprofessor, der vor allem über Rechtschreibung reden muss.

Kommunikations­probleme

08.11.16 (Moritz Eggert) -
Als Komponist fühlt man sich bei einer Orchesterprobe meistens so unerwünscht wie ein Gerichtsvollzieher bei einer Beerdigung. Wobei das thematisch sogar gut passt, denn die alte Weisheit „nur ein toter Komponist ist ein guter Komponist“ wird den meis­ten ausübenden Musikern von ihren oft spießigen und kunstfeindlichen Professoren schon von früh an eingeimpft.
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