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Alle Artikel kategorisiert unter »Gärtnerplatztheater München«

Die Frau als der bessere Mann – Europäische Erstaufführung des Musicals „Tootsie“ am Münchner Gärtnerplatztheater

09.07.22 (Wolf-Dieter Peter) -
Oder doch umgekehrt? Unser Kritiker ist sich nicht ganz sicher – angesichts des überbordenden Jubels für Solisten, Dirigent und Regisseur, Chor und Orchester, die Musical-Fassung – und einfach auch das Werk an sich. Denn das kann sich neben allen Geschlechtertausch-Komödien von „Charleys Tante“ bis zu „Mrs. Doubtfire“ mehr als behaupten – und legt noch amüsant insistierend den ein und anderen Missstand im Kulturbetrieb bloß, gerade auch nach dem Corona-Shutdown. Rundum „ein toller Abend“!

Mal Lachen inmitten der Entsetzlichkeiten – Neue „Fledermaus“ am Gärtnerplatztheater

08.04.22 (Wolf-Dieter Peter) -
Der Erfolgsdruck ist groß: Bei so einem Klassiker des Genres steht das Haus in direkter Konkurrenz zur Wiener Volksoper, zu Berlins Komischer Oper, zum Leipziger Operettenhaus und der Pariser Opéra comique – von gelegentlichen Produktionen der großen Staatsopern einmal abgesehen. In vielen zurückliegenden Konferenzen wurde Intendant Joseph E. Köpplinger gedrängt – nun endlich… und wie es sich für einen Profi gehört, der natürlich das US-Show-Muster des Broadway kennt: die Probe-Serie lief in der „Operetten-Provinz“, im Januar im Florentiner Teatro Maggio Musicale.

Alle Macht zersungen und zerlacht – Monty Pythons „Brian“ im Münchner Gärtnerplatztheater

14.03.22 (Wolf-Dieter Peter) -
Natürlich Corona: Da sicherte sich „lange davor“ Münchens Opéra comique die Deutsche Erstaufführung eines Knüllers – und dann war nach der Premiere am 21.Juni 2021 Pandemie-Schluss. Jetzt erstmals im Spielplan vor Publikum - und: Standing Ovations am Schluss, nachdem schon zuvor jede Nummer Szenenapplaus bekam – alles für das „Komische Oratorium“, das der Metier erfahrene Thomas Pigor aus dem Film-Klassiker „Das Leben des Brian“ geformt hat.

«Baroque and Roll»: «Das Leben des Brian» kommt auf die Bühne

14.07.21 (Britta Schultejans, dpa) -
München - Mit ihrem Klassiker «Das Leben des Brian» haben die britischen Komiker von Monty Python Filmgeschichte geschrieben. Seit 2007 gibt es auch eine Musiktheater-Version der Jesus-Satire. Eine deutsche Version davon fehlte allerdings - bis jetzt.

Der Himmel sollte warten – Dan Goggins hoch-musikalische Nonnen erobern die Bühne des Münchner Gärtnerplatztheaters

01.04.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Die Überschrift ist eine Abwandlung des Filmtitels „Heaven can wait“ und zugleich ein Wunsch: dass diese Nonnen nämlich noch eine Weile dableiben … auch wenn sie mit tödlichen Folgen kochen. Doch davor würden sie im sofort jeweils vollbesetzten Gärtnerplatztheater nicht nur die von ihnen dringend benötigten Einnahmen erzielen, sondern auch – olala – so amüsieren, dass der Himmel besser warten sollte…

Gleichnis des Irrationalismus - Menottis „Das Medium“ im Münchner Gärtnerplatztheater

28.03.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Eine Neuinszenierung wo, wenn nicht hier: 1974 inszenierte Menotti selbst seine Kammeroper am Gärtnerplatz. Und auch die Inspiration kam gleichsam aus der Nachbarschaft: er hatte 1936 zusammen mit Samuel Barber an einer Séance am österreichischen Wolfgangsee teilgenommen – um seinen „eigenen Zynismus zu überprüfen“ und die „Vielfalt von Realität“ zu befragen. In unsere aktuelle Welle von Irrationalismus könnte das Werk mehr als passen…

Vierfache vokale Verlockung – Die Primadonnen des Gärtnerplatztheaters becircen

15.03.21 (Wolf-Dieter Peter) -
Skandal! Im Sperrbezirk! Vier traumschöne Frauen in meist schulterfreien und/oder dekolletierten Roben aus leuchtend rotem Satin lockten – mit Gestik, Blicken und mehrfach im langen Kleid-Schlitz ausgestellten, schlanken Beinen – all das gesteigert durch mal brillante, mal schmeichelnde, mal kecke Töne… und alles auf der Bühne eines Staatstheaters! Beruhigend nur, dass der dafür zuständige Minister – der sich tagsüber in einem langen Verbal-Erguss seine durchgängige Nicht-Präsenz selbst weggeredet hatte – wie immer nicht anwesend war.

Raumpatrouille Dingsda – Künneke-Premiere am Gärtnerplatz und im Stream

19.12.20 (Roland H. Dippel) -
Das Gärtnerplatztheater München schleudert eine Liveübertragung nach der anderen ins Netz. Nach „Hänsel und Gretel“ und „Anna Bolena“ ist die Online-Premiere von Eduard Künnekes „Der Vetter aus Dingsda“ die vorerst einzige Hommage zum 100. Jahrestag der Uraufführung des musikalischen Lustspiels im Berliner Theater am Nollendorfplatz am 15. April 1921. Am Staatstheater Nürnberg fiel die Inszenierung von Vera Nemirova aus, das Theater Nordhausen steht mit Anette Leistenschneiders fertiger Inszenierung für das Ende des Lockdowns in den Startlöchern. Lukas Wachernig machte in München aus den „Wilden 1920ern“ die „Wilden 1960er“.

Schwächelnde Träume von Glück – Münchens Gärtnerplatztheater mit „Eugen Onegin“

09.10.20 (Wolf-Dieter Peter) -
München hat eine Tradition mit speziellen Theaterformen: also so ein herrlich weites, edles Oval, in der zentralen Loge im Balkon ein paar Menschen, etliche weitere im weiten Rund – das waren die berühmten Separatvorstellungen für König Ludwig II. ab 1872. Ganz ähnlich wirkten jetzt die rund 300 Besucher der Premiere im Gärtnerplatztheater – eine kulturpolitische Absurdität im bis 2019 totalrenovierten Komplex mit der modernsten Lüftungsanlage alle Münchner Theater.

Minimal wirkt stark – Münchens Gärtnerplatztheater meldet sich mit der „Dreigroschenoper“ zurück

22.07.20 (Wolf-Dieter Peter) -
Bitte nicht: diese Meter von hochdifferenzierter Literatur zu Brechts „epischem Theater“, dem „Verfremdungseffekt“ und Weills „Song-Stil“. Einfach statt dessen: eine fast leere Bühne mit wenigen Lichteffekten; die dreizehn Solisten auf Stühlen vor den sechzehn Musikern; minimale Aktion, viele Gesten und Reaktionen zu Text und Musik - von solch verstörend aktueller Brisanz, dass, nach viel Szenenbeifall zuvor, am Ende die 200 Besucher fast so laut wie ein volles Theater jubelten, unser Kritiker Wolf-Dieter Peter eingeschlossen.
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