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Alle Artikel kategorisiert unter »Johannes Kalitzke«

Hybride Generation

30.06.17 (Anna Schürmer) -
Was hat die Veröffentlichung von Pink Floyds „Wish You Were Here“ mit den Toden von Boris Blacher und Pier Paolo Pasolini zu tun? Und was der Filmstart von Stephen Spielbergs „Der weiße Hai“ mit der Geburt des kanadischen Dirigenten Yannick Nézet-Séguin? Nicht viel, außer das sich all diese Ereignisse 1975 abspielten. Dem Jahr also, in dem auch Oscar Bianchi und Hans Thomalla geboren sind – jene zwei Komponisten, die am 2. Juni mit Uraufführungen im Münchner Herkulessaal zu Gast waren.

Disparates in Einklang gebracht – Tobias PM Schneid und Johannes Kalitzke in München

18.02.17 (Reinhard Palmer) -
Die Bayerische Akademie der Schönen Künste stellt neue Mitglieder sowie das österreichische ensemble für neue musik vor. „Ein Konzert ist eine Singularität“, hob Nikolaus Brass gleich zu Beginn die Einmaligkeit des Live-Erlebnisses hervor. In seiner Moderation lag ihm viel daran, wieder an die grundsätzlichen Dinge zu erinnern. Nicht dass es hier bei der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in der Münchner Residenz jemand nicht längst gewusst hätte.

Ohne Mantel, ohne Degen und doch der ganze Cervantes – Hans Zender-Oper Don Quijote de la Mancha in Frankfurt

09.12.16 (Georg Beck) -
Es gibt sie noch, die Aufführungen, die mit Lust ans Werk gehen, die ihre Kraft in dasselbe legen, weil sie spüren: es braucht es, hat es verdient und meinen Einsatz bekomme ich sowieso zurück. So geschehen jetzt in Frankfurt als „Heimspiel“ von Ensemble Modern. Ab und an kooperiert man mit der Oper im Bockenheimer Depot, ab und an ist man solo unterwegs wie jetzt in der experi­mentallabormäßigen Kunst-Kooperative LAB: „Don Quijote de la Mancha“ als Opern-Eigenproduktion wahlweise als Exklusiv-Präsent zum 80. Geburtstag ihres Komponisten Hans Zender.

Der Welt abhanden gekommen

19.02.16 (Frieder Reininghaus) -
Die Uraufführung von Johannes Kalitzkes Oper „Pym“ in Heidelberg hat Frieder Reininghaus miterlebt und er erklärt, wie technische Pannen durchaus zu Regietricks werden können. Die Compagnie habe sich übrigens einen weiteren Preis verdient, so unser Autor.

Der Solitär und seine Gegenwelten

02.02.16 (Gerhard R. Koch) -
„cresc ...“ ist der Titel eines Festivals Neuer Musik, das 2011 in Frankfurt lanciert worden ist, und der durchaus Heterogenes assoziieren lässt. Denn schon der Begriff des crescendo signalisiert Mehrdeutiges: nicht nur das Anwachsen der Dynamik, sondern auch generell die Steigerung über das Gewohnte hinaus – ganz gewiss nicht im Sinne des „Deutschland!“-Rufers in der Wüstenei der nationalvergessenen Moderne, Botho Strauß, und seines „anschwellenden Bockgesangs“. Crescendieren kann aber auch in und über die Extreme, also auch Grenzen, führen, sie sprengen. Doch der Anfang des italienischen Terminus läßt sich in angelsächsischer Phonetik auch als „crash“ interpretieren, als Zusammenprall, Einstürzen, abrupte Konfrontation von Gegensätzen. Zudem spricht man von „Crash“-Kursen, etwa zum komprimierten Erlernen von Sprachen.

Mit bewährtem Werkzeug operiert – Brechts und Weills „Dreigroschenoper“ im Theater an der Wien

14.01.16 (Frieder Reininghaus) -
Seit zehn Jahren wird das Theater an der Wien – im späten 20. Jahrhundert zum Musical-Theater umgewidmet – wieder als Opernhaus bespielt. Das Jubiläum wird unter anderem mit festlichen Konzerten begangen (wiewohl der Haupt-Festdirigent Nikolaus Harnoncourt altersbedingt nicht mehr zur Verfügung steht), mit einer Erinnerung an den im Vorgängerhaus uraufgeführten „Fidelio“ und mit jener Anti-Oper, die Bertolt Brecht und Kurt Weill 1928 über Nacht grenzüberschreitend berühmt machte. Die „Dreigroschenoper“ traf Ende der Berliner Zwanziger Jahre den Nerv der Zeit, indem sie John Gays und John Christopher Pepuschs akkurat zweihundert Jahre zuvor entstandene Beggar’s Opera adaptierte und die urbanen Zustände thematisierte: Dickicht und Unwirtlichkeit der Städte, organisierte Straßenbettelei, Kriminalität, Prostitution, Korruption sowie die segensreiche Entfaltung des Bankenwesens.

Amnesie mit Methode – Uraufführung von Lucia Ronchettis Oper „Esame di mezzanotte“ in Mannheim

03.06.15 (Frieder Reininghaus) -
Dass bei einer Prüfung den Delinquenten das Gedächtnis im Stich lässt, ihm ein „Gedankenschlag“ Angstschweiß ins Genick oder rote Flecken an den Hals treibt, gehört zu den häufigen Nebenerscheinungen der gebräuchlichen Evaluierungssysteme. Versagensängste sind freilich nicht erst treue Begleiterinnen der aktuell gesteigerten „Aufmerksamkeitskultur“, bei der sich fortdauernd Leute öffentlich produzieren, die hierfür nicht unbedingt prädestiniert sind. Sie waren dies bereits in der traditionellen autoritativ strukturierten Gesellschaft. Auch diese erwählte schon vorsätzlich und fortgesetzt überforderte Menschen.

Verpuffter Anschlag und mitreißende Filmmusik – Ein Wochenende bei MaerzMusik

25.03.14 (Martin Hufner) -
Zweispältiges Wochenende bei MaerzMusik 2014 mit einem Musik-Theater-Blindgänger von Michael Wertmüller und wirklich fantastischer Filmmusik von Johannes Kalitzke mit dem Ensemble Modern. Biedermeiertum auf der Musiktheaterszene steht einem Filmmusik-Phänomen gegenüber.

Surround-Sound beim NOW-Festival: Stockhausens Gruppen und viele andere Raumkompositionen machen die Perspektive weit

28.10.13 (Stefan Pieper) -
Der Name allein ist so respekteinflößend, dass sich nur wenige an die Aufführung seiner großen Werke heran trauen: Die Rede ist von Karlheinz Stockhausen, dessen Kompositionskunst auf alle Sockel gehoben wurde, dessen Werke fantasievoll die Befreiung der Musik aus möglichst viel „irdischen“ Festlegungen vorantreiben wollten. Der Anspruch, Zeit- und Raumbegriffe zu erweitern durchzieht sich wie ein roter Faden durch Stockhausens Schaffensbiografie. Also war es vorprogrammiert, den 2007 verstorbenen Großmeister der musikalischen Avantgarde ins Zentrum des Essener NOW-Festivals zu rücken, dass sich in diesem Jahr unter dem Motto „sound surround“ vor allem dem Aspekt von Raum widmet.

Berg-Paraphrasen: Uraufführung von Olga Neuwirths „American Lulu“ an der Komischen Oper Berlin

01.10.12 (Peter P. Pachl) -
Was seit dem Anbruch des Regietheaters den Regisseuren recht ist, die Handlung in ihren Inszenierungen an andere Orte und in eine andere Zeit zu verlegen, dies ist Olga Neuwirth in ihrer vierten Oper billig: angeregt durch Otto Premingers Film „Carmen Jones“, einer freien Adaption von Bizets „Carmen“, verlegte die 1968 in Graz geborene Komponistin Alban Bergs Opernhandlung in ihrer Paraphrase ins New Orleans der Fünfziger- und ins New York der Siebzigerjahre.
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