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Die Mainzer Hochschule für Musik entdeckt Louis Spohrs Oratorium „Die letzten Dinge“

12.08.09 (Andreas Hauff) -
Die Offenbarung des Johannes gehört zu den eher unbeliebten Vorlagen für geistliche Vokalmusik. Am verbreitetsten unter diesen Raritäten ist Franz Schmidts „Das Buch mit sieben Siegeln“. Doch auch Louis Spohr (1784-1859), einer der weniger bekannten Jubilare des Jahres 2009, hat sich kompositorisch mit der Apokalypse befasst. Sein Oratorium „Die letzten Dinge“ wurde 1826 in der Kasseler Lutherkirche uraufgeführt. In Mainz nahmen sich Chor und Orchester der Hochschule für Musik unter Prof. Ralf Otto des vergessenen Werkes an.

Sächsische Kulturstiftung gibt im Jahr 2009 mehr Geld für Jazz als im Jahr zuvor

11.08.09 (Mathias Bäumel) -
Wie funktioniert die Klaviatur der sächsischen Jazzförderung? Trotz Aufstockung bleibt diese Musik ein Stiefkind: Im Jahre 2008 betrug der Anteil der Jazzförderung am Fördervolumen Darstellende Kunst/Musik lediglich etwa 7 Prozent. Für die Förderung von Jazz und improvisierter Musik gibt die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen im Jahre 2009 78.200 Euro aus. Das sind 9.000 Euro mehr als im Jahr davor.

Deutscher Kulturrat stellt Antworten der Parteien auf die Wahlprüfsteine vor

11.08.09 (PM-DKR) -
Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, hat heute in Berlin die Antworten der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien auf seine Fragen zur Bundestagswahl 2009 vorgestellt. Bereits zum fünften Mal hat der Deutsche Kulturrat die im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien zu ihren kulturpolitischen Vorhaben und Planungen im neu gewählten Deutschen Bundestag befragt.

Die Dinge beim Namen nennen: Jonathan Fischer über seinen Sampler „Message Soul“

11.08.09 (Claus Lochbihler) -
Seit Jahren kompiliert sich Jonathan Fischer durch die Geschichte der schwarzen Musik, ihre Themen, Genres und politisch-gesellschaftlichen Querbezüge. Nach Country-Soul („Dirty Laundry“), den Beziehungsdramen von „Cheatin’ Soul“ und den schwarzen Wurzeln des Rock ‚n’ Roll („Roll Your Moneymaker“) geht es auf „Message Soul“, seinem 13. Sampler, wieder um Musik und Politik. Über die Botschaften des Soul zwischen Obama und Hip Hop, Systemkritik und Seelenqual unterhielt sich der Münchner Musikjournalist und DJ mit Claus Lochbihler.

Ferchow vor der Röhre: Gefechte der Durchgeknallten – Doctor Prince & Mister Jackson

10.08.09 (Sven Ferchow) -
Prince und Michael Jackson regierten die musikalischen Achtziger. Auf „Thriller“ folgte „Purple Rain“. Unzählige weitere Duelle der beiden Künstler schlossen sich an. Das Doppelporträt von Michael Jackson und Prince macht noch einmal deutlich, mit welcher Macht, mit welchem Egoismus die beiden ihre Karriere organisierten und durchdrückten.

Auf abenteuerlichen Osteuropa-Expeditionen: Klaus Kugel und sein Trio

10.08.09 (Gottfried Schalow) -
Klaus Kugel wohnt so ziemlich in der westlichsten Ecke Deutschlands, nahe der belgischen Grenze. Seine Konzertourneen und auch die inzwischen recht umfangreich gewordene Diskographie spielen sich jedoch weitestgehend in genau entgegengesetzter Himmelsrichtung ab - weit im Osten.

Zwölf Jahre online und jetzt noch zwitschern?

08.08.09 (nmz-red) -
Wie die Zeit doch vergeht. Jetzt ist es auf den Tag genau 12 (zwölf) Jahre her, dass die neue musikzeitung online gegangen ist. Das Archiv der Online-Ausgaben wuchs seither an und stellt damit ein nicht ganz unbedeutendes Rechercheportal da. Im Zuge der technischen Umstrukturierung, der vor einem Jahr dann in ein Relaunch der Website mündete, ging ein großer Teil des Archivs verloren. Seit zwei Tagen ist er wieder vorhanden. Aber auch sonst hat sich in den zehn Jahren einiges getan. Heute wird hier gebloggt, heute wird hier getwittert, heute steht ein umfangreiches Medienarchiv zur Verfügung.

Ferchow vor der Röhre: Unsere Welt, deren Welt und The Real World of Peter Gabriel

08.08.09 (Sven Ferchow) -
Peter Gabriels Lebenslauf lässt sich schnell erzählen. In den 70 Jahren mischte er als Genesis-Sänger das Prog-Rock Genre auf, um die Band anschließend zu verlassen und eigene Wege zu gehen. Seine Solokarriere war ähnlich gesegnet, wenn auch in den letzten Jahren beschaulicher, unkommerzieller und besinnlicher.

Für Pflichterfüller, Ballettliebhaber und Frischzeller: Pop-Platten im Schnelldurchlauf

06.08.09 (Sven Ferchow) -
Der Schnelldurchlauf im August: Sechs Alben zwischen House, Prog-Rock und Heavy Metal, dazu eine CD-DVD-Kombi aus der DADA-Republik mit Jazz und Tanz. Für die erste Erkenntnis, zur schnellen Information und zur Einordnung mit Sternchen: von einem Stern *: apathisch, bis zu fünf Sternen *****: beispiellos!

Cäcilias klingender Schrecken: die BR-Musikfeatures im August

05.08.09 (nmz) -
Von den verstörenden, aggressiven Kehrseiten der Musik handelt Michaela Friedrichs Sendung, mit denen die Musikfeatures des Bayerischen Rundfunks in den August starten. Des Weiteren werden erwartet: Amateurpianisten mit Wettbewerbsambitionen, Jungkomponisten in der Ausbildung und ein Mondhund.

13. Festival Frei Improvisierter Musik in der Dresdener Blauen Fabrik

05.08.09 (PM - kiz-lieberwirth) -
Das Festival Frei Improvisierter Musik ( FFIM 2009) erlebt in diesem Jahr vom 18.- 20.September seinen 13. Jahrgang. Es entwickelte sich zu einem wichtigen Bestandteil der zeitgenössischen Kunst in Sachsen und gehört mittlerweile zu den wichtigsten Festivals dieser Art in Europa.

Bach durch Regers Brille: Markus Becker spielt sämtliche Klaviertranskriptionen

04.08.09 (Michael Kube) -
Was wäre Max Regers Schaffen ohne das Werk von Johann Sebastian Bach? Eine obsolete Frage angesichts seiner kontrapunktischen Fertigkeiten, seiner mitunter barocken Attitüde und seiner Nähe zur Orgel. Dass aber Reger auch zahlreiche von Bachs Werken für Klavier transkribiert hat, ist bis heute weitgehend unbekannt geblieben. Markus Becker hat nun sämtliche Bearbeitungen eingespielt.

Kristin Asbjørnsens macht die Nacht zum Tag

04.08.09 (PM - kiz-lieberwirth) -
Vom 03. Oktober bis 26. November 2009 findet das bundesweit in dieser Form einzigartige Jazzfestival - die 16. Jazzmeile Thüringen statt. Die erfolgreiche Vernetzung von 18 Thüringer Städten und Jazzclubs widmet sich dieses Jahr schwerpunktmäßig dem Thema: „Der wiedervereinte Jazz - Jazz grenzenlos“. Im Prologkonzert ist am 25. September Kristin Asbjørnsen im Volksbad Jena zu erleben. Sie stellt ihr Soloalbum “The Night Shines Like The Day” vor. Lesen Sie hier eine Rezension des Albums:

Luigi Nonos Politepos «Al gran sole carico d'amore» bei den Salzburger Festspielen

03.08.09 (Georg Etscheit - ddp) -
Ein Fanal für soziale Gerechtigkeit und eine Hommage an die Mütter der Revolution: Das ist Luigi Nonos Riesenopus «Al gran sole carico d'amore», eines der Schlüsselwerke der ernsten Musik des 20. Jahrhunderts. Keine Oper im klassischen Sinne, sondern eine von Nono «Azione scenica» genannte Collage revolutionärer Texte von Karl Marx bis Che Guevara. Das äußerst selten aufgeführte Werk kam am Sonntag bei den Salzburger Festspielen heraus und wurde in der nicht ganz ausverkauften Felsenreitschule frenetisch bejubelt.

Gurnemanz verliert die Flügel: Stefan Herheims Bayreuther „Parsifal“ im zweiten Jahr

03.08.09 (Peter P. Pachl) -
Nach dem Ende des zweiten Aufzuges schrillte ein „Pfui“, gefolgt von Buh-, aber auch heftigen Bravorufen durch das Festspielhaus. Stefan Herheims Inszenierung des „Parsifal“ als eine Zeitreise von der Uraufführung bis zur Wiedereröffnung der Bayreuther Festspiele nach dem zweiten Weltkrieg polarisiert weiterhin. Insbesondere die konsequente Bebilderung vom Aufbruch der Feldgrauen in den ersten Weltkrieg am Ende der ersten Gralsszene, Klingsors Zaubergarten als makabre, filmzitatreiche Revue im Lazarett bis zum Hissen der NS-Fahnen und Zerstörung des NS-Zaubers verstörte einige Premierenbesucher.

Hysterischer Jubel in Bayreuth, doch Thielemann rettet Dorsts Ring nicht

02.08.09 (Peter P. Pachl) -
In den Siebzigerjahren des vergangenes Jahrhunderts gab es in Bayreuth noch einen eigenen Dirigenten für den Vorhang: Gilbert Graf Gravina, ein Enkel des Festspielgründers, sorgte für das exakte, der Partitur adäquate Öffnen und Schließen des Hauptvorhangs. Nach dem Tode dieses Dirigenten wurde auf diesen Teil des Wagnerschen Gesamtkunstwerks weniger Wert gelegt, ja sogar der Wagnervorhang für einige Jahre ausgebaut.

Zutritt für Jedermann: Public Viewing und Internet demokratisieren die Hochkultur

02.08.09 (Christian Kröber) -
Einige einzelne Karten wären schon noch zu haben, lässt die freundliche Verkäuferin bei den Salzburger Festspielen wissen. Aber nur noch in der höchsten Preisklasse: Cosi fan tutte für 370 Euro? Das geht auch billiger:

Studie: Musizieren ist ein Meisterstück des Gehirns

02.08.09 (PM - pte) -
Dresden/Hannover - Ein Musikinstrument zu spielen fordert das Gehirn bis an die Grenzen seiner Möglichkeiten. Welche Prozesse beim Üben und Spielen ablaufen, untersuchen Hans-Christian Jabusch vom Institut für Musikermedizin der Hochschule für Musik Dresden und Eckart Altenmüller vom Institut für Musikphsyiologie und Musiker-Medizin der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Die Erkenntnisse helfen einerseits dabei, Musiker-Leiden gezielter zu behandeln, andererseits liefern sie wertvolle Hinweise für die tägliche Übepraxis für Instrumentalisten.

100 Jahre 9. Symphonie: die 29. Gustav-Mahler-Musikwochen in Toblach

31.07.09 (Thomas Schulz) -
Bereits die letztjährigen Gustav-Mahler-Musikwochen im Südtiroler Ort Toblach standen im Zeichen eines Jubiläums; damals galt es, den 100. Geburtstag des „Lieds von der Erde“ zu feiern. 2009 nun hieß es: „100 Jahre: 9. Symphonie“.

Asteroidenschauer in der Scheune – Eindrücke vom JazzBaltica Festival 2009

29.07.09 (Ssirus W. Pakzad) -
Musik hält jung. Als der Pianist Hank Jones Anfang Juli beim JazzBaltica Festival in Salzau auftrat, stand er kurz vor Vollendung seines 91. Lebensjahrs; der Saxofonist James Moody hat die 84 bereits überschritten und von seinem Instrumentenkollegen Bunky Green sagt man, dass das offiziell angegebene Lebensalter von 73 ein wenig geschönt sei.

Klang und Kulinarik: Wie Musikfestivals zum Rahmenprogramm für den Gourmet-Tourismus werden

29.07.09 (Frieder Reininghaus) -
Laut erhob sich dieser Tage Kaisers Klage über die Sinn- und Form-Krise der hergebrachten Festspiele. Der greise Münchener Festredner und hochbelobigte Kritiker monierte erschreckende Anzeichen von Banalisierung der Geschäfts-Praktiken in Bayreuth oder Salzburg. Und nicht nur er verwies auf die Konzeptionslosigkeit der Festspiel-Betreiber.

Abarbeiten an der Tradition – zum Tod des Komponisten Friedrich Goldmann

28.07.09 (Frank Kämpfer) -
Übergroß die Fanfare, hernieder rasselndes Schlagwerk, unvermittelt dahinter Leere. Die Exposition birgt Kontraste auf engstem Raum. Komponist Friedrich Goldmann weiß um den Anspruch der Gattung und deren Unangemessenheit seinerzeit, als er mit 30, Anfang der 1970er Jahre, seine Sinfonie Nr. 1 komponiert, selbige dreisätzig anlegt und die Reihe, sein Material, auf die seit Webern standardisierte Tonfigur B-A-C-H aufbaut. Wo beginnt Innovation, wo bleibt es konventionell?

Die Salzburger Festspiele - Streit um Positionierung zwischen Regietheater und «Lodenschickeria»

28.07.09 (Georg Etscheit - ddp) -
Als sich Nikolaus Bachler, der immer noch recht neue Intendant der Bayerischen Staatsoper, jüngst endgültig von seinem langjährigen Job als Burgtheater-Chef in Wien verabschiedete, zog er kräftig vom Leder. Und zwar gegen die Salzburger Festspiele, die sich gerne als kultureller Nabel der Welt betrachten. Die Festspiele, die im kommenden Jahr ihr 90-jähriges Bestehen feiern, steckten in einer Sackgasse, hätten längst «jede künstlerische Relevanz verloren». Weltweit gebe es «Dutzende Festivals», die spannendere Inhalte zu bieten hätten, sagte Bachler, der selbst schon mal als Intendant in Salzburg gehandelt wurde.

Sonntagsmaler von Nürnberg: Katharina Wagners „Meistersinger“ in Bayreuth

27.07.09 (Peter P. Pachl) -
Katharina Wagner, die jüngste Wagner-Urenkelin, und mit ihrer Halbschwester Eva seit diesem Sommer Festspielleiterin in Bayreuth, hat auch im dritten Jahr an ihrer Inszenierung der „Meistersinger von Nürnberg“ weiter gearbeitet. Aufgrund der fatalen Rezeptionsgeschichte, an welcher der Komponist einen entscheidenden Anteil hat, wird die – neben dem frühen „Liebesverbot“ einzige heitere Handlung des Musikdramatikers Wagner – bis zur Kenntlichkeit verfremdet.

Salzburger Festspiele eröffnet – Kehlmann kritisiert Regietheater

26.07.09 (Agentur ddp) -
Salzburg - Mit einer umjubelten Aufführung des Händel-Oratoriums «Theodora» hat am Samstagabend das künstlerische Programm der Salzburger Festspiele 2009 begonnen. Festspielintendant Jürgen Flimm hatte zum 250. Todesjahr von Georg Friedrich Händel statt einer großen Oper das wenig bekannte Oratorium des englischen Barockkomponisten in einer szenischen Fassung auf den Spielplan gesetzt.
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