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Alle Artikel kategorisiert unter »Gian Carlo Menotti«

Boulevardoper mit Telefon-Terror: Menotti und Poulenc in Gera

01.11.20 (Roland H. Dippel) -
Im ursprünglichen Spielplan standen für Ende Oktober am Theater Altenburg Gera Wiederaufnahmen von „Spamalot“ und „Der Vetter aus Dingsda“. Uraufführungen von Sarah Nemtsov und Steffen Schleiermacher in den Philharmonischen Konzerten, auch die Ballettpremiere „Das Lied von der Erde“ werden verschoben. Dafür zeigt Generalintendant Kay Kuntze vor der für Kultureinrichtungen desaströsen Corona-Schließzeit ab 2. November zwei Kammerkurzopern-Klassiker des 20. Jahrhunderts. Der Boom von Francis Poulencs und Jean Cocteaus „Die geliebte Stimme“ (aktuell auch in Bremen, Hamburg, Dessau) geht also weiter, hier in Kombination mit Menottis Opera buffa „Das Telefon oder Die Liebe zu dritt“.

„The american dream“ – in Schwerin auf Deutsch geträumt

30.09.20 (Arndt Voß) -
Man kommt nicht umhin, Corona zu erwähnen, auch wenn viele Häuser inzwischen routiniert damit umgehen. Glück hat Schwerin. Sein altehrwürdiges Haus hatte schon zur Eröffnung 1886 eine wirksame Entlüftung bekommen. Folge allerdings: der Raum kühlt stark ab und das begrenzt damals wie heute eine Aufführung auf anderthalb Stunden, die dann jedoch bei gesunder Frischluft erfolgt (und die scheut nicht nur Covid-19). Vorausweisend zudem, dass alle Bereiche im Zuschauerraum eigene Zugänge bekamen, steil und zugig zwar, doch geeignet zur Rettung vor Feuer damals, heute vor dem Virus. Da erweist sich auch die Maßnahme, die Garderoben zu schließen, als Vorteil, entledigt man sich doch der Garderobe erst am Platz und hat sie dann griffbereit neben oder vor sich. Sind alle Auflagen erfüllt, kommen die ca. 170 Opernenthusiasten schnell hinein und wieder heraus.

Lübecks Antwort auf Corona mit Poulencs „Menschlicher Stimme“ und Menottis „Telefon“

02.09.20 (Arndt Voß) -
Nun doch: Die Theater öffnen sich, Kultur findet zaghaft zurück, durch die Pandemie atmosphärisch verkehrt, verändert. Der Auftritt des Zuschauers im Foyer zum Beispiel: das kleine Schwätzchen vor Beginn über das zu Erwartende verbieten Leitlinien und der verordnete Gänsemarsch in gebotenem Abstand. Oder: Dort, wo der spätere Besucher sich sonst Knie gegen Knie zum Platz zwängt, vermeiden Lücken in der Bestuhlung die körperliche Indiskretion, verhindern ebenso den Sieg im stillen Kampf um die Armlehnen.

Menotti: „The Medium“ & Maderna: „Satyricon“ in Frankfurts Bockenheimer Depot

05.07.19 (Dieter David Scholz) -
Am Samstag, 15.06.2019 hatte im Bockenheimer Depot, einem ehemaligen Betriebshof und die ehemalige Hauptwerkstatt der Straßenbahn Frankfurt am Main, es ist die zweite Spiel­stätte der Oper Frankfurt, wieder einmal Ungewöhnliches gewagt. Zwei nicht eben oft zu sehende Stücke wurden hintereinander aufgeführt: Gian Carlo Menottis 1946 uraufgeführte Tragödie in zwei Akten „The Medium“ und Bruno Madernas Oper in einem Akt „Satyricon“ aus dem Jahre 1973. Dieter David Scholz mit Einzelheiten.

Imponierende Farblosigkeit: Menottis „Der Konsul“ in Freiberg und Döbeln

18.02.19 (Roland H. Dippel) -
„Puccini hat mehr meine dramatische Technik als meinen musikalischen Stil beeinflusst.“ schrieb Gian Carlo Menotti selbst und ist deshalb nicht ganz unschuldig daran, dass seine 1950 in Philadelphia uraufgeführte Oper „The Consul“ in den Kategorien ‚musikalischer Fortschritt‘ und ‚progressive Dramaturgie‘ keine allzu guten Zensuren erhielt. Auch den Serienerfolg am Broadway mit 269 Vorstellungen hat man ihm verübelt. Heute gilt „Der Konsul“, der eine unmenschlich wuchernde Bürokratie geißelt, als Rarität. Am Mittelsächsischen Theater Döbeln-Freiberg ist er jetzt in einer packenden Aufführung zu erleben.

Warten auf Anatol – Die Oper Magdeburg glänzt mit Samuel Barbers Oper „Vanessa“

21.01.19 (Joachim Lange) -
„Vanessa“ – das klingt irgendwie nach einem Illustriertentitel. Oder nach Hollywood. Bei der regieführenden Intendantin der Oper Magdeburg Karen Stone und ihrem Ausstatter Ulrich Schulz sieht es auch etwas danach auch. Vanessa ist die Frau, um die der Amerikaner Samuel Barber (1910-1981) eine Oper geschrieben hat. Seit ihrer Uraufführung an der MET 1958 hat sie den Kanon des Genres im 20. Jahrhundert zwar nicht revolutioniert, aber sich widerstandslos ganz gut einfügt. Die Rubrik, in der es um scheiternde Beziehungen und geheime Obsessionen geht, ist ja ohnehin beliebig erweiterbar. Das Libretto für Barbers einzige Oper schrieb sein Lebensgefährte Gian Carlo Menotti (1911-2007). Selbst Opernkomponist, hat er schon von daher ein gewisses Feeling für eine operntaugliche Story.

Feierabendserie – Gian Carlo Menottis „ Der Konsul“ am Stadttheater Bremerhaven

20.03.18 (Ute Schalz-Laurenze) -
„Der Konsul“, eine Oper des italo-amerikanischen Komponisten Gian Carlo Menotti, wurde für den Broadway geschrieben. Sie wurde dort von März bis November 1950 en suite gespielt und bald in der ganzen Welt aufgeführt und in achtzehn Sprachen übersetzt. Ein amerikanischer Beobachter sagte einmal: „Menotti schreibt moderne Musik für Leute, die moderne Musik hassen“. Es bleibt offen, was das Stadttheater Bremerhaven nun mit dieser knalligen, durch und durch eklektischen Musik eigentlich wollte.

Das Werk der Stunde – Das Opernstudio der Bayerischen Staatsoper beeindruckt mit Menottis „Der Consul“

29.03.17 (Wolf-Dieter Peter) -
„Kein Schiff, kein Strand für den, der im Meer ertrinkt – Müssen wir erst sterben, weil es von uns so viele gibt?“ – kein gewollt aktualisierender Einschub oder gezielte „Neuübersetzung“: so steht das im Libretto von Gian Carlo Menottis Musikdrama. Angesichts so vieler bemühter Versuche, die Problematik um Flüchtlinge jeglicher Art auf die Bühne zu bringen, bewies das Opernstudio der Bayerischen Staatsoper: hier ist das gespenstisch aktuelle Werk - uraufgeführt 1950!

Halbszenisch verschenkt – Samuel Barbers Oper „Vanessa“ in der Berliner Philharmonie

01.11.16 (Peter P. Pachl) -
Die Wiederbefragung der amerikanischen Erfolgsoper aus dem Jahre 1958 zeigte die musikalisch vielseitige Könnerschaft des 1911 geborenen amerikanischen Komponisten, im Zusammenspiel mit bewährten Topoi aus Oper und Drama im routiniert verfassten Libretto seines Komponistenkollegen Gian Carlo Menotti. Was Ende der Fünfigerjahre stilistisch anachronistisch wirkte, mag angesichts das nachfolgenden halben Jahrhunderts, dessen Tendenzen auch eine neue Tonalität gefördert haben, des Vorwurfs der Unzeitgemäßheit entbehren. Um so stärker jedoch fallen dramaturgische Unzulänglichkeiten ins Gewicht.

Theatralische Parabeln über Weihnachten hinaus – Hänsel und Gretel im Visier

12.12.14 (Wolf-Dieter Peter) -
Reichen Lebkuchen im Werk aus, um Engelbert Humperdincks „Hänsel und Gretel“ zur Weihnachts-Oper schlechthin zu machen? Trug das Datum der gefeierten Uraufführung dieser romantischen Oper im Nach-Wagnerianischen Stil am 23.Dezember 1893 zur Einstufung bei? Oder die eindeutig christliche, alle Armutsproblematik hinweg-beschönigende Grundierung mit dem mehrfach zitierten Luther-Choral „Wenn die Not auf Höchste steigt, Gott der Herr die Hand uns reicht“?
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