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Alle Artikel kategorisiert unter »Bruno Mantovani«

CD-Tipp 2016/11

03.11.16 (Juan Martin Koch) -
Wolfgang Rihm: Gedicht des Malers; Pascal Dusapin: Aufgang; Bruno Mantovani: Jeux d’eau. Renaud Capuçon, Wiener Symphoniker, Orchestre de l’Opéra National de Paris, Philippe Jordan; Orchestre Philharmonique de Radio France, Myung-Whun Chung. Erato

Viele Kirchen, 14 Uraufführungen, 1000 Chorsänger: Acht-Brücken-Festival Köln

06.05.16 (Stefan Pieper) -
Wenig Gnade kennt die Klangwelt der russischen Komponistin Galina Ustwolskaja. Karg sind die Tonfolgen. Spröde Harmonien lösen sich in Clustern auf. Rhythmische und dynamische Impulse suggerieren Härte. Ustwolskajas musikalische Spiritualität hat etwas Getriebenes. Am Ende eines langen Eröffnungstages beim Kölner Acht-Brücken-Festival hatte man die Physiognomie dieser Musik tief verinnerlicht. Festivals tun gut daran, Schwerpunkte zu setzen und damit Orientierung auf dem komplexen Terrain der musikalischen Gegenwart zu geben.

Avantgardistischer Marathon – Orchestergruppen und Großformen dominierten die Donaueschinger Musiktage 2013

21.10.13 (Anna Schürmer) -
Im letzten Jahr sorgte Johannes Kreidler für einen Eklat beim Eröffnungskonzert der Donaueschinger Musiktage, als er – gegen die Fusion der SWR-Sinfonieorchester protestierend – eine Geige und ein Cello zusammenband, zerstörte und befand: ein solches fusioniertes Instrument sei nicht spielbar. Im Festivaljahrgang 2013 ging die Kritik gegen die kulturpolitischen Sparzwänge etwas weniger destruktiv weiter: Mit knallgelben Solidaritäts-Buttons und einem Protestmarsch konnten sich geneigte Festivalbesucher aktionistisch mit den existenzbedrohten Musikern des SWR-Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg verbünden, während die Solidarität im Museum Biedermann eher symbolisch bekundet wurde: Ein prächtig gedeihendes Beet aus Klee hatte man dort gehegt und gepflegt, nun ließ man es ausdörren. In einer weiteren Installation wurde jede baden-württembergische Musikhochschule mit einer Stimmgabel versehen, an der sich Besucher mit einer Feile zu schaffen machen konnten. Am ärgsten angekratzt war die Trossinger Gabel, der kaum mehr ein Ton zu entlocken war.

Bollwerk gegen den Kulturabbau

04.10.13 (Gerhard Rohde) -
Fünfundvierzig Tage Salzburger Festspiele 2013. Soviel Kunst gibt’s gar nicht – hätte Max Liebermann gesagt. Er zielte damit zwar auf die Bilderflut der „Großen Münchner“, aber der Ausspruch darf Allgemeingültigkeit beanspruchen. Also: soviel Festspiel gibt’s gar nicht. Der Intendant der Salzburger Festspiele, Alexander Pereira, hat diese noch um eine gute Woche nach vorn verlängert, indem er dem Programm eine „Ouverture spirituelle“ voranstellte, geistliche Musik aus fremden Kulturen, die mit Werken unserer christlichen Kultur korrespondieren. Musste das sein? Der enorme Publikumszuspruch, den alle Konzerte erfuhren, beantwortet die Frage: Offensichtlich besteht ein großes Bedürfnis nach einer Kunst, die nach Innen führt, die den Menschen existentiell und emotional tiefer zu berühren vermag.

Mutter-Sohn-Konflikt in Künstlerinnen- und Historienoper: Bruno Mantovanis „Akhmatova” an der Opéra Bastille Paris

01.04.11 (Frieder Reininghaus) -
Intensiver als in Deutschland oder Österreich, wo es seitens des Musiktheaters bislang wenig Interesse gab und gibt, Fragen des real existierenden und realistisch zugrunde gegangenen Sozialismus sowie dessen Folgen zu thematisieren, findet die Auseinandersetzung mit dem Massenmord und der großen Menschenrechtsverletzung in der Mitte des 20. Jahrhunderts in den westlichen Nachbarländern statt.

Expressionistisches mit fünf Komponisten

19.12.10 (Barbara Eckle) -
„Nicht bauen, sondern ‚ausdrücken’!!” beschrieb Schönberg seine Absicht in einem Brief an Busoni im Jahr 1909. Es war das Entstehungsjahr von vieren seiner „Fünf Orchesterstücke“ op. 16, mit denen Schönberg die klassische tonale Tonsprache ablöste und durch freie Atonalität eine expressionistische Phase einleitete, die den Weg in die Zukunft öffnete. Zusammen mit Schönbergs „Variationen für Orchester“ op. 31, dem ersten dodekaphonischen Orchesterwerk des Komponisten von 1928, das gerade die Entformalisierung gleichsam wieder untergräbt und sozusagen nur noch „baut“, bildete das Programm des Ensemble Modern Orchestra eine stimmige Klammer um die drei Uraufführungen, die im Zentrum seiner Konzerttournee standen. Dem Dirigenten Peter Eötvös ist es zu verdanken, dass diese Konzerte in Berlin, Fankfurt, Paris oder Luxembourg stattfinden konnten: In freundschaftlicher Verbundenheit hatte er sich kurzfristig bereiterklärt, für den erkrankten Pierre Boulez einzuspringen. Die uraufgeführten Werke der Komponisten Bruno Mantovani, Jens Joneleit und Johannes Maria Staud stehen auf jeweils unterschiedliche Art im Zeichen eines expressionistischen Stils, der den Leitfaden des Programms abgab. Anklänge an eine expressionistische Epoche waren etwa in Bruno Mantovanis Komposition „Postludium“ zu hören, einem Anschlusswerk an seine Oper über das Leben der russischen Dichterin Anna Achmatowa. Wilder Aktionismus und Introspektion sind die zwei Pole, die der Komponist zu vereinbaren sucht. So lässt er unter einem entschlossenen rhythmischen Grundtonus evokative Linien in Flöte und Akkordeon mit forcierten solistischen Eruptionen von Klarinette und Perkussion zusammentreffen. In radikalem Gegensatz zu Schönbergs expressionistischer Gestik überwiegt hier wie auch in Jens Joneleits Komposition das Triebhafte unter den expressionistischen Stilmitteln, das immer auch mit einem gewissen Kraftakt verbunden zu sein scheint.

Sinn im Paradoxon: Drei Uraufführungen mit dem Ensemble Modern Orchestra im Konzerthaus Berlin

09.11.10 (Barbara Eckle) -
„Nicht bauen, sondern ‚ausdrücken‘!“ beschrieb Schönberg seine Absicht in einem Brief an Busoni im Jahr 1909. Es war das Entstehungsjahr von vieren seiner Fünf Orchesterstücke op. 16, mit denen Schönberg die klassische tonale Tonsprache ablöste und durch freie Atonalität eine expressionistische Phase einleitete, die den Weg in die Zukunft öffnete. Zusammen mit Schönbergs „Variationen für Orchester“ op. 31, dem ersten dodekaphonischen Orchesterwerk des Komponisten von 1928, das gerade die Entformalisierung gleichsam wieder untergräbt und sozusagen nur noch ‚baut’, bildete dies eine stimmige Klammer um die drei Uraufführungen, die im Zentrum des Konzertes standen.

11 Fragen an Bruno Mantovani

27.03.09 (nmz) -
Der bereits mehrfach mit Preisen und Stipendien ausgezeichnete französische Komponist Bruno Mantovani hat Klavier, Schlagzeug und Jazz in Perpignan und Paris sowie Musikwissenschaft in Rouen studiert. Er arbeitete in den letzten Jahren unter anderem mit dem Ensemble Intercontemporain zusammen und ist inzwischen mit seinen Werken in nahezu allen Gattungen vertreten. 2007 erhielt er den Belmont-Preis für zeitgenössische Musik für seine musikalische Vielfalt.
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