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Alle Artikel kategorisiert unter »Roland H. Dippel«

Schwarz und Rot: Gottfried von Einems „Dantons Tod“ nach Büchner in Gera

17.09.22 (Roland H. Dippel) -
Eine Premiere aus langer Lockdown-Warteschleife – und ein runder Opernabend. „Dantons Tod“, Gottfried von Einems Sensationserfolg von den Salzburger Festspielen 1947, hat in den letzten Jahren eine Renaissance in Magdeburg, München, Wien und jetzt am Theater Altenburg Gera.

Weil die Trauer nicht vergeht ... – Korngolds „Die tote Stadt“ in Meiningen

17.09.22 (Roland H. Dippel) -
„Die tote Stadt“ passt ausgezeichnet in die helle sängerfreundliche Akustik des Meininger Theaters. In nur wenigen Tagen haben sich die Einspringer Chin-Chao Lin (Musikalische Leitung) die komplexe Partitur und Charles Workman in der schweren Tenor-Hauptpartie des Paul beeindruckend eingearbeitet. Mit Lena Kutzner und Deniz Yetim als Marie und Marietta entwickelte Jochen Biganzoli auf der Bühne dornenreiches Psychogestrüpp. Der Abend ist eine packende Verdichtung von realistischer Filmhandlung und suggestivem Alptraum.

Joachim Raffs Klangimperium und Bieitos Bizarrerie: Die Uraufführung „Samson“ in Weimar

16.09.22 (Roland H. Dippel) -
Am Deutschen Nationaltheater Weimar gelang mit der posthumen Uraufführung von Joachim Raffs Musikdrama „Samson“ (entstanden 1851 bis 1857) ein faszinierender Wurf. Calixto Bieitos intensive Regie und die großartige musikalische Gesamtleistung unter Dominik Beykirch, das starke Ensemble, die feinnervige Staatskapelle Weimar und der choreographisch in Bestform agierende Opernchor lieferten ein überzeugendes Plädoyer für „Mehr Raff wagen!“

Eddy Motherfucker auf dem Parkdeck Kunterbunt: „Greek“ an der Deutschen Oper Berlin

03.09.22 (Roland H. Dippel) -
Solche Opernabende mit subtilem Tiefgang und intelligenter Buntheit sind die beste Prävention gegen Publikumskrisen. Die sommerliche Parkdeck-Produktion der Deutschen Oper Berlin lief im Rahmen des Kultur Sommer Festival Berlin und passte da bestens. Die Regisseurin Pinar Karabulut, der Bariton Dean Muphy als Eddy und das ganze Team lieferten in Mark-Anthony Turnages 90-Minuten-Oper „Greek“, die den antiken Mythos des Vatermörders und Mutterschänders Ödipus in die britische Unterschicht beamt, ein sinnlich-sarkastisches Theater mit Spaß, Biss und Artistik. Bravi!

Blicke in die Vergangenheit und in die Zukunft

30.08.22 (Roland H. Dippel) -
Für ein Orchester oder Opernhaus ist die Gestaltung eines großen Jubiläums einfacher als für eine Musikhochschule mit internationaler Reputation. Für ers­tere reicht es, in Musik- und Rahmenprogrammen personelle, programmatische, repräsentative und konzeptionelle Glanzlichter mit Verweisen auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu akzentuieren. Für eine Musikhochschule geht es überdies um das, was Studierende sich am Ausbildungsort an Qualität und Kompetenz aneignen und in ihrem späteren Leben zur optimalen Entfaltung bringen können.

„Broken Chords“ von Gregory Maqoma beim Kunstfest Weimar

28.08.22 (Roland H. Dippel) -
Es war auf alle Fälle die lebendigste Applausordnung seit langem. Immer wieder wirbelten das südafrikanische A-cappella-Quartett mit dem künstlerischen Allrounder und Choreografen Gregory Maqoma unter die sechzehn ‚vocAlumni‘ aus dem Konzertchor des Rutheneums Gera. Auf einem erhöhten Bogen hatten diese die deutsche Erstaufführung des Programms „Broken Chord“ mit der Musik von Thuthuka Sibisi auf der Bühne des Deutschen Nationaltheaters Weimar begleitet. Ende August und in der ersten September-Hälfte ist in Weimar Kunstfest-Zeit. „Sehnsucht nach morgen“ jubelt das Motto 2022 vom 24. August bis 11. September.

Die „Amazonen-Korsarin“! Carlo Pallavicinos Oper begeistert in Innsbruck

24.08.22 (Roland H. Dippel) -
Die Premiere von „L’amazzone corsara, ovvero L’Alvilda regina de’ Goti“ von Carlo Pallavicino (1630-1688) mit dem Libretto von Giulio Cesare Corradi bei den 46. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik ist ein Beispiel für viele Überraschungen, welche Opernentdeckungen aus dem späten 17. Jahrhundert beinhalten. Mit Preisträgern des 12. Innsbrucker Cesti-Wettbewerbs 2021 lieferte die Produktion von Barockoper Jung im Kammertheater ein erstklassiges Festspiel.

Schöne Neue Musik bei den Salzburger Festspielen: 100 Jahre IGNM und das ORF-Orchester mit Haas und Ligeti

14.08.22 (Roland H. Dippel) -
Es gibt bei den Salzburger Festspielen Programme auch neben den standardisierten Elite-Laufstegen, bei denen man ins Träumen und Schwärmen geraten kann. Sogar gleichzeitig. Weil in solchen Programmen Toplader des Repertoires nicht mit Exklusivitätsbeteuerungen bestäubt und Interpretationsdetails nicht als Topseller-Revolution verkauft werden. Zwei solcher Glanzpunkte konnte man zum Jubiläum 100 Jahre IGNM im Mozarteum am 7. August und mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien in der Felsenreitschule am 9. August erleben.

Die Internationale Siegfried Wagner Gesellschaft wurde 50 und ehrt ihren Protagonisten Peter P. Pachl

09.08.22 (Roland H. Dippel) -
Am 7. August 1972 wurde die Internationale Siegfried Wagner Gesellschaft (ISWG) im Bayreuther Bahnhofsrestaurant auf Initiative von Peter P. Pachl gegründet. Der Intendant, Regisseur und langjährige Autor der nmz verstarb im November 2021 überraschend während seiner Inszenierung von Anton Urspruchs Oper „Die heilige Cäcilia“ in Bochum. Die Jubiläumsfeier mit festlichem Gedenkkonzert in der Villa Wahnfried fand am 4. August für geladene Gäste statt.

Bildung statt Missbrauch: „Silla“ von Graun bei den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik

07.08.22 (Roland H. Dippel) -
Von den Innsbrucker Festwochen der Alten Musik geht die Produktion von Carl Heinrich Grauns „Silla“ unter einem Berlin-affinem Produktionsteam – Alessandro De Marchi (Dirigent) und Georg Quander (Regie) – zu den Osterfestspielen Schloss Rheinsberg. Zu bestaunen gab es in der ersten Neuproduktion dieses Dramma per musica (Berlin 1753) nach 240 Jahren viel. Roland Steinfeld hatte eine praktische Urtext-Ausgabe nach zwei Abschriften der Partitur aus der Berliner Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz erstellt. Ein Triumph der Counterstimmen von Bejun Mehta, Valer Sabadus, Hagen Matzeit und Samuel Mariño.
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