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Alle Artikel kategorisiert unter »Balázs Kovalik«

Tödlich-düsteres Patriarchat – Christian Josts Musikdrama „Rote Laterne“ in München

19.03.22 (Wolf-Dieter Peter) -
Ein zu drei Vierteln besetztes Theater, nahezu alle Sparten der Theaterakademie August Everding im Einsatz, dazu das Münchner Rundfunkorchester, der Komponist selbst am Dirigentenpult: zur deutschen Erstaufführung seines 2015 in Zürich uraufgeführten Musikdramas – wieder einmal schien die Musikstadt München über eine dritte Operncompagnie zu verfügen.

Bedingt fesselnd: „Hoffmanns Erzählungen“ in Erfurt mit Missverständnissen

30.01.22 (Michael Ernst) -
Kunst und Kultur in Thüringen haben lange geschwiegen, nun gibt es musikalische Feinkost und große Freiheit in der Regie. Das Theater Erfurt deutet Offenbachs Oper „Hoffmanns Erzählungen“ neu und spiegelt die Oper in Diktaturen und Demagogie.

Lieber konsumieren als denken! – Boitos Faust-Oper „Mefistofele“ in Chemnitz

29.09.19 (Roland H. Dippel) -
Balázs Kovalik wiederholt an der Oper Chemnitz seine Budapester Inszenierung von Arrigo Boitos anspruchsvoller und herausfordernder Faust-Oper „Mefistofele“. Damit ergänzt das Opernhaus seine Produktion von Faccios „Amleto“ um ein weiteres wichtiges Werk aus dem Umfeld Verdis. Zu aggressiven Ausschreitungen kommt es in dieser Inszenierung nicht. Zentrale Themen von Kovaliks Inszenierung sind die Abstumpfung der Massen durch Konsum und deren Gleichgültigkeit bei ethischen und ästhetischen Fragestellungen. Riesiger Erfolg für ein technisch aufwändiges und dabei skeptisches Zivilisationspanorama, findet Roland H. Dippel.

Oper als Steinbruch – Johann Adolf Hasses „Artaserse“ zwischen Bayreuth, Berlin und Münchens Cuvilliéstheater

13.05.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Sie steht zurecht im Mittelpunkt des Abends: Markgräfin Wilhelmine von Bayreuth. Die 1731 dorthin, ins „Paradies der Langeweile“ zwangsverheiratete Hohenzollerntochter, war künstlerisch hochbegabt und wertete ihre Residenz mit dem „Markgräflichen Opernhaus“ zu einem europäischen Opernzentrum auf. Im April 1748 wurde dieses Barock-Juwel mit Hasses „Artaserse“ eröffnet. Nach Wilhelmines Tod folgten fast 270 Jahre schleichender Verfall. Nach hochdifferenzierter Renovierung durch europäische Spezialisten übernahm Münchens Theaterakademie die Wiedereröffnung mit „Artaserse“. Nach Bayreuth und Budapest-Gastspiel kam die Produktion nun ins konkurrierende Rokoko-Juwel des Münchner Cuvilliéstheaters.

Szenische Überfülle um einen einsamen Peter Grimes im Münchner Prinzregententheater

22.10.14 (Wolf-Dieter Peter) -
Das Bemühen um eine „Regie-Handschrift“ hat bei Regisseur Balázs Kovalik leider zu Fixierungen geführt: zu wenig Vertrauen in die tragende Kraft von erstklassiger Musik wie der Benjamin Brittens; deshalb szenische Hinzuerfindungen, damit auf der Bühne immer „action“ herrscht; prompt werden Nebensächlichkeiten zu detailliert inszenierten Wichtigkeiten; ebenso prompt leidet die Personenregie der Hauptfiguren; wo immer es geht, wird rüder Sex bis hin zu Sado-Maso vorgeführt; um die Modernität „alter“ Opernstoffe zu beweisen, müssen Video-Einblendungen und ein Kamerateam mit Live-Bildern mitspielen …

Entdeckung und Enttäuschung –Antoine Mariottes „Salomé“ im Münchner Prinzregententheater

01.03.14 (Wolf-Dieter Peter) -
Ein Ruhmesblatt! Münchens „anderes Staatstheater“, die Kombination aus Bayerischer Theaterakademie und Musik-Hochschule, dazu die Entdeckerfreude von Dirigent Ulf Schirmer und dem Münchner Rundfunkorchester konnten einem bislang unterschätzten Werk nun den orchestral und gesanglich gebührenden Rahmen im Prinzregententheater bieten. Der 1875 geborene Antoine Mariotte sattelte nämlich vom Marineoffizier zum Komponisten um und begann 1902 die Komposition von Oscar Wildes „Salome“ – parallel zu Richard Strauss.

Geister aus dem Erinnerungsschrank: Balázs Kovalik verschlampt Verdis „Il Trovatore“ in Nürnberg

06.10.12 (Juan Martin Koch) -
Eine Inszenierung, in der die Beziehung zu einer Schaufensterpuppe die einzige halbwegs herausgearbeitete Personenkonstellation ist, hat ein Problem. In Bálazs Kovaliks Nürnberger „Trovatore“ ist es der Graf Luna, der sich auf diese Weise Ersatz für die unerreichbare Leonora schafft. Schließlich ist Bürgerkrieg, da kann der Gefühlshaushalt schon mal ein bisschen durcheinander geraten.

Exkurs zur abendländischen Toleranz: Pendereckis frühe Oper „Die Teufel von Loudun“ in Hannover

04.04.12 (Frieder Reininghaus) -
„Dem Teufel ist nicht zu trauen, auch wenn er die Wahrheit spricht“ – Aldous Huxley zielte auf den Umgang mit Wahrheitsfindung, Rechtsstaatlichkeit und im weitesten Sinn die Anerkennung evidenter Tatsachen durch die Machthaber in Geschichte und Gegenwart, als er – gestützt auf akkurate historische Recherchen – 1952 „The Devils of Loudon“ schrieb. An der Oberfläche dieses Textes, der ein paar Jahre später von John Robert Whiting dramatisiert wurde, geht es um politische Auseinandersetzungen, religiösen Wahnsinn und Hexenhysterie in einer südfranzösischen Kleinstadt während des Dreißigjährigen Kriegs.

Nur für die Vitrine? Smetanas „Die verkaufte Braut“ an der Staatsoper Berlin in deutscher Sprache

20.11.11 (Peter P. Pachl) -
Eine Oper in deutscher Übersetzung, die Regel an der Komischen Oper Berlin, ist ungewöhnlich für die Staatsoper Unter den Linden, und auch im Schiller-Theater ein Novum. Begründen lässt sich dies damit, dass man den Wortwitz einer komischen Oper verstehen möge oder mit der langen deutschen Aufführungstradition, zunächst in der Übersetzung von Max Kalbeck seit dem Jahre 1893, dass auch Gustav Mahler diese Oper an der MET in deutscher Sprache dirigiert hat oder mit dem Hinweis darauf, dass Fridrich (Bedřich) Smetana selbst besser deutsch als tschechisch gesprochen habe.
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