Unsere Artikel sind vielfältig kategorisiert – nutzen sie z.B. die Auflistung der populärsten Tags in der rechten Seitenleiste, oder besuchen sie die Tag-Seite. Außerdem können sie über Rubriken, Genres und Orte navigieren.

Alle Artikel kategorisiert unter »Biographie«

In der Totale und unter der Hör-Lupe

18.06.20 (Christoph Vratz) -
Am Theater an der Wien war die erste Fassung des „Fidelio“ aufgeführt worden. Kurz danach fand sich eine Abendgesellschaft zusammen, „im Palaste des Fürsten Karl Lichnowsky, des großen Beschützers von Beethoven“. Mehrere Zeitzeugen haben über diese Soirée berichtet: „Freunde waren damals in jener Gesellschaft, um Beethoven zu bewegen, zu den Veränderungen seine Zustimmung zu geben, welche in der Oper vorgenommen werden mußten.“ Die Zeugnisse fallen unterschiedlich aus, aber nur in Nuancen.

Porträt einer faszinierenden Persönlichkeit

20.03.18 (Jörn Peter Hiekel) -
Dass Söhne oder Töchter bedeutender Künstlerpersönlichkeiten über ihre Väter (oder Mütter) Bücher schreiben, kommt nicht allzu oft vor. Und wenn dies dann doch geschieht, liegt oft der Verdacht nahe, es ginge ihnen vor allem um Beschönigung, Rechtfertigung oder gar Abrechnung. Das nun zum 100. Geburtstag Bernd Alois Zimmermanns von seiner Tochter Bettina vorgelegte, im Titel treffend „persönliches Portrait“ genannte Buch umschifft solche Gefahren mühelos.

„Du verstehst, das Harte unterliegt“

24.02.18 (Georg Beck) -
Nach alter Weisheit (wissen wir von Brecht) braucht es immer auch diejenigen, die „dem Weisen die Weisheit erst entreißen“. Im Rampenlicht stehen sie deshalb nicht. Dabei ist ihr Beitrag nicht unerheblich. Nicht selten sind sie es, die die Dinge in Gang bringen, mit ihren speziellen Fragen am Laufen halten, für ein vorzeigbares Ergebnis sorgen. Wie in diesem Fall. Mit der Monografie zu Leben und Werk des Komponisten und Exil-Forschers Juan Allende-Blin hat das Autoren-Duo Christian Esch und Frank Schneider eine Lücke geschlossen – pünktlich zum 90. Geburtstag des Künstlers am 24. Februar.

Buch-Tipps 2017/12

29.12.17 (Michael Wackerbauer) -
Peter Schleuning: So könnte es gewesen sein – Musikergeschichten. Johann Sebastian Bach, Carl Philipp Emanuel Bach, Wolfgang Amadé Mozart, Ludwig van Beethoven und Fanny Hensel +++ Philippe Margotin/Jean-Michel Guesdon: Rolling Stones. Alle Songs +++ Michael Heinemann: Heinrich Schütz. Bildbiographie

Späte Würdigung einer großen Sängerin

21.11.17 (Michael Scheiner) -
„End Price: 541 US-Dollar“, rund 448 Euro. Soviel wurde für das Album „It’s Alright With Me“ bei einer Internetauk­tion vor zwölf Jahren gezahlt. Vermutlich hätte sich Inge Brandenburg darüber geärgert, vielleicht sogar einen ihrer berüchtigten Wutanfälle bekommen. Denn sie hätte nichts davon gehabt, dass ihr einziges „richtiges“ Jazzalbum, das sie 1965 selbst für die CBS produziert hatte, heute Sammlerwert hat und zu exorbitanten Preisen gehandelt wird. Vielleicht wäre sie aber auch stolz darauf gewesen, es allen Ignoranten und Kritikern richtig gezeigt zu haben: „Seht her, ich bin etwas wert! Ich bin die beste Jazzsängerin und kann Bleibendes schaffen!“

Der Schöpfer Beethoven

Kein deutscher Musikwissenschaftler hat in den letzten 20 Jahren mit solcher Intensität ein großes Buch nach dem anderen veröffentlicht. Groß heißt: monographisch über Komponisten schreiben, deren Leben, Werk und Nachwirkung jeden vor einer Gesamtdarstellung erschaudern lassen. Bach, Mozart, Schumann, Wagner und jetzt Beethoven, gleichsam die Spitze von all dem.

Buch-Tipps 2017/10

13.10.17 (Michael Wackerbauer) -
Tobias E. Mayer: Der Bernstein-Effekt. Klassikstars als Musikvermittler für Jugendliche, Schott +++ Norbert Abels: Benjamin Britten, Boosey & Hawkes +++ Matthias Henke/Hans-Ulrich Weidemann: Die Sieben letzten Worte unseres Erlösers am Kreuze von Joseph Haydn

Notenstecher, Verleger und Veranstalter

17.09.17 (Bojan Budisavljevic) -
„Spitta und Riemann hatten noch ein Organ für die unermeßliche qualitative Differenz zwischen Bach und Zeitgenossen wie Telemann oder rudimentären Vorformen wie Schütz.“ Das ist schon mal ein Wort. Musikgeschichte quasi als Paläoanthropologie vom Stand- und Zielpunkt des Heute als Krone der Schöpfung und des Geistes. Von da aus entscheidet der Befund, ob und wie ein „Organ“ ausgebildet ist, über die Entwicklungsstufe der komponierenden Hominiden. Telemann? Unterentwickelt. Schütz? Gerade ein Homo erectus.

Hörlust im Monteverdi-Land

17.05.17 (Christoph Vratz) -
Er hat die Musikgeschichte auf den Kopf gestellt. Aber ein eigentlicher Revolutionär war er nicht. Er stülpte nicht alles Alte um, sondern rückte seine Idee von Musik gleichberechtigt neben das, was es zur damaligen Zeit alles gab. Doch egal, ob Aufrührer oder sanfter Erneuerer: Claudio Monteverdis stilis­tische Neuerungen haben dazu geführt, dass er als Ahnvater gilt, als Erfinder der Oper und als harmonisch kühner Kopf, der, überspitzt gesagt, sogar als Vorläufer der Atonalen gelten darf. Er hat die Regeln des Tonsatzes ignoriert, um die Aussagen seiner Bühnen-Figuren authentisch und unverfälscht erscheinen zu lassen.

Vom Teufel trotz kreativer Vorleistung ignoriert

13.12.16 (Peter P. Pachl) -
Nach dem Lesen des ersten Drittels kam ich zu dem Schluss, dieses Bändchen habe in der Musikliteratur nur eine Parallele, so lesenswert, eigenwillig und in den Erkenntnissen sensationell wie die Mozart-Studie des Außenministers der Sowjetrepublik unter Lenin, Georgi W. Tschitscherin. Allerdings musste der Rezensent diesen Eindruck nach Abschluss der Lektüre relativieren. Gleichwohl ungewöhnlich und erstaunlich: Auf nur 136 Seiten gelingt es dem Autor Michael Schwalb, nicht nur ein recht umfassendes Bild des Komponisten und seiner Zeit zu zeichnen, sondern auch mit eigenen, überzeugenden Beobachtungen zu Pfitzners Werken aufzuwarten.
Inhalt abgleichen

Das könnte Sie auch interessieren: