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Alle Artikel kategorisiert unter »Kulturpolitik«

Nachhilfe

19.01.20 (Juan Martin Koch) -
Mit dem Fragezeichen und dem Untertitel dieses Buches suggeriert der Autor – erfahrener Musikpädagoge und Wissenschaftler – zweierlei: Die Orchesterlandschaft ist ers­tens ein entscheidender Faktor für die „Musiknation Deutschland“ und sie ist zweitens immerhin so gefährdet, dass sie eines Plädoyers in Buchform bedarf. Dem mag man angesichts der einzigartigen Orchesterdichte und -qualität sowie immer wieder drohender Fusionen und Erosionen gerne zustimmen, und doch baut sich bei der Lektüre zunehmend ein weiteres imaginäres Fragezeichen auf: Denn für wen Werner-Jensen dieses Buch eigentlich geschrieben hat, wird nie so recht klar.

Von der Oper bis in den Busch: Australiens Kultur spürt das Feuer

Canberra - Die Oper dankte den Feuerwehrleuten. Ein Filmstar wollte nicht nach Sydney kommen. Kostbare Kunst musste in Sicherheit gebracht werden. Auch die australische Kulturwelt bekommt die Brände zu spüren - manchmal bedrohlich nah.

Ungarns Parlament billigt Gesetz für mehr Kontrolle über die Kultur

12.12.19 (dpa) -
Im Eilverfahren und unter Protesten der Opposition hat die rechte Regierungsmehrheit im ungarischen Parlament ein umstrittenes Gesetz für eine verstärkte Regierungskontrolle der Kultur verabschiedet. Während der Abstimmung am Mittwoch standen die Oppositionsabgeordneten und hielten sich schwarze Theatermasken vors Gesicht, wie das Portal „444.hu“ auf Grundlage eines Videos des liberalen Abgeordneten Bence Tordai berichtete.

Ent-Bindung

02.12.19 (Theo Geißler) -
Eine feine Sentenz: Musik verbindet. Nur gut, dass solche These die zu verbindenden Personen, Institutionen oder Gegenstände reichlich unbenannt lässt. Sonst müssten wir jetzt auch mal auf die so genannte Große Koalition zu sprechen kommen. Sie hat sich rein klanglich vor allem durch Disharmonie profiliert. Aber auch die ist bekanntlich Klang. Und so erfreute es trotz grummelnden Gemurres des Hinterbänkler-Chores, dass eine Art bedingungsloser Grundrente gemäß des unterschriebenen Koalitionsvertrages der recht unterschiedlichen Koalitionäre CDU, CSU und SPD in Berlin zustande zu kommen scheint. Vielleicht kommt sie ja auch zahllosen unter prekären Bedingungen arbeitenden Musikern/-innen und Musikpädagogen/-innen zugute.

Prollitik und Verantwortung

25.10.19 (Martin Hufner) -
Die FDP und ihr Verhältnis zur (Musik)-Kultur – kannste streichen. Begründung: Unfähigkeit. Was war passiert? Die FDP-Fraktion im Frankfurter Römer stellte einen Etat-Antrag zum Produkthaushalt: „Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen: Der Zuschuss in Höhe von 22.000 Euro für das Archiv Frau und Musik e. V. (Haushaltsentwurf 2019, Band 2, S. 1400) wird gestrichen.“ Eine „Begründung“ haben sie gleich mitgeliefert: „Im Hinblick auf die notwendige weitere Konsolidierung des städtischen Haushaltes sollten die Mittel für Archiv Frau und Musik e. V. zugunsten anderer Aufgaben verwendet werden.“ Klingt logisch und nachvollziehbar, oder?

Deutscher Musikrat: Kulturpolitik gehört zur DNA der europäischen Wertegemeinschaft

Kultur muss Querschnittsaufgabe der Europäischen Union werden. Die drei nationalen Musikräte von Deutschland, Österreich und der Schweiz haben sich auf ihrer turnusmäßigen Jahrestagung in Aarau (Schweiz) auf die folgende Stellungnahme zum Rollenverständnis über die Kulturpolitik der Europäischen Union verständigt.

Eine Gattung wird zu Grabe getragen

06.09.19 (Bojan Budisavljevic) -
Hier wird nicht lang gefackelt, und sofort ist klar, wo es langgehen soll. So heißt es im allerersten Satz eines als Geleitwort getarnten Gutachtens: „Die Oper ist eine Institution.“ Der Sargnagel sitzt. „Addio del passato“, und das ganze Genre, eine über vierhundertjährige Kunst mit unzähligen opera wird, weil als schwindsüchtig, defizitär und überhaupt überlebt befunden, zu Grabe getragen. Das Werk wird hinabgestoßen, und es steht auf: das Handwerk, die Praxis, eben das Musiktheater. So, zugegeben sehr verkürzt, Dorothea Lübbe in ihrer, an Cage angelehnt mit „Europeras“ betitelten Hildesheimer Dissertation, die einen historischen wie aktuellen Systemvergleich von Deutschland und Frankreich liefern will und zugleich mit Fallbeispielen Perspektiven auf künstlerische Innovation und Kulturpolitik entwirft. Und Letzteres verheißt nichts anderes, als dass es auch um Budgets gehen und Verteilungskämpfe geben soll.

Kurz-Schluss – Wie ich einmal (vergeblich) versuchte, das deutsche Bildungssystem wenigstens an internationale Standards heranzuführen

25.08.19 (Theo Geißler) -
Was waren das für gemütliche Zeiten in meiner dörflichen Zwergschule Mitte der 1950er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. 39 Schüler, drei Klassenstufen in einem Raum. Zum Einschwingen in den Stundenrhythmus – die Bayernhymne. Dann grell quietschende Schiefertafeln, Sütterlin als Zweitschrift, ein Setzkasten, in dem dauernd die E‘s fehlten. Strenge Lehrerinnen, versiert mit dem Tatzenstock Schülerhändchen Hornhaut anzutrainieren. Strenge Lehrer, schnell bei der Hand wenn es galt, mit dem Lineal gestochen scharfe Scheitel zu ziehen oder aufmerksame Stille durch Kopfnuss-Verteilen zu erzielen. Früh begann also die charakterliche Bildung, die intellektuelle folgte dank zweier Ehrenrunden im Gymnasium und dem 20-semestrigen Germanistik- und Philosophiestudium mit immerhin eingeschränktem Abschluss. Sonst wäre aus mir schier gar nichts geworden. Ich brauchte einfach Zeit.

Künftiger Cottbuser Intendant will Diskussionen auch mit AfD

31.05.19 (dpa) -
Potsdam - Der künftige Intendant des Staatstheaters Cottbus, Stephan Märki, will sich auf der Bühne auch mit dem zunehmenden Rechtspopulismus auseinandersetzen. «Wir müssen versuchen, den Ursachen auf den Grund zu gehen», sagte Märki am Mittwoch in Potsdam. Mit Blick auf den Erfolg der AfD bei der Kommunalwahl am Sonntag sagte er: Die Frage stelle sich, woher es komme, dass rund 22 Prozent «Ausgrenzung oder Ressentiment wählen oder Schuldige suchen dafür, dass es ihnen nicht so gut geht wie anderen».

Nachhaltige Förderung anstelle kurzfristiger Projekte

30.05.19 (Luisa Mergel) -
Bei der „dialog.Pop“ am 29. und 30. April trafen sich über 100 Vertreter/-innen von Clubs, Festivals und Förderprogrammen sowie aus der Politik, um über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Popmusikförderung zu referieren und zu diskutieren. Am Ende der Konferenz einigten sie sich auf eine mutige Abschlussforderung: Jährlich 100 Millionen Euro Investitionsmittel für den Livemusik-Sektor seien nötig.
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