Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Portrait«

Klangforum Wien: „Das Kompetenzensemble für das Neue in der Musik der letzten 100 Jahre“

27.08.20 (Regine Müller) -
Seit Beginn des Jahres ist Peter Paul Kainrath Intendant des Klangforum Wien. Der in Bozen, Wien und Moskau ausgebildete Konzertpianist war von 2001 bis 2012 künstlerischer Leiter der „Klangspuren Schwaz“ in Tirol, ist künstlerischer Leiter des Festivals für zeitgenössische Kultur „Transart“ und des internationalen Klavierwettbewerbs Ferruccio Busoni in Bozen und war Debuty Director der Manifesta-Foundation in Amsterdam. Mit dem Klangforum Wien verband ihn bereits vor seiner Intendanz eine langjährige Zusammenarbeit.

„Dirigieren lernt man nicht durch Nachdenken“ – Joana Mallwitz in Salzburg

04.08.20 (Georg Rudiger) -
Zwei Tage vor der Premiere. Die Proben zu „Così fan tutte“ bei den Salzburger Festspielen sind abgeschlossen. Joana Mallwitz hat während der Orchesterproben alle Interviewanfragen abgelehnt. Sie wollte sich ganz auf die Musik konzentrieren. Eigentlich hätte sie in diesem Sommer in Salzburg die Wiederaufnahme der „Zauberflöte“ dirigieren sollen. Nun ist es die kurzfristig angesetzte Neuproduktion der „Così fan tutte“ in der Regie von Christof Loy geworden. Eine Woche nach Pfingsten kam die Anfrage von Intendant Markus Hinterhäuser. Dazu musste eine eigene, 130-minütige Strichfassung erstellt werden, die ohne Pause gespielt wird. Auch die Probenzeit war verkürzt. Schwierige Umstände für eine Perfektionistin, die ungern Kompromisse macht?

Subtile Synkopen und swingende Synapsen – Keith Jarrett wird 75

08.05.20 (Michael Ernst) -
Keith Jarrett, das ist die Kunst der Improvisation, zugleich aber auch die Improvisation der Kunst. Der Pianist verkörpert die Freiheit des Spiels, das Spiel mit der Freiheit, er ist der Lyriker unter den Jazzern, findet unser Autor Michael Ernst.

Róbert Wittinger zum 75. Geburtstag – Von Stefan Pohlit

10.04.20 (Stefan Pohlit) -
„Jetzt soll es auch schön klingen.“ So betitelte Albert-Peter Bitz am 24. Oktober 1968 in der Saarbrücker Zeitung sein Resumé der Donaueschinger Musiktage. „Keines dieser Werke brachte entscheidend Neues, auffallend war nur, in welchem Maß sich die Komponisten bemühen, gut, ja angenehm klingende Musik zu schreiben.“ Serialismus und Aleatorik befanden sich in der Auflösung, experimentelle und live-elektronische Musik dagegen noch vor der Blüte. Angesichts der Ratlosigkeit, die solch ein Vakuum mit sich zieht, war in der Frankfurter Neuen Presse von „Enttäuschung“, in der Süddeutschen von „Sorge“, in der Stuttgarter Zeitung gar von „tabula rasa“, und in der Zeit von „Frustrationen“ zu lesen.

Ansichten des Augenblicks

19.09.18 (Dirk Wieschollek) -
Als Zeynep Gedizlioğlu im Mai den Heidelberger Künstlerinnenpreis entgegennahm (und sich damit in die Riege prominenter Vorgängerinnen wie Olga Neuwirth, Isabel Mundry, Adriana Hölszky oder Sofia Gubaidulina einreihte), war laut Jury einer der Gründe, dass die türkische Komponistin einen „kompromisslosen, transkulturellen Stil“ etabliert habe, der „persönliche Erfahrungen und politischen Protest“ in dichten Klangtexturen amalgamiert.

Aus dem Moment heraus

27.06.18 (Ssirus W. Pakzad) -
Dieser Tage ist der Regensburger Pianist Lorenz Kellhuber alleine unterwegs. Mit Gepäck zwar. Aber ohne Noten. Denn der 28-Jährige vertraut zunehmend auf seinen Instinkt, seine Vorkenntnisse, sein Formbewusstsein, seine Musikalität. Auch wenn er sich im festen Trio mit dem Bassisten Arne Huber und dem Schlagzeuger Gabriel Hahn die Bühne teilt, bringt er vorher bestenfalls ein paar skizzenhafte Aufzeichnungen mit, ein paar Fragmente. Der Rest ist reine Improvisation.

Tönend über sich hinaus… - Mezzosopranistin Christa Ludwig feiert ihren 90.Geburtstag

16.03.18 (Wolf-Dieter Peter) -
Eben jagte Karl Böhm im Bayreuther Festspielhaus die Leidenschaften tönend-tosend hoch, 1966, in der DG-Aufnahme des 2.Aufzugs des „Tristan“: Isolde Birgit Nilsson wollte jauchzend dem Geliebten das Zeichen geben; Brangäne Christa Ludwig warnte eindringlich, hob plötzlich die Hand und bat in Bayreuths „mystischen Abgrund“ hinunter um Unterbrechung. Sie winkte aus der Kulisse den Assistenten heran, blätterte eine Seite zurück, trat an den Rand zum Graben und flüsterte in schönem Wienerisch „Ich hab‘ eb‘m ‚weil du erblödet, wähnst du den Blick der Welt erblindet‘ g‘sungen – es muss umgekehrt…“ Böhm raunzte etwas Unverständliches zurück, biesterte noch hörbar „Birgit, schrei‘ ned‘ a‘so!“ – dann tobten die Liebeswogen erneut und später erklangen die schönsten „Habet Acht!“-Rufe Brangänes, die die damalige Musikwelt kannte…

„Reiz naiver Geistigkeit und keine Rezepte“ – Zum 100. Geburtstag von Gottfried von Einem

24.01.18 (Christoph Schlüren) -
Wer kennt heute Gottfried von Einem? Ja, der Name ist Kennern geläufig, und erfahrene Musiktheater-Routiniers werden sofort seine zu Lebzeiten sensationell erfolgreichen Opern aufzählen: ‚Dantons Tod‘ nach Büchner, ‚Der Prozess‘ nach Kafka, ‚Der Zerrissene‘ nach Nestroy ‚Der Besuch der alten Dame‘ nach Dürrenmatt, ‚Kabale und Liebe‘ nach Schiller – das ist in der Tat eine in der Nachkriegszeit einmalige, erstaunliche Erfolgsserie höchst gelungener, für den Kenner wie für den Belcanto-Liebhaber ergiebiger Würfe, die von 1947 bis 1976 über drei Jahrzehnte den Namen des Komponisten als stets für Überraschungen guten Erfolgsgaranten auf den großen Bühnen repräsentierten.

Über die Krise von Zufluchtsstätten

15.06.17 (Hans-Jürgen Linke) -
Eine Art Anfang war „Ungebräuchliches“ für Oboe, entstanden 1964, in Frankfurt am Main uraufgeführt am 10. Dezember 1965 durch den Komponisten selbst und acht Monate später einer größeren Öffentlichkeit bei den Darmstädter Ferientagen für Neue Musik vorgestellt. Rolf Riehm, Komponist und Oboist, lieferte damit vielleicht eine Art Exposé seiner Lebensarbeit, die sich immer unter intensiver und unerbittlich kritischer Anstrengung mit dem Konventionellen beschäftigt hat.

Universalgelehrte in Sachen Theremin

07.06.17 (Guido Krawinkel) -
Ein Holzkasten mit etwas Elektronik drin, zwei Antennen, ein Stromkabel, ein Lautsprecher. Das ist ein Theremin. Viel dran ist also nicht, rein technisch gesehen zumindest, und doch strahlt das Instrument auch 96 Jahre nach seiner Erfindung durch den Russen Leon Theremin immer noch eine große Faszination aus.
Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: