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Alle Artikel kategorisiert unter »Bert Brecht«

Allzu billige Gegenwart: „Mahagonny“ an den Landesbühnen Sachsen

12.12.19 (Roland H. Dippel) -
Vor der neoliberalistischen Realität versagt sogar das Instrumentarium des post-realistischen Musiktheaters der guten alten DDR-Schule. Mit „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ haben die Landesbühnen Sachsen neben großen Verdiensten wie zuletzt mit „Katja Kabanova“, „Der Besuch der alten Dame“ und „Sunday in the Park with George“ kein großes Glück.

Die höheren Künste des Recyclings – Das Festival in Aix-en-Provence 2019

08.07.19 (Frieder Reininghaus) -
Die erste Stunde gehörte einem seltenen Gast im sommerlichen Aix-en-Provence: Madame La Pluie ließ die Veranstalter und die vor den Absperrgittern wartenden zahlenden Gäste lange im Ungewissen. Doch dann wurden die Barockgeigen des Orchesters Pygmalion aus Bordeaux ausgepackt. Sie und die vielen prächtigen Kostüme, die unter kundiger Assistenz von Elisabeth de Sauverzac geschneidert worden waren, setzten sich dem Witterungs-Restrisiko aus. Gegen 23 Uhr begann eine Solostimme den zum Auditorium umgewidmeten Hof der Arvchevêché zu erfüllen. Sie intonierte, bald unterstützt vom Chor, ein mittelalterliches Graduale – als Einstimmung auf das Requiem von Wolfgang A. Mozart.

Die Rückkehr des Mackie Messer

12.09.18 (Viktor Rotthaler) -
Im September kommt ein Film in die Kinos, der sich um die „Dreigroschenoper“ dreht: „Mackie Messer – Brechts Dreigroschenfilm“ von Joachim Lang. In den Hauptrollen: Lars Eidinger als Bertolt Brecht und Robert Stadlober als Kurt Weill. Den Macheath verkörpert Tobias Moretti und Joachim Król gibt den Peachum. Joachim Langs Film erinnert manchmal an die beiden Lars-von-Trier-Filme „Dogville“ und „Mandalay“. Kein Wunder, denn Trier hatte sich in diesen Werken explizit auf Brechts „Verfremdungseffekt“ bezogen. Aber es soll hier nicht um den Lang-Film gehen, der gewissermaßen das „Making-of“ zeigt, sondern um die „Originale“: Erich Engels Theaterfassung der „Dreigroschenoper“ von 1928 und G. W. Pabsts Filmversion „Die Dreigroschenoper“.

Da grinst der Haifisch sich eins – Die Dreigroschenoper von Kurt Weill und Bert Brecht in Halle

20.02.18 (Joachim Lange) -
In der „Dreigroschenoper“ könnte wohl jeder Theater- bzw. Opernfreund ab einem gewissen Alter überdurchschnittlich viele Songs mitsingen. In der jüngsten Gemeinschaftsproduktion von Schauspiel und Oper in Halle wird nach der Pause aus dem „könnte“ ein „sollen“. Und es funktioniert! Das Publikum singt mit. Den Mackie-Messer- Song, was sonst. Laut und leise. Da grinst der Haifisch sich eins. Da schwappt der Drive, der vor 90 Jahren die Gemüter erhitzte über jedes Verfremdungsgebot hinweg ganz direkt ins Gemüt. Damit hatte es schon angefangen, als Harald Höbinger als Moritatensänger mit leichter Brecht-Anmutung, zu Beginn diesen Song aus einer kleinen Spieluhr zauberte und dann die ganze Truppe vor den Vorhang zitierte. Da sah und hörte man sie schon mal.

Mit bewährtem Werkzeug operiert – Brechts und Weills „Dreigroschenoper“ im Theater an der Wien

14.01.16 (Frieder Reininghaus) -
Seit zehn Jahren wird das Theater an der Wien – im späten 20. Jahrhundert zum Musical-Theater umgewidmet – wieder als Opernhaus bespielt. Das Jubiläum wird unter anderem mit festlichen Konzerten begangen (wiewohl der Haupt-Festdirigent Nikolaus Harnoncourt altersbedingt nicht mehr zur Verfügung steht), mit einer Erinnerung an den im Vorgängerhaus uraufgeführten „Fidelio“ und mit jener Anti-Oper, die Bertolt Brecht und Kurt Weill 1928 über Nacht grenzüberschreitend berühmt machte. Die „Dreigroschenoper“ traf Ende der Berliner Zwanziger Jahre den Nerv der Zeit, indem sie John Gays und John Christopher Pepuschs akkurat zweihundert Jahre zuvor entstandene Beggar’s Opera adaptierte und die urbanen Zustände thematisierte: Dickicht und Unwirtlichkeit der Städte, organisierte Straßenbettelei, Kriminalität, Prostitution, Korruption sowie die segensreiche Entfaltung des Bankenwesens.

Im Laufrad der Verhältnisse – Am Schauspiel Stuttgart inszeniert Sebastian Baumgarten „Die Dreigroschenoper“ von Brecht und Weill

19.06.14 (Joachim Lange) -
Wie geht man mit einem Zwitter aus politischem Lehrstück und Opernparodie von Brecht und Weill um, dessen Songs mittlerweile alle unterhaltungssakrosankt sind? Selbst als Solonummer bei den Bühnenshows der Unterhaltungsbranche. Da hat sich seit der Uraufführung 1928 in Berlin etwas gewaltig verselbständigt. Die „Dreigroschenoper“ ist das Referenzmaß für den Brecht/Weill Sound schlechthin. Was dann dem exilierten amerikanischen Weill auf seinen Musicalabwegen selbst in die Quere kam, wie man bei den Ausgrabungs- und Wiederbelebungsversuchen des Kurt-Weill-Festes in Dessau immer wieder erleben kann.
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