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Alle Artikel kategorisiert unter »Dmitri Tcherniakov«

„Götterdämmerung“ an der Lindenoper: musikalisch monumental, sängerisch laut, regielich absurd

10.10.22 (Dieter David Scholz) -
Nun hat sich der neue „Ring“ von Dmitri Tcherniakov vollends als absurd, ja ärgerlich erwiesen, trotz einer international hochkarätigen Sängerequipe und einem, wenn auch zu laut dirigierenden Christian Thielemann. Mit der „Götter­dämmerung“ ist der enttäuschende Schlussstein der Neuinszenierung der Wagnerschen Tetralogie an der Berliner Lindenoper eingefügt worden.

Sängerfest, Dirigentenglück und absurdes Regietheater: Wagners „Siegfried“ an der Lindenoper

07.10.22 (Dieter David Scholz) -
„We saw a nice forrest“ sagte eine Zuschauerin, die eigens aus England angereist war, in typisch britischem, trocken-bitterem Humor. Tatsächlich ist in diesem „Siegfried“ kein Wald zu sehen. Er ist nur zu hören, im „Waldweben“ etwa. Keine Höhle, keine Felsen, kein loderndes Feuer, keine Schmiede auf der Bühne. Keine suggestiven Lichtstimmungen (Gleb Filshtinsky), zu schweigen von Romantik. Stattdessen die hinlänglich bekannten, sterilen Räumlichkeiten eines modernen in unserer Gegenwart angesiedelten Großklinikums, Tcherniakov nennt es „Forschungszentrum E.S.C.H.E.“

Enttäuschender „Ring“-Auftakt: „Das Rheingold“ an der Staatsoper Unter den Linden

04.10.22 (Dieter David Scholz) -
Alles, was Wagnerphilologie und szenische Wagnerexegese am „Ring“ zu schätzen wussten – er sei eine parabelhafte Tetralogie von der Welt Anfang und Ende, er zeige das wahre Bild von der Verfassung der Welt, er sei eine Geschichte von der Welt Anfang und Ende, Familiensaga, Politthriller und Mythenentwurf, politische Parabel der Gründerzeit, ein antikapitalistisches Endspiel und was noch – all das wird einem im neuen Lindenopern-„Ring“ vorenthalten.

Aufatmen nach dem ersten Durchlauf – Bei den Bayreuther Festspielen werden die Wiederaufnahmen durchweg bejubelt!

10.08.22 (Joachim Lange) -
Aufatmen darf Festspielchefin Katharina Wagner schon mal. Der in seinem Umfang alle Grenzen sprengende aktuelle Premieren-Zyklus mit insgesamt fünf Neuinszenierungen, von „Tristan und Isolde“ bis zur kompletten Ring-Tetralogie, und den drei Wiederaufnahmen von „Lohengrin“, „Fliegendem Holländer“ und „Tannhäuser“ sind einmal durch! Nichts davon ist ausgefallen. Ganz unfallfrei ging es dennoch nicht ab.

Kaffeekränzchen mit Jack The Ripper – „Elektra“ von Richard Strauss in Hamburg

30.11.21 (Dieter David Scholz) -
Das mythologische Atridendrama um Agamemnon, seine Ehefrau Klytämnestra, deren Liebhaber Aegisth, und die Kindern Iphigenie, Elektra, Chrysothemis und Orest ist eines der klassischen Schlachtfeste des antiken Dramas: Der Vater opfert Iphigenie aus politischen Motiven, Klytämnestra und Aegisth erschlagen Agamemnon. Orest wird als Kleinkind zu Bauern gegeben (er wird später Klytemnästra und Ägisth töten), Elektra will ihren Vater rächen, Chrysothemis eine „normale“ Existenz aufbauen.

Geschlossener Raum für rasende Gefühle – Verdis „Il Trovatore“ an der Oper Köln

Will Humburg dirigiert in Köln einen Verdi, der das Publikum in die Sitze drückt, weite dynamische Gegensätze aufspannt und das Orchester zu einem Vehikel macht, das durch große Gefühle rast. Über Tcherniakovs Interpretation dieser „Geschlossenen Gesellschaft“ lohnt es sich jedenfalls nachzudenken; Giuseppe Verdi hätte das vermutlich ganz gut gefallen, meint unser Kritiker Christoph Schulte im Walde.

Kurschatten können tödlich sein – Hector Berlioz‘ „Trojaner“ in Paris

27.01.19 (Joachim Lange) -
Die Musterexemplare der Grand opéra gehören an die Bastille-Oper. Wohin auch sonst. Das Genre ist gleichsam der französische Wagner. Bedarf in Paris aber der Pflege. Gerard Mortier etwa war kein Fan. Auch das Haus ist selbst so was von grand, dass es dem Besucher manchmal Angst macht. Wenn er nach der Vorstellung den Saal verlassen will etwa. Oder vor der Vorstellung versucht, die Garderobe loszuwerden. Oder in der Pause das bewusste Örtchen … lassen wir das. Frankreich hat andere Vorzüge. Und größere Probleme.

Ungewöhnlich, doch nur partiell gelungen – „Tristan und Isolde“ an der Staatsoper Berlin

16.02.18 (Peter P. Pachl) -
Dmitri Tcherniakov hatte die Latte mit seiner Berliner Debüt-Inszenierung an der Staatsoper extrem hoch gelegt, konnte seine Leistung bei „Parsifal“ nur unterlaufen, und auch seine Inszenierung „Tristan und Isolde“ bleibt hinter der „Zarenbraut“ deutlich zurück. Auch für Wagners Handlung wählt er einen (dezenten) medialen Ansatz, verlegt sie nach heute, in eine (russische) Party-Gesellschaft. Witziges steht neben Einfallslosem, genialisch Aufblitzendes neben Banalitäten. Ebenfalls ungewöhnlich, aber überragend ist Daniel Barenboims musikalische Interpretation.

Schwerer Einschlag in Putiwl – Dmitri Tcherniakovs „Fürst Igor“-Inszenierung in Amsterdam

10.02.17 (Frieder Reininghaus) -
„Knjas Igor“ gehört zu den großen Sorgenkindern der Musiktheatergeschichte. Der als Naturwissenschaftler international bekannte Militärarzt Alexander Borodin, nebenbei ein hoch talentierter Musiker und Komponist, entwickelte Ende der 1860er Jahre den Plan, aus dem altrussischen Epos „Slowo o polku Igorewe“ eine musikdramatische Arbeit abzuleiten.

Szenisch wenig Schlüssiges, aber das in weihevoller Breite: „Parsifal“ als Premiere der „Festtage der Staatsoper“ im Berliner Schillertheater

29.03.15 (Peter P. Pachl) -
Wagners letztes Bühnenwerk arbeitet mit dem Wechsel von Innen- und Außenräumen, die sich nach der szenischen Vorgabe des Autors im ersten und dritten Aufzug durch sichtbare Wandeldekorationen auseinander ergeben. Die jüngste Inszenierung an der Staatsoper am Schillertheater wählte statt dessen zwei bis auf die Farbgebung identische Innenräume.
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