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Alle Artikel kategorisiert unter »Oratorium«

„Im Spiegel der Angst“ – Uraufführung von Müller-Hornbachs Luther-Oratorium in Mainz

29.10.18 (Andreas Hauff) -
„Angst trennt nicht mehr die Einzelnen, sondern verbindet sie im Ganzen“ ist ein markanter Satz aus der schon 2014 erschienenen Studie „Gesellschaft der Angst“ des Berliner Soziologen Heinz Bude. Als Gerhard Müller-Hornbach zum Reformationsjubiläum 2017 einen Kompositionsauftrag der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau bekam, entschied sich der Frankfurter Komponist für ein oratorisches Werk, dass die Angst des Reformators Martin Luther in den Blick nimmt und das Publikum einlädt, sich „Im Spiegel der Angst“ – so der Titel – nicht nur selbst zu erkennen, sondern auch von da aus weiter zu schreiten „auf der Suche nach Entängstigung“ – so der Untertitel. Die Landeskirche allerdings reagierte verängstigt und verschob 2017 die Uraufführung um ein Jahr.

Reinhard Keisers „Der blutige und sterbende Jesus“ beim Bachfest Leipzig

16.06.18 (Roland H. Dippel) -
Für den neuen Intendanten Michael Maul ist der Zyklus „Passionen“ nach dem bejubelten „Leipziger Kantaten-Ring“ mit 33 geistlichen Kantaten Bachs in 48 Stunden der innere Höhepunkt des Bachfestes vom 8. bis 17. Juni 2018. Es reihen sich Mario Schröders Choreographie der „Johannes-Passion“ in der Oper Leipzig, die „Matthäus-Passion“ mit La Chapelle Rhénane unter Benoît Haller, Zelenkas „Cristo al Calvario“ mit dem Ensemble Inégal und Passionskantaten von Christoph Graupner in der Hochschule für Musik „Felix Mendelssohn Bartholdy“. Doch der spannendste Beitrag ist Reinhard Keisers „Der blutige und sterbende Jesus“, das erste deutsche Passionsoratorium überhaupt.

Gustav Ernst Schrecks „Christus, der Auferstandene“ in der Thomaskirche Leipzig

23.05.18 (Roland H. Dippel) -
In seinem erfolgreichen Bewerbungsschreiben für das Amt des Thomaskantors hatte Gustav Ernst Schreck (1849–1918) „Christus, der Auferstandene“ als Beispiel für seine musikalischen Kompetenzen erwähnt. Es erstaunt, dass das im Leipziger Gewandhaus am 3. März 1891 erstmals erklungene Oratorium vermutlich nur noch in Heilbronn und Schneeberg zur Aufführung kam.

Seht her: ein Mensch! Hans Werner Henzes „Floß der Medusa“ in Amsterdam

15.03.18 (Joachim Lange) -
Es ist Zufall, aber bezeichnend: einen Tag vor der Amsterdamer Premiere von Hans-Werner Henzes Oratorium „Das Floß der Medusa“ haben sich im Pariser Louvre Umweltaktivisten der Gruppe "350.org" vor dem berühmten gleichnamigen Gemälde von Theodore Gericault auf den Boden gelegt. Sie wollten damit auf Opfer des französischen Ölriesen Total aufmerksam machen, der das Museum sponsert. Es ist die ungebrochene Magie dieses Gemäldes, bei dem exemplarisch ein für die meisten Betroffenen erfolgloser Überlebenskampf nach einer Katastrophe festgehalten ist. Im Augenblick des Erschreckens danach.

Der pure Händel-Glücksfall! Claus Guth inszeniert am „Theater an der Wien“ Händels „Saul“

26.02.18 (Joachim Lange) -
Jeder Regisseur, der sich darauf einlässt, ein Oratorium von Händel zu inszenieren, darf sich über das übliche Maß hinaus, als ein später Verbündeter des Barockmeisters fühlen. Als dessen Opern (und das dazugehörige Unternehmen) in London nicht mehr so recht gingen, schaltete er auf Oratorium um. Und machte weiter. Für den cleveren Manager seiner Selbst, gehörte dieser Relaunch zur Kunst des Überlebens. Das funktionierte auch über seinen Tod hinaus. Dank seiner Oratorien war er nie völlig weg vom Fenster. Was sich bei seinen Opern erst im 20. Jahrhundert mit einem fulminanten Crescendo als unsterblich erwies, stand bei den Oratorien nie in Frage.

Festliches Oratorienspiel zum Jubiläum: „Luther“ in Halle

25.10.17 (Roland H. Dippel) -
Beim zweiten Konzert dieses Auftragswerks der Weltpremiere „Luther“ in der Georg-Friedrich-Händel-Halle nennt Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff das Opernoratorium einen wichtigen Jubiläumsbeitrag der Kulturhauptstadt. Hier ringt das einstige „Land der Frühaufsteher“ im frischen Akzent als „Ursprungsland der Reformation“ um künstlerischen Nachdruck.

Musik zur Karwoche – eine CD-Umschau von Mátyás Kiss

13.04.17 (Mátyás Kiss) -
Auch in den vergangenen beiden Jahren haben sich weltweit Ensembles mit Erfolg darum bemüht, neben den bewährten, die vorösterliche Fastenzeit beschließenden Klassikern vergessene und abseitige Edelsteine zu Tage zu fördern und einzuspielen. Ein Dutzend davon sollen im Folgenden vorgestellt werden.

Oratorium zum Katholikentag 2016 – Uraufführung von Sir Colin Mawbys „Ecce homo“

28.05.16 (Roland H. Dippel) -
Flaue Zeiten für sakrale Musik … keineswegs! Es lag auch im Kalkül der Veranstalter, den 100. Katholikentag mit stark ökumenischen Akzenten in der sonst nicht gerade für religiöse Prägungen bekannten Messe- und Kulturstadt Leipzig zu feiern. Am zweiten Abend kam gab es in der Nikolaikirche, einer der Wirkungsstätten von Thomaskantor Johann Sebastian Bach und heute vor allem als Schauplatz der friedlichen Revolution 1989 gewürdigt, die repräsentative Uraufführung des Großereignisses.

In Hamburg überhebt sich Castellucci an Bachs Matthäus-Passion

23.04.16 (Joachim Lange) -
Wenn sich der Italiener Romeo Castellucci Johann Sebastian Bachs „Matthäus-Passion“ zuwendet, weckt das Erwartungen. Was religiös österliche Erbauung betrifft, sind die eher von düsterer oder bissig erhellender Art. Sein Stück „Über das Konzept des Angesichts bei Gottes Sohn“ bedurfte zumindest in Paris vor vier Jahren des polizeilichen Schutzes vor empörten Katholiken. In Berlin ging es dann ohne den Furor des Beleidigtseins über die Bühne.

CD-Tipp 2016/04

14.04.16 (Juan Martin Koch) -
Johann Sebastian Bach: Johannespas­sion. Werner Güra, Sunhae Im, Johannes Weisser u.a., RIAS Kammerchor, Akademie für Alte Musik Berlin, René Jacobs (2 SACDs, 1 DVD). Harmonia Mundi
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