24.6.2022: Veranstaltungen aktuell +++ Veranstaltungen


24.06.22 -
Thüringer Orgelsommer «noch nicht wieder auf 100 Prozent» +++ Nur noch ein Monat - In Bayreuth sind alle «hochmotiviert» +++ Uraufführung der Oper «Wölfe» im Staatstheater Schwerin +++ Staatsoperette Dresden mit fünf Premieren in neuer Spielzeit +++ Historisches Goethe-Theater Bad Lauchstädt feiert 220-jähriges Bestehen
24.06.2022 - Von dpa, KIZ

Thüringer Orgelsommer «noch nicht wieder auf 100 Prozent»

Keine Schulungen, keine kleinen Kirchen und Kapellen: Der Thüringer Orgelsommers findet auch in diesem Jahr in einer Corona-Version statt. Die Organisatoren hoffen, dass sie so gut durchkommen.

Arnstadt (dpa/th) - Nach ersten Corona-Ausfällen Ehrenamtlicher hoffen die Organisatoren des 31. Thüringer Orgelsommers trotz steigender Infektionszahlen auf einen reibungslosen Ablauf. Er wünsche sich, dass neben den Helferinnen und Helfern auch alle eingeplanten Künstlerinnen und Künstler gesund bleiben, sagte der Präsident des Thüringer Orgelsommers, Theophil Heinke.

Zur Eröffnung der Konzertreihe ist am Freitag ein «Welteinklang»-Konzert mit dem Orgelimprovisator David Timm und dem Vocalensemble «Sjaella» (beide aus Leipzig) in der Johann Sebastian Bach Kirche in Arnstadt geplant. Bis zum 24. Juli sollen im Rahmen des Orgelsommers rund 45 Orgelkonzerte vor allem in den Kirchen des Freistaates stattfinden.

Dass die Planung im Januar noch sehr vorsichtig war, könnte dem Orgelsommer nun zugute kommen. «Wir sind noch nicht wieder auf 100 Prozent», sagte Heinke. So seien kleine Kapellen und Kirchen noch nicht im Programm. Auch bei der Buchung internationaler Organisten habe man sich «noch nicht so rangetraut». Mit Blick auf die Nachwuchsförderung sei schmerzlich, dass dieses Jahr die üblichen Schulungen während des Orgelsommers für Schulkinder noch ausfallen.

 

Nur noch ein Monat - In Bayreuth sind alle «hochmotiviert»

Roter Teppich, Opernfans aus aller Welt - und dazu gleich fünf Neuinszenierungen: In einem Monat beginnen in Bayreuth die Festspiele. Die Festspielleitung zeigt sich entspannt.

Bayreuth (dpa) - Die Probenarbeiten sind in vollem Gange auf dem Grünen Hügel zu Bayreuth. In einem Monat beginnen dort die Richard-Wagner-Festspiele. Die Festivalleitung habe bisher einen «sehr positiven» Eindruck gewonnen, sagte ein Sprecher auf Anfrage. «Alle sind hochmotiviert und freuen sich auf die anstehenden Festspiele.»

In diesem Jahr gibt es nach langem, der Corona-Pandemie geschuldeten Warten endlich einen neuen «Ring des Nibelungen». Und damit nicht genug: Eröffnet werden die Festspiele am 25. Juli mit einer weiteren Neuinszenierung - «Tristan und Isolde». Dazu sagte Festspielchefin Katharina Wagner kürzlich dem «Nordbayerischen Kurier»: «Als einziges Haus weltweit bringen wir einen neuen «Ring» und eine Neuproduktion von «Tristan und Isolde» innerhalb von zwei Wochen heraus.»

Den vierteiligen «Ring» inszeniert Valentin Schwarz, die musikalische Leitung hat Pietari Inkinen inne. Regisseur bei «Tristan und Isolde» ist Roland Schwab, Dirigent Cornelius Meister. Auf Twitter gibt der Generalmusikdirektor der Staatsoper Stuttgart immer wieder kleine Einblicke in die Probenarbeit, kürzlich schrieb er, dass Regisseur Schwab alle inspiriere. Und er lobte den Enthusiasmus von Stephen Gould und Catherine Foster, die die beiden Titelpartien singen.

Während im vergangenen Jahr auch für das Publikum strenge Corona-Regeln galten und nur die Hälfte der Plätze im Haus besetzt wurden, gibt es in diesem Jahr keine Testpflicht, auch der Impf- oder Genesenenstatus wird nicht überprüft. Die Festspielleitung empfiehlt dennoch, eine Maske zu tragen: Corona werde wieder präsenter, die Empfehlung sei umso relevanter, heißt es.

Zum Spielplan des weltberühmten Festivals gehören in diesem Jahr noch die Wiederaufnahmen von «Der fliegende Holländer», «Lohengrin» und «Tannhäuser». Neu sind zwei Termine für Open Airs rund um das Festspielhaus: Es sei ein Konzert vor allem für die Bayreutherinnen und Bayreuther geplant, teilte der Sprecher mit: «Ungezwungene Atmosphäre», keine Bestuhlung, keine Einlasskontrollen, freier Eintritt. Und: Es werde nicht «nur» Wagner gespielt.

 

Uraufführung der Oper «Wölfe» im Staatstheater Schwerin

Anlässlich der Schlossfestspiele Schwerin feiert die dokumentarische Naturoper «Wölfe» Premiere im Mecklenburgischen Staatstheater. Die Kulisse soll dabei über die Bühne hinausreichen.

Schwerin (dpa/mv) - Im Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin feiert die Oper «Wölfe» am Freitagabend in einer über die Bühne hinausreichenden Inszenierung Premiere.

Für die von der estnischen Komponistin Helena Tulve und Hausregisseurin Nina Gühlstorff konzipierte künstlerische Auseinandersetzung mit der Rückkehr des Wolfes in heimische Wälder verwandele sich das Große Haus in eine Weidelandschaft, teilte das Theater am Donnerstag in Schwerin mit. Der Zuschauerraum werde zur Weide, auf dem Alten Garten - dem Platz vor dem Gebäude - sollen 30 Schafe grasen.

Die Oper befasst sich laut Theater mit den unterschiedlichen Reaktionen in der Gesellschaft auf die Wiederansiedlung der scheuen Raubtiere. Hierfür habe die Regisseurin zahlreiche Interviews unter anderem mit Vertretern der Wissenschaft, Natur- und Tierschützern, der Jägerschaft und Politikern geführt.

Neben der Premiere am 24. Juni soll es im Rahmen der Schlossfestspiele Schwerin bis zum 10. Juli noch sechs weitere Veranstaltungen geben. Im Anschluss an die Vorstellungen sollen zudem Expertengespräche stattfinden, in denen die Zuschauerinnen und Zuschauer eingeladen sind, über das Thema zu diskutieren.

 

Staatsoperette Dresden mit fünf Premieren in neuer Spielzeit

Dresden (dpa/sn) - Die Staatsoperette Dresden hat für die neue Spielzeit fünf Premieren und elf Wiederaufnahmen angekündigt. Unter dem Motto «Wir entfachen Magie» will die Bühne ihr 75-Jähriges Bestehen feiern.

Vier Konzerte und flankierende Formate würden das Programm abrunden, teilte die Staatsoperette am Donnerstag mit.  Nach zweieinhalb Jahren mit beschränkter Zuschauerkapazität und kleiner besetzten Inszenierungen wolle man nun alle Produktionen wieder für einen vollen Zuschauersaal und mit dem kompletten Ensemble umsetzen.

Die erste Neuinszenierung kommt mit zweijähriger Verschiebung am 22. Oktober heraus: «Die lustigen Weiber von Windsor» von Otto Nicolai. Regie führt Noa Naamat aus Israel. Im Januar 2023 folgt das Pop- Musical «Pippin - Die Kunst des Lebens» mit Musik des Grammy- und Oscar-Preisträgers Stephen Schwartz.

Dritte Premiere ist die «Polnische Hochzeit» - eine in Vergessenheit geratenen Operette von Joseph Beer. Das Stück «Grimm» kommt als Koproduktion mit dem Theater Junge Generation in Dresden heraus. Mit der «Fledermaus» von Johann Strauß beschließt ein Klassiker den Premierenreigen.

 

Historisches Goethe-Theater Bad Lauchstädt feiert 220-jähriges Bestehen

Das Theater hat viele Stürme überstanden, seit es 1802 nach den Plänen von Johann Wolfgang von Goethe in dem einstigen Kurort errichten ließ. Heute zeigt es sich originalgetreu restauriert in neuem Glanz. Ungetrübte Jubelstimmung kommt aber nicht auf.

Bad Lauchstädt (dpa/sa) - Mit einer Festwoche wird das 220-jährige Bestehen des Goethe-Theaters in Bad Lauchstädt gewürdigt. Die Spielstätte wurde nach Ideen des Dichters Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) gebaut und am 26. Juni 1802 in dem einstigen Kurort eröffnet. Es ist laut Historikern das einzige original erhaltene Theatergebäude der Goethe-Zeit. «Unser Schwerpunkt ist deutsche Literatur und Musik», sagte René Schmidt, Geschäftsführer der Historischen Kuranlagen und des Goethe-Theaters Bad Lauchstädt, zum Profil des Hauses.

Während der Festwoche gibt es von Freitag an bis zum 2. Juli Aufführungen, Lesungen und ein Konzert. Auf der Bühne werden unter anderem «Die Leiden des jungen Werthers» von Goethe, Schillers «Wilhelm Tell» und «Der zerbrochene Krug» von Kleist geboten. Auf dem Programm zum Theaterjubiläum steht der Klassiker schlechthin von Bad Lauchstädt, «Figaros Hochzeit». Die Oper sei eine der erfolgreichsten Inszenierungen, seit 20 Jahren im Spielplan. «Das Stück ist immer wieder frisch, mit großem Zuspruch beim Publikum», sagte Schmidt.

Mit Blick auf die Besucherzahlen sagte er, das Theater sei vor Corona im Schnitt zu 91 Prozent ausgelastet gewesen. Es hat kein eigenes Ensemble. Bad Lauchstädt ist eine Spielstätte für Künstler aus dem In-und Ausland. Die Saison geht von Ostern bis Oktober. Trotz der Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie von Bund und Land und Hygienekonzepten seien 2022 bisher nicht die Besucherzahlen erreicht worden wie vor 2019. «Im Vergleich zu anderen Häusern sind wir immer noch gut», sagte Schmidt.

Allerdings sei zu beobachten, dass Menschen zurückhaltend geworden sind, was den Kauf einer Karte für Veranstaltungen betrifft. Die Sorge vor weiter steigenden Lebenshaltungskosten und einer eventuellen neuen Corona-Welle führten wohl dazu, dass Menschen das Geld zusammenhalten und auf einen Theaterbesuch verzichten wollen, oder es aus finanziellen Gründen auch müssen, sagte der erfahrene Kulturmanager. Eine feste Stütze des Hauses sei die pädagogische Arbeit. Vorstellungen für Schulen wie Goethes «Faust» seien meist ausverkauft. Der Zuspruch sei bei jungen Menschen «enorm».

Das Theater wurde seit 2015 bei laufendem Betrieb in vier Bauabschnitten restauriert. Der Zahn der Zeit hatte an dem Gebäude genagt, Schimmel machte sich breit. «Jetzt ist alles schick», sagte Schmidt. Insgesamt 6,2 Millionen Euro wurden den Angaben zufolge von Bund, Land, EU, Sponsoren und privaten Geldgebern investiert. Sorgsam gestaltet wurden unter anderem die gewölbte Decke im Zuschauerraum, die Logen oder die Bühnenvorhänge nach historischem Vorbild. Es gibt heute 452 Plätze im Theater. Zu Goethes Zeiten waren es 600, mit Stehplätzen, wie es damals üblich gewesen sei, sagte Schmidt.

 

 

 

 

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