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Alle Artikel kategorisiert unter »Roland H. Dippel«

Liebliches Gebiet für ein raues Gefühl: Gordon Kampes „Wut“ bei den Salzburger Festspielen

04.08.22 (Roland H. Dippel) -
Die Musiktheater-Produktionen der Salzburger Festspiele sind fast immer Schlemmerfilets mit einem breiten Bouquet an Sättigungserlebnissen, in erster Linie für Erwachsene. Doch bei der Uraufführung des Auftragswerks des Komponisten Gordon Kampe mit dem Textautor und Regisseur Sebastian Bauer nach Toon Tellegen in deren Jugendprogramm jung & jede*r gibt es Trenn- und Schonkost. Dabei kann der originelle Ton-Dekonstrukteur Kampe eigentlich sehr gut mit jungem Publikum. Etwas blass ist „Wut“ noch, was sich in Folgeproduktionen leicht ändern lässt.

Fundstück Nr. 54: Die Neuburger Kammeroper entdeckt Giuseppe Moscas „Die Poststation“

27.07.22 (Roland H. Dippel) -
In Neuburg an der Donau gibt es zum 54. Mal eine Opern-Rarität in deutscher Übersetzung. Wieder stellen Annette und Horst Vladar mit „La dilligenza a Joigny“ von Giuseppe Mosca ein Stück und einen Komponisten aus den Fußnoten heutiger Musikgeschichten vor. Die Komödie eines Rossini-Zeitgenossen aus dem Jahr 1813 bereitet auch im Juli 2022 Vergnügen.

Ausgefuchst dialektisch: „Nabucco“ als verbitterte Sommeroper in Erfurt

17.07.22 (Roland H. Dippel) -
Regisseurinnen und Regisseure lassen sich, inspiriert durch den groben Prankenschlag Giuseppe Verdis in seinem ersten internationalen Erfolg von 1842, von Rostock bis Straubing zu szenischen Gewalteskalationen inspirieren. Temistocle Solera hatte in seinem Textbuch nach dem Schauspiel „Nabuchodonosor“ von Auguste Anicet-Bourgeois und Francis Cornu den alttestamentarischen Stoff über die in babylonische Gefangenschaft verschleppten Juden sehr frei und knapp behandelt. In Erfurt machte Intendant Guy Montavon daraus eine Studie, wie porös und verwundbar die Haut der Zivilisation über dem Fleisch der Antihumanität ist. Keine unbeschwerte Sommeroper also, bei der die hochdramatischen Hauptpartien von der Premierenbesetzung erfreulich gut und stark gesungen werden.

Ein Fest für die Elbe und für Europa

29.06.22 (Roland H. Dippel) -
Mit ihren eigenen Veranstaltungen und den im Programmangebot geführten Kooperationskonzerten ergaben die Dresdner Musikfestspiele, auferstanden aus den für die Kultur extrem harten Pandemie-Ruinen der beiden letzten Jahre, vom 11. Mai bis 10. Juni ein fulminantes Spektrum an Konzert-, Musik- und Ortsfarben. Zum Beispiel in dem von Intendant Jan Vogler seinem Instrument gewidmeten Festival-Schwerpunkt Cellomania 2.0. Mehrfach musste man bei Simultanterminen wählen, wie am Morgen des 22. Mai zwischen der Sächsischen Staatskapelle unter ihrem Noch-Chefdirigenten Christian Thielemann mit Alexander von Zemlinskys „Lyrischer Symphonie“ in der Semperoper und dem hr-Sinfonieorchester unter Paavo Järvi und Jan Vogler mit Dvorak und Beethoven.

Glückspillen-Finale: „Me and My Girl“ an der Musikalischen Komödie Leipzig

26.06.22 (Roland H. Dippel) -
Chefdirigent Stefan Klingele und Chefregisseur Cusch Jung machten, bevor sie sich neuen Aufgaben zuwenden, „Me and My Girl“ am Samstagabend zum schönen Finale mit Freudegarantie. Der Applaus tobte noch, als Soli, Chor, Ballett bereits von der Bühne waren und Klingele mit dem Orchester im Graben zu einem letzten Medley ansetzte. Vom Leitungstriumvirat der Musikalischen Komödie bleibt zum Start den neuen Leipziger Opernintendanten Tobias Wolff im September 2022 nur der künstlerische Betriebsdirektor Torsten Rose.

Erfrischend: Giuseppe Scarlatti bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci

19.06.22 (Roland H. Dippel) -
Mit der Entdeckung von Giuseppe Scarlattis „I portentosi della Madre Natura“ (Die wundersamen Wirkungen von Mutter Natur) landete Dorothee Oberlinger bei den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci auf ihrer Suche nach Werken für den preußischen Hof einen Volltreffer.

Bayreuther Besetzungen 2022 in Budapest: „Der Ring des Nibelungen“ perfekt

18.06.22 (Roland H. Dippel) -
Seit 2007 gibt es im Müpa Budapest Wagner-Tage mit exzeptionellen internationalen Besetzungen und regionalen Aufsteigern in halbszenischen Aufführungen. Zur „Ring-„Besetzung vom 9. bis 12. Juni gehörten jene beiden Sänger, die nach der Absage von John Lundgren die Partie des Wotan/Wanderer in der neuen „Ring“-Inszenierung von Valentin Schwarz bei den Bayreuther Festspielen 2022 übernehmen werden: Tomasz Konieczny und Egils Siliņš. – Einer der ältesten Richard-Wagner-Verbände feiert dort im Herbst sein 150-jähriges Jubiläum. Das ist nur ein Beispiel dafür, wie man sich in Budapest dem Werk des deutschen Musikdramatikers verbunden fühlt.

„Welt-Ende“ im Gewandhaus zu Leipzig: Joachim Raffs Oratorium als Pfingstwunder

12.06.22 (Roland H. Dippel) -
Allmählich kommt das Gedenkjahr für Joachim Raff in Schwung. Calixto Bieto beginnt in Weimar mit den Proben zu „Samson“, Raff-Editor Volker Tosta stellt die Noten zu „Die Eifersüchtigen“, einer Produktion des Opernkollektivs Zürich zum 50-Jahre-Jubiläum der Joachim-Raff-Gesellschaft, fertig. Dem aus der Schweiz stammenden Komponisten, einem zu Lebzeiten offenbar etwas schwierigen Angehörigen des Weimarer Liszt-Kreises, gelten im September 2022 gleich zwei wichtige posthume Uraufführungen. Dieses lange Vergessen ist unverständlich, erst recht nach der Aufführung von Raffs monumentalem Oratorium „Welt-Ende – Gericht – Neue Welt“ op. 212 mit dem GewandhausChor am 26. Mai in der Pfarrkirche von Raffs Geburtsort Lachen und am Pfingstmontag in Leipzig.

Physischer Irrsinn, digitale Happiness: Händels „Orlando“ in Halle

31.05.22 (Roland H. Dippel) -
„Händels zukunftsweisende Oper mit Orlandos großartiger Wahnsinnsszene und den Stoff durchreißenden Orchester-Rezitativen nutzt Halles Opernintendant Walter Sutcliffe für einen bizarren Sittenspiegel von Online-Idealen und physischen Störfällen mit schwarzhumorigem Empörungspotenzial.“ Es geht rund in Halle zur Eröffnung der Händelfestspiele 2022, findet unser Kritiker Roland H. Dippel.

Vielfältige Synergien einer Hochschule

30.05.22 (Roland H. Dippel) -
Wie strahlt eine weltweit gerühmte Hochschule in einer mittelgroßen Stadt und einem für die dünn besiedelte Region reichen Kulturangebot aus? Was für einen Stellenwert hat die Hochschule für Musik Franz Liszt als Veranstalter und Pool für hochtalentierte Besetzungen in Thüringen und in Mitteldeutschland?
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