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Alle Artikel kategorisiert unter »Guido Krawinkel«

Bonner Baustellen und ein Blick in die Zukunft

21.01.21 (Guido Krawinkel) -
„Die Macht in der BRD war ausgesprochen männlich, denn du kannst nicht mit den Großen pissen.“ Eine ernüchternde Erkenntnis war es, die die Journalistin Ursula Kosser da lieferte. Sie berichtete von den goldenen Zeiten der Bundesrepublik, vom Bundespresseball und den Mechanismen der Macht, die sie jahrelang hautnah miterlebt hatte. Dabei stand sie inmitten der Garderoben der völlig entkernten Beethovenhalle, eines Torsos, der in gewisser Weise symptomatisch für den derzeitigen Stand des Beethovenjahres ist, denn der ist ausgesprochen trostlos.

Antworten auf Frage nach dem Klang unserer Zeit

17.12.20 (Guido Krawinkel) -
2013 hatte die Bonner Pianistin Susanne Kessel ihr Projekt „250 piano pieces for Beethoven“ gestartet, nun ist bei zwei Konzerten im Kammermusiksaal des Beethoven-Hauses der 10. und letzte Band der dazugehörigen Notenedition vorgestellt worden. Aus 250 sind mittlerweile 260 Stücke geworden, rund 150 Komponisten aus 47 Ländern waren in den Vorjahren zur Uraufführung ihrer Werke angereist, und dann kam Corona und machte dem großen Finale erst mal einen Strich durch die Rechnung. Dennoch, abgearbeitet ist das Projekt für Kessel noch lange nicht: die letzten Korrekturfahnen sind gerade erst gelesen, viele Stücke müssen noch für eine spätere Veröffentlichung aufgenommen werden. Insgesamt aber kann man sagen: Es ist vollbracht.

Kontrabass ausgebootet, Bratsche gewinnt

11.11.20 (Guido Krawinkel) -
An Karneval kommt im Rheinland keiner vorbei, auch nicht 1790, auch nicht, wenn man Ludwig van Beethoven heißt. Seinerzeit war das in bestimmten gesellschaftlichen Kreisen vermutlich eher ein geziemendes Vergnügen denn ein ungezügeltes Über-die-Stränge-Schlagen. Der 20-jährigen Beethoven komponierte jedenfalls für eine Karnevalsveranstaltung des Grafen Ferdinand von Waldstein ein Ritterballett, zwölf kurze Sätzchen mit zusammen kaum 12 Minuten Spieldauer, ein „karakteristischen Ballet in altdeutscher Tracht“, das, mit den Worten des Grafen, die „Hauptneigungen unsrer Urväter, zu Krieg, Jagd, Liebe und Zechen“ in ebenso schicklicher wie überzeichneter musikalischer Form aufgreift.

Im Dialog mit Salvador Dalí

30.09.20 (Guido Krawinkel) -
Ursprünglich geplant war die Uraufführung im März, coronabedingt wurde es nun August, bis ein neues Klavierquintett des spanischen Komponisten Pedro Halffter im Arp Museum Rolands­eck uraufgeführt werden konnte. Der passende Rahmen dafür war das Foyer des Hauses, findet dort doch gerade eine große Ausstellung mit Werken von Salvador Dalí statt. Von dessen Werken hat sich Halffter für sein neues Opus inspirieren lassen. In Auftrag gegeben wurde selbiges von der Villa Musica, dem neuen Musikpartner des Arp Museums, und erscheinen wird es im renommierten Schott Verlag.

Pleiten, Pech und Pannen – und Lichtblicke

24.09.20 (Guido Krawinkel) -
Wie ein bizarres Ufo thront die Bonner Oper am Ufer des Rheins, direkt neben der Kennedybrücke im Herzen der Beethovenstadt. Silbrig glänzt die Fassade, eindrucksvoll spiegelt sich die Silhouette der Stadt in den großen Fens­terfronten des spitz in Richtung Stadt zeigenden Entrées. Der von den Architekten Klaus Gessler und Wilfried Beck-Erlang für die damalige Bundeshauptstadt entworfene Bau ist ein markantes architektonisches Statement, 1965 vollendet und immer noch ein repräsentativer Hingucker, auch ohne Hauptstadtbonus.

Künstlerischer Rundumschlag

30.11.19 (Guido Krawinkel) -
„Seid umschlungen“ – so betitelt das Beethovenfest seinen Extra-Ableger im Frühjahr des Jubiläumsjahres. Und so wie es aussieht, wird den Bonnern auch gar nichts anderes übrigbleiben, als sich 2020 vom weltumspannenden Genie des Komponisten vereinnahmen zu lassen. Nicht nur bekommt das Beethovenfest einen Ableger, auch die BTHVN Jubiläums GmbH, das Beethoven Orchester und andere Veranstalter klotzen zum Auftakt des Beethoven-Jahres, mit dem der 250. Geburtstag des Komponisten gefeiert wird.

Der unerschrockene Marathon-Mann

10.10.19 (Guido Krawinkel) -
Am 15. September 2019 wurde in der – im Übrigen bei weitem nicht ausverkauften – Elbphilharmonie Musikgeschichte geschrieben. Um genau 23.10 Uhr setzte der britische Organist Kevin Bowyer (58) mit geradezu markerschütternden Akkorden einen gewaltigen Schlusspunkt unter ein geradezu gigantomanisches Unterfangen: die vollständige Aufführung der zweiten Orgelsinfonie von Kaikhosru Shapurji Sorabji an einem Tag.

Ein Bericht von der Baustelle Beethoven

02.07.19 (Guido Krawinkel) -
Die Beethovenhalle: eine kostspielige Dauerbaustelle mit offenem Ende. Die Oper: ein derzeit auf Eis gelegter Sanierungsfall. Das Beethovenfest: wegen mangelnder Kostentransparenz und seiner Intendantin in der Kritik. Und die BTHVN-Jubiläumsgesellschaft: ein Mauerblümchen ohne wirkliche Strahlkraft.

Einfach neugierig

25.04.18 (Guido Krawinkel) -
Mit einer Frage fing alles an: „Wie kann es sein, dass Komponistinnen so unbekannt und in den Konzertprogrammen so schlecht repräsentiert sind?“ Das fragte sich die Leipziger Pianistin Kyra Steckeweh.

Rebell, Visionär, Bewahrer, Erneuerer – Jean Guillou in der Elbphilharmonie

21.04.18 (Guido Krawinkel) -
Bezeichnend ist es allemal, dass das Geburtstagskonzert für Jean Guillou in Hamburg stattfindet – und nicht etwa in Paris. Das Verhältnis des Maître – so huldvoll tituliert man jenseits der Grenze verdiente Organisten – zu seinem Heimatland ist ein Kapitel für sich, eines, das nicht nur Lobeshymnen enthält. Das Sprichwort vom Propheten, der im eigenen Land wenig gilt, bewahrheitet sich hier einmal mehr.
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