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Alle Artikel kategorisiert unter »Bernd Alois Zimmermann«

Vor 50 Jahren: Philharmonische Fronten (1971/05)

28.04.21 (Juan Martin Koch) -
[…] Schon im ersten Konzert stieß Klaus Hashagens „Die vier Apostel“ auf den handfest in Sprechchören sich organisierenden Widerstand. Der Verein „Rettet Dürer“ kündigte alsbald ein eigenes Konzert mit würdigerer Dürer-Festmusik an. Und beim dritten Konzert der Reihe mit einem neobarocken, höchst erfolgreichen Orgelkonzert von Harald Genzmer und den minimal-impressionistischen Orchesterskizzen „Stille und Umkehr“ von Bernd Alois Zimmermann – ausgerechnet sie wurden gleichsam ausgehustet – war vor allem angesichts der überdimensionalen Wortkomposition „… inwendig voller Figur…“ von dem Schweizer Klaus Huber mit massiven Störungen zu rechnen.

Ausgespielt II

21.03.21 (Bojan Budisavljevic) -
Oberhausen, einst PLZ 4200. Wie 4630 Bochum „keine Schönheit“ (H. Grönemeyer). Aber bevor die Hütten verlöschten und es zum postindustriellen Siedlungsbrei um die an gleich zwei Autobahnkreuzen verkehrsgünstig liegende Shopping Mall verkam, gab es in der Stadt durchaus das eine oder andere kulturelle Licht.

Am dünnen Docht der Gegenwart

27.08.20 (Rainer Nonnenmann) -
Am 10. August 1970 nahm sich Bernd Alois Zimmermann in seinem Haus in Groß-Königsdorf bei Köln das Leben. Selbst für Menschen seines nächsten Umfelds erfolgte dieser Selbstmord aus „heiterem Himmel“. Doch im Rückblick auf die letzten Lebens- und Schaffensjahre des Komponisten verdichten sich – bei aller Vorsicht gegenüber voreiligen Deutungen des Lebens im Werk – düstere Vorzeichen, die ihn schließlich zu dieser Verzweiflungstat trieben: psychische, physische, private, politische und künstlerische.

Das Programm gibt’s erst am Ausgang

Für Ensembles und Institutionen des Musikbetriebs kann das Beethoven-Jahr 2020 ein echtes Problem sein. Man muss mit, selbst man nicht will, man gerät unter Zugzwang, obwohl nicht klar ist, wohin es gehen soll. Noch so mus­tergültige Aufführungen von Beethovens Werken bestätigen doch nur seinen kanonischen Status, und die jetzt viel beschworene Modernität Beethovens, wie kann sie mehr werden, als nur eine Behauptung? Mögliche Antwort auf dieses Problem: eine Akademie.

Mátyás Kiss: Kleine Nachlese diesjähriger Jubilare

28.12.18 (Mátyás Kiss) -
Im Vorfeld des 100. Geburtstags von Bernd Alois Zimmermann am 20. März erschien in Cybeles verdienstvoller Reihe „Künstler im Gespräch“ auf 3 SACDs „das symphonische Spätwerk“, zwar ohne „Photoptosis“, aber mit „Stille und Umkehr“, dem zweiten Cellokonzert sowie der schön subversiven Collage „Musique pour les soupers du Roi Ubu“, dazu wie immer seltene und aufschlussreiche Gespräche mit BAZi selbst sowie seinem Schüler York Höller.

Zukünftiges erinnern, Vergangenes ahnen

29.11.18 (Georg Beck) -
Drei Konzerte wie Perlen auf der Kette. Und, jedes Mal, mit diesem selten gewordenen Hörerleben, diesem Dabeibleibenwollen, dieser Neugierde, die uns diese eine Frage ganz automatisch auf die Lippen legte: Ja, ist Zimmermann denn kein bisschen gealtert? Offenbar nicht. Sicher, er ist ein Klassiker. Als solcher wird er hier und jetzt, pünktlich zum Hundertsten, rauf und runter gefeiert. Nur, dass man ihn eben nicht als Klassiker hört, womöglich als Schöpfer von Schlüsselwerken mit schönen Stellen und dergleichen. Andersherum wird ein Schuh daraus. Die Musik dieses 1970 abgrundtief verzweifelt aus dem Leben geschiedenen Komponisten hat ihre Zukunft, nicht anders haben wir es gehört, noch vor sich oder, um es in Zimmermanns ureigenem dialektisch-prophetischem Idiom zu sagen: Sie erinnert uns an Zukünftiges und lässt uns Vergangenes erahnen.

Imaginierte Rituale, orchestrale Klangschichten

26.09.18 (Albrecht Dümling) -
Kompositionen von Morton Feldman, John Cage, Pierre Boulez, Karlheinz Stockhausen und Mathias Spahlinger standen auf dem Programm des diesjährigen Musikfests Berlin. Solche Werke waren einmal Schwerpunkte der MaerzMusik und der ihr vorangehenden Musik-Biennale gewesen. Unter Berno Odo Polzer hat die MaerzMusik als „Festival für Zeitfragen“ allerdings eine prinzipielle Skepsis gegenüber traditionellen Konzertformaten entwickelt. Dies regte Winrich Hopp an, die entstandene Lücke auszufüllen. Noch nie setzte das von ihm betreute Musikfest einen so starken Akzent auf Neue Musik wie in diesem Jahr. Noch nie gab es allerdings auch so viele leere Plätze.

Singen heißt mich das Herz

31.05.18 (Georg Beck) -
Die Zeit vergeht. Wie sie das tut, das hat die jüngste Ausgabe von „Acht Brücken. Musik für Köln“ vorgeführt. Und zwar mit wünschenswerter Klarheit. Dabei hat es die Festival-Dramaturgie verstanden, einerseits Kern und Botschaft des Stücks für alle sichtbar hinzustellen und zugleich ins Überzeitliche zu heben. Man kann das weise, wahlweise geschickt nennen: Geschichte aufarbeiten, ohne Schuldfragen wälzen zu müssen, einfach einen neuen Stand der Dinge verkünden.

Die Soldaten sind wir alle: Zum Kölner Acht-Brücken-Festival

07.05.18 (Stefan Pieper) -
Bei der Kölner Uraufführung von Bernd Alois Zimmermanns Oper „Die Soldaten“ im Jahr 1969 hatte der damalige Dirigent Michael Gielen mit starken Widerständen seitens des Orchesters zu kämpfen. Zu nachhaltig sprengte diese vielschichtige und in ihrer Aussage radikale Oper alle Traditionen und Gewohnheiten im Nachkriegs-Konzertbetrieb. Beim Kölner „Acht Brücken Festival“ im Jahr 2018 stehen heute umso mehr Musiker und Ensembles bereit, sich mutig in alle Klangabenteuer zu stürzen – und für die liefern Bernd Alois Zimmermanns Kompositionen nach wie vor unverbrauchtes Notenmaterial.

Zimmermann-Oper „Die Soldaten“ an den Uraufführungsort Köln zurückgekehrt

03.05.18 (Georg Beck) -
Man fieberte mit. Wofür man noch nicht einmal Kölner sein musste. Schadete freilich auch nicht, wenn es so war. Man freute sich einfach, dass diese gebeutelte Stadt, in der so vieles versinkt – das Stadtarchiv im bröseligen U-Bahn-Untergrund, die Oper in einer etatlöcherreißenden Permanent-Baustelle, jüngst der 1. Fußball-Club in der Zweitklassigkeit –, man freute sich, dass diese Stadt, offenbar doch noch groß denken, groß handeln kann. Freute sich mit und für den „Leitungsstab“ der Oper Köln, spürte den erhöhten Pulsschlag ihres Dramaturgen Georg Kehren, wenn dieser, nicht ohne Stolz, vorrechnete: „Nach 53 Jahren wieder zurück am Ausgangspunkt!“
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